Um Himmels Willen: Was die Christen aus der Kirche treibt


Bild: tilly
Bild: tilly
Ob Kirchensteuer oder Skandale a la Tebartz-van Elst: Gott verliert seine Schäflein. Mehr denn je. Im Jahr 2014 sind in Greven 238 Menschen aus der Kirche ausgetreten, davon 165 aus der katholischen Kirche und 73 aus der evangelischen Kirche. Das sind allein in der katholischen Kirche mehr als doppelt so viel wie 2011 und fast vier Mal so viel wie 2006. Als Erklärung ziehen die Kirchen bundesweit gerne eine Neuregelung der Steuer heran: Vergangenes Jahr teilten Banken und Sparkassen ihren Kunden mit, dass die Kirchensteuer auf Kapitalerträge künftig automatisch abgeführt wird – und verursachten damit einige Verwirrung, obwohl die Steuer nach Abzug des Sparerfreibetrags von 801 Euro schon immer fällig war. Also Tacheles. Was ist los in Gottes Kirche auf Erden? WN-Mitarbeiter Peter Sauer sprach in Greven mit Pfarrer Klaus Lunemann (St. Martinus) und Pfarrer Jörn Witthinrich (Evangelische Kirchengemeinde).


Westfälische Nachrichten

Was sind die Gründe, da so viele austreten?

Klaus Lunemann : Greven liegt im bundesweiten Trend. Die Änderungen bei der Erhebung der Kirchensteuer auf die Kapitalertragssteuer hat einige Menschen dazu gebracht, es sind oft finanzielle Gründe, aber auch die Geschichte vom Bischof von Limburg oder das Thema „Missbrauch“. Es liegt eher an der Gesamtsituation der Kirche als an der lokalen Situation vor Ort. So sind manche enttäuscht, etwa bei Fragen rund ums Zölibat.

Und die Fusion der Kirchengemeinden?

Klaus Lunemann: Da ist mir keiner bekannt, der die Fusion als Einzelgrund genannt hätte.

weiterlesen

3 Comments

  1. Vielleicht treibt der wachsende Verstand aus der Kirche ? Manch einer ist es möglicherweise leid, von steizeitlich indoktrinierten Geisterverkündercliquen verarscht und ausgenommen zu werden. Wer weiß ?

    Liken

    1. Es ist weniger eine Zunahme an Intelligenz, sondern durch verbreitete Wissen um die Dinge in den Kirchen durch das Internet.

      Die Kirchen haben durch Beiräte usw. den Rundfunk, das Staatsfernsehen und die lokale Pressen fest im Griff. Wer immer etwas berichtet oder kommentiert, was gegen die edle wunderbare Religion geht, der flegt kurzfristig raus. Die trifft ganz besonders auf die Presse katholischer Zentren wie Köln, Paderborn, Freiburg und München zu.

      Das Internet kann die Kirche nicht kontrollieren und die Versuche dort mitzumischen wie etwa durch den all-wissenden Popanz, die geraten fast immer zu Lachnummer

      Liken

Kommentare sind geschlossen.