«liberale Religion heute»: Im Meer der Freiheit


Carlin_ReligionAls er Anfang Februar 1923 in Berlin starb, sah sich sogar die «New York Times» veranlasst, einen Nachruf auf Ernst Troeltsch zu publizieren.


Von Uwe Justus Wenzel|Neue Zürcher Zeitung

In Deutschland zählte seinerzeit der liberale protestantische Theologe und Kulturphilosoph, der nach der Novemberrevolution von 1919 bis 1921 für die Deutsche Demokratische Partei der verfassunggebenden Preussischen Landesversammlung angehörte, zu den bedeutendsten Gelehrten und einflussreichsten Intellektuellen. Im Jahr (und in der Woche) des hundertfünfzigsten Geburtstages ihres Namensgebers und Leitsterns hat die Ernst-Troeltsch-Gesellschaft vor einigen Tagen in Augsburg einen Kongress veranstaltet, dessen Themenfokus der Aktualität nicht entbehrte: «Freiheitsglaube. Liberale Religion heute». «Liberale Religionskulturen», so der langjährige Präsident der Gesellschaft, der Münchner Theologe Friedrich Wilhelm Graf, im Exposé des Kongressprogramms, zeichneten sich dadurch aus, «dass sie ihre Symboltraditionen in den Dienst der Verwirklichung von Freiheit stellen».

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