Malcolm X – Sein Weg in den Islam führte in den Tod


Der Bürgerrechtler Malcolm X kam als Malcolm Little 1925 in Detroit auf die Welt. Am 21. Februar 1965 wurde er von einem Mitglied der „Nation of Islam“ erschossen Foto: dpa
Auch 50 Jahre nach seiner Ermordung: Das Leben des Malcolm X erzählt uns, was passiert, wenn Rassenbefreiung und Religionsfanatismus zusammenkommen. Und was Zorn in Detroit mit Neukölln zu tun hat.


Von Frédéric Schwilden|DIE WELT

Die No-Go-Zonen, die die afrikanische Gemeinde Berlin zur Fußball-WM 2006 im eigenen Land ausruft, sind vergessen. Beizeiten scheint der Diskurs darüber, ob Didi Hallervorden in Berliner U-Bahn-Wagen die Station Mohrenstraße nun ansagen darf und ob diese Straße überhaupt noch so heißen soll, mehr merkwürdig als progressiv. Wir befinden uns in einer Post-Post-Welt (Post-Staatsreligion, Post-Frauenbewegung, Post-Sexismus, Post-Rassentrennung, Post-Holocaust sind abgelöst).

Es geht wieder von vorne los, mit alten Staatsreligionen, die neu erzwungen werden. Mit alter Diskriminierung, die neu auflebt. Mit alter Segregation, reloaded. Deswegen schadet es nicht, die erste deutsche Malcolm-X-Biografie (verfasst von Britta Waldschmidt-Nelson, stellvertretende Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Washington D. C. und Professorin für amerikanische Geschichte und Kultur an der LMU München) zu befragen. Im Post-Post-Zeitalter den alten Malcolm X aus neuer deutscher Sicht zu lesen.

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