Religionen bewerten Religionen: Hilfe in der Szene der Sinnangebote


Vielfalt der Religionen (picture alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)
Sekten- oder Weltanschauungsbeauftragte der christlichen Kirchen geben regelmäßig Expertisen über andere Glaubensgemeinschaften und religiöse Splittergruppen. Aber ist das objektiv und neutral, kann man den christlichen Einschätzungen trauen? Darüber debattierten in Berlin evangelische Theologen, ein Mormone und eine Buddhistin.


Von Thomas Klatt|Deutschlandfunk

„Der Begriff Apologetik ist aus der Mode gekommen, ganz klar, die Sache aber nicht. Es geht darum, auch unterscheidungsfähig zu bleiben, auskunftsfähig im Gegenüber zu anderen religiösen Bewegungen und Weltanschauungen. Und ich denke, in einer Zeit, in der der weltanschaulich-religiöse Pluralismus zunimmt, ist es notwendig auch ein eigenes Profil zu entwickeln und vor allem natürlich auch Unterschiede zu benennen.“

Der evangelische Theologe Matthias Pöhlmann. Er ist Ansprechpartner für Sekten, Psychogruppen, Neureligionen und Weltanschauungen bei der bayrischen Landeskirche. Er hält seine Aufgabe nicht für überholt. Einerseits könne sich im Internetzeitalter zwar jeder rund um die Uhr über Glauben in all seinen Facetten kundig machen. Andererseits gebe es mehr als nur die großen Kirchen und Weltreligionen. Die Szene der Sinnangebote werde immer unübersichtlicher. Da brauche es professionelle theologische Hilfe, wie sie etwa die Kirchen anbieten.

Sehnsucht nach spirituellen Meistern und Lehrerinnen

„Ich denke, wir können beobachten, dass die Zeit der großen Gruppen und Organisationen eher zurückgeht. Was wir beobachten können, das sind Kleinstgruppen, es sind Wohnzimmergurus wenn man so will. Dass sich im Bereich der Konfessionslosen auch Verbände gebildet haben, die den Anspruch haben, die ganzen Konfessionslosen zu vertreten. Dass es eher unorganisierte Formen gibt, also denken Sie an den Bereich der so genannten Esoterik-Szene, wo es eine sehr starke Fluktuation gibt. Und natürlich ungebrochen ist auch die Sehnsucht nach spirituellen Meistern und Lehrerinnen, die einem dann den wahren Weg zeigen.“

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