Zwingen Sie Ihre religiösen Ansichten nicht Ihren Kindern auf

dawkins

Letzte Woche wurde in der Islington Gazette berichtet, dass der lokale Regierungsrat des Londoner Stadtteil Islington Schweinefleisch-Produkte aus dem Essen der Grundschule verbannt hat.


Von Richard Dawkins|RDF

Das Gerücht eines völligen Verbots wurde seitdem bestritten, und die Wahrheit ist unklar. Es gäbe in der Tat ein gutes Argument für ein Verbot, aus humanitären Gründen. Es gibt nach wie vor überzeugende Beweise dafür, dass Schweine ein Level von Intelligenz und Bewusstsein haben, welches mit unseren geliebten Haustieren vergleichbar ist. Aber solche humanen Überlegungen wurden hier nicht aufgeführt. „Durch den Verzicht auf Schweinefleisch auf der Speisekarte in unseren Schulen können wir Kosten senken und Lebensmittelabfälle reduzieren, um das Budget für das Schulessen unter finanziell schwierigen Umständen maximal zu verwerten“, wurde Stadtrat Joe Caluori, exekutives Mitglied des Rates für Kinder und Familien, in der Gazette zitiert.

Der eigentliche Grund wurde von einem anderen Sprecher des Rates verdeutlicht, wie in der Gazette zitiert und in der The Independent, eine von Großbritanniens renommiertesten nationalen Zeitungen wiedergegeben wurde: „Kleine Kinder, einige nicht älter als vier Jahre alt, mit verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen können nicht wissen, welche Lebensmittel Schweinefleisch enthalten oder nicht die Bedeutung erkennen, dies aufgrund ihrer Kultur oder ihres Glaubens zu meiden.“

Was auch immer wahr oder falsch an dem ursprünglichen Bericht über das Verbot ist, es steht etwas in diesem Zitat, was heraus sticht und einem ins Auge springt. „Ihr“ Glaube? Der „Glaube“ von vierjährigen Kindern? Kam es den Sprechern nicht in den Sinn, dass Kinder, die zu jung sind, die Bedeutung „ihres“ Glaubens zu erkennen, auch zu jung sein könnten um denselben Glauben ursprünglich zu besitzen? Wie kann der „Glaube“ für ein vierjährigen Kindes „wichtig“ sein, wenn es nicht einmal weiß, was sein Glaube ist?

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Katholische Kirche: Richtungsstreit wegen Exodus der Gläubigen

konklave

Die konservativen Kreise innerhalb der katholischen Kirche lassen im Fall Bürglen die Muskeln spielen. Auch bei der Frage, wie die Kirche mit der Säkularisierung umgehen soll, pochen sie auf Deutungshoheit.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Die katholische Kirche erlebt derzeit einen konservativen Backlash. Die Bischofskonferenz stellt den Mediensprecher Simon Spengler auf die Strasse, weil er gegen aussen eine zu progressive Haltung vertrat. Der Westschweizer Bischof Charles Morerod hat angekündigt, im September beim «Marsch für das Leben» von christlichen Abtreibungsgegnern mitzulaufen. Und besonders schlagzeilenträchtig: Zusammen mit dem Churer Bischof Vitus Huonder will Morerod den Pfarrer des Urner Dorfes Bürglen abstrafen , weil dieser ein lesbisches Paar gesegnet hat. Es scheint, dass die Reformer in die Defensive geraten sind. Ihr Streit mit den Konservativen um die Deutungshoheit in der katholischen Kirche ist zwar ein Dauerbrenner, sowohl in der Schweiz wie auch weltweit. Doch die Frage, welche Seite die Oberhand gewinnt, könnte weitreichendere Konsequenzen haben als früher. Denn das Ringen spielt sich vor einer gesellschaftlichen Kulisse ab, in der die Existenz von Volkskirchen grundsätzlich infrage gestellt ist.

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Katholische Kirche will an Kirchenasyl festhalten

justiz_grossDie Zahl der Kirchenasyle hat deutlich zugenommen. Trotz Kritik wollen die Bischöfe an der Praxis festhalten. Als Argument dient auch ein Verweis auf die Statistik.


ZEIT ONLINE

Die Katholische Kirche will Flüchtlingen, denen die Abschiebung droht, auch künftig Kirchenasyl gewähren. „Wir wollen auf diese Tradition nicht verzichten“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Das Instrument habe sich bewährt, denn in 90 Prozent der Fälle habe den Flüchtlingen durch eine erneute Überprüfung ihres Falles geholfen werden können.

Das Kirchenasyl dürfe nicht dazu missbraucht werden, um die Asylfrage grundsätzlich zu lösen, sagte Marx weiter. Es sei aber auch gut für den Staat, wenn schwierige Fälle noch einmal überprüft werden könnten. „Wir wollen nicht Staat im Staate sein und das Rechtssystem aushebeln.“ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Praxis zuletzt scharf kritisiert und den Kirchen vorgeworfen, sie versuchten, sich über staatliches Recht zu stellen.

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Haben Sie was zur Geschichte des Kreationismus?

Themenbild. meduniwien.ac.at
Seit 2012 gibt es ihn, diesen Hort für die Neue Rechte. Die »Bibliothek des Konservatismus« am Zoologischen Garten zieht AfDler genauso an wie Geschichtsklitterer.


ND

Die politische Mitte scheint sich in Deutschland in den letzten ein oder zwei Jahren noch einmal spürbar nach rechts verschoben zu haben. Marsch für das Leben, Pegida, Alternative für Deutschland – an gleich mehreren Fronten hat die politische Rechte merklich an Boden gewonnen. All das ist kein Zufall, es sind vielmehr erste Früchte einer bewussten Einflussnahme vonseiten der sogenannten Neuen Rechten.

Ein bedeutender Knotenpunkt im Netzwerk der Neuen Rechten in Deutschland, der bislang bei Weitem nicht die kritische Aufmerksamkeit bekommen hat, die er verdient hätte, ist die Bibliothek des Konservatismus nahe dem Bahnhof Zoo in Berlin-Charlottenburg. Seit November 2011 steht dort in der Fasanenstraße 4 der geneigten Öffentlichkeit eine beträchtliche Auswahl vor allem alt- und neurechter Schriften zur Verfügung. Wichtiger jedoch als das literarische Angebot ist die Bedeutung der Räumlichkeiten der Bibliothek als Veranstaltungsort.

Anfang des Monats zum Beispiel luden dort AfD und deren Jugendorganisation Junge Alternative (JA) zu einer Diskussionsveranstaltung. Im November sprach der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) über Konservatismus. Am 26. März soll der Saarbrücker Jurist Björn Schumacher über den alliierten »Luftkrieg als Tribunal« dozieren – ein Thema, über das er bereits 2008 im rechten Ares Verlag aus Österreich ein Buch veröffentlicht hat.

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Richard David Precht verharmlost den Terror

picture alliance
Big Data ist eine größere Bedrohung unserer Freiheit als der Angriff auf das World Trade Center? Sagt Fernsehphilosoph Richard David Precht im ZDF. Dieser Vergleich ist nicht nur zynisch und gefühllos, sondern geradezu nachhumanistisch


Von Alexander Kissler|Cicero

Nein, Richard David Precht, der zu seinem Leidwesen als Fernsehphilosoph firmiert, hat keineswegs gesagt, der Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ sei eine Lappalie gewesen. Er hat auch nicht behauptet, der Anschlag auf das World Trade Center sei keine schlimme Sache gewesen. Aber er hat getan, was Philosophen dies- und jenseits der Mattscheibe gerne tun, er hat verglichen, und sich dafür leider die falschen Objekte ausgesucht. Nun steht er reichlich blamiert und ziemlich gefühlskalt da, der Richard David Precht.

Einen Fall von eklatantem Objektversagen gilt es zu konstatieren. Zudem erkor Richard David Precht sich in halsbrecherischer Weise ein Tertium comparationis von bestenfalls zynischer Kraft. Er erklärte in seinem Haussender, dem Zweiten Deutschen Fernsehen, bei der Hinrichtung der „Charlie Hebdo“-Redaktion durch fanatisierte Muslime handele es sich um einen „Anschlag auf wenige Leute“. Aus höherer Warte, von der er habituell zu urteilen pflegt, aus Sicht der „digitalen Revolution“, sei „Big Data“ für „jeden einzelnen von uns“ ein weitaus „größerer Anschlag auf die Freiheit, als es der Angriff auf das World Trade Center war oder die Ermordung der Journalisten von ‚Charlie Hebdo‘.“ Man müsse schließlich bedenken, so Richard David Precht im ZDF, mit den Twin towers sei nicht die Freiheit angegriffen worden, sondern „die Hegemonie Amerikas“. Es war also gar kein „echter Anschlag auf die Freiheit“.

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Kirche motiviert zu Glaubenskursen – Religionsspam

Mit einen neuen Kurzfilm lädt die EKBO zur Glaubenskursen ein Foto: Youtube / Screenshot pro
Mit einem Kurzfilm bewirbt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ihr Bildungsprojekt „Erwachsen glauben“. Der Imagefilm soll Lust auf Glaubenskurse machen.


pro Medienmagazin

Den 15-minütigen Film können Kirchengemeinden und -kreise auf ihrer Internetseite einbinden und auf sozialen Netzwerken teilen. In dem Video berichten Teilnehmer und Leiter verschiedener Glaubenskurse von ihren positiven Erfahrungen in den Kursen.

EKBO-Landesbischof Markus Dröge sagte, seine Kirche befinde sich in einem Reformprozess. Reform beziehe sich dabei nicht nur auf Strukturen, sondern auch auf das geistliche Leben. „Geistliches Geschehen, das bedeutet: Menschen entdecken für sich den Glauben neu als eine Lebenskraft. Sie gewinnen Vertrauen zu Gott, zu sich selbst, zu anderen Menschen.

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Bundesamtspräsident sieht Zunahme von Kirchenasylen kritisch

justiz_gross

Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, hat sich kritisch über die Zunahme von Kirchenasylen geäußert.


evangelisch.de

„Jahrelang haben wir in diesem Bereich gut mit den Kirchen zusammengearbeitet. Das muss nun wieder gelingen“, sagte Schmidt der Zeitung „Die Welt“ (Dienstagsausgabe). Der Behördenchef betonte, dass die Tradition des Kirchenasyls aus guten Gründen vom Staat toleriert worden sei, „solange sie für die Klärung von umstrittenen Einzelfällen genutzt wurde“.

Am Dienstag treffen sich Vertreter der Kirchen sowie des Bundesamtes, um über Kirchenasyle zu sprechen. Schmidt sagte, er haben den Eindruck, „dass die Kirchen das Kirchenasyl immer häufiger als Systemkritik am europäischen Dublin-System der Zuständigkeitsverteilung nutzen“.

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Rechtsstaat und Religion: Modernes Recht kommt nicht aus alten Schriften

justiz_grossNur die Menschenrechte, nicht „irgendwelche heiligen Schriften“, können die Grundlage des Zusammenlebens sein. Das sagt der evangelische Theologe Heinz-Werner Kubitza angesichts der Debatten um die Rolle der Religion in der Gesellschaft.


Von Heinz-Werner Kubitza|Deutschlandradio Kultur

Ist der Islam ein Menschheitsproblem? Diesen Eindruck kann man fast gewinnen, wenn man die vielen Horrormeldungen hört, die uns fast täglich von immer neuen Morden und Massakern berichten, die weltweit von fanatischen Islamisten verübt werden. Und von denen die Morde von Paris uns zwar besonders berühren, aber noch viel Grausameres geschieht an anderen Orten und weitgehend unbeobachtet.

Hilflos wirken dabei die Versuche, den Islam irgendwie zu entschuldigen, ihn als „Religion des Friedens“ zu etikettieren und das Töten von Andersgläubigen allein auf den Fanatismus der Täter zurückzuführen. Wenn die Täter sich selbst aufdringlich und vehement immer wieder auf ihren islamischen Glauben berufen, dann wird man sie schon ernst nehmen müssen.

Tatsächlich gibt es im Koran einschlägige Stellen, die Gewalt rechtfertigen können. So zitiert, wirken heilige Schriften dann wie ein Brandbeschleuniger. Religiöse Gewalt ist aber kein Problem des Islam allein.

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Muslime boykottieren Empfang der Juden Frankreichs

Crif-Präsident Roger Cukierman löste in Frankreich schwere Irritationen aus. Foto AP
François Hollande stellte beim jüdischen Dachverband Crif seine Pläne gegen zunehmenden Antisemitismus vor. Ein umstrittenes Interview des Crif-Präsidenten Cukierman überschattete den Auftritt.


DIE WELT

Frankreichs Präsident François Hollande hat beim jährlichen Empfang des jüdischen Dachverbands Crif „schnellere und effizientere Strafen“ bei Volksverhetzung angekündigt. Rassistische, antisemitische und homophobe Äußerungen sollten nicht länger unter das Presserecht, sondern unter das Strafrecht fallen, sagte der Staatschef bei dem Abendessen am Montagabend in Paris. Das Abendessen wurde überschattet vom Streit über Äußerungen des Crif-Präsidenten Roger Cukierman zu jungen Muslimen.

Hollande sagte in seiner Rede, er wünsche sich, dass bei Straftaten antisemitische Motive als erschwerender Umstand gewertet werden. Zudem sollten die Rechtsmittel gegen Menschen verschärft werden, die vom Dschihadismus angezogen würden. Hollande kündigte in seiner Rede außerdem an, am 18. März einen Gesetzentwurf zum Geheimdienst im Kabinett zu präsentieren. Das Gesetz sei in Abstimmung mit „allen politischen Familien“ vorbereitet worden, sagte Hollande.

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Hat sich Klimawandelleugner von der Industrie bezahlen lassen?

klimawandelEin Wissenschaftler gerät unter Beschuss: Seine Studien, die einer gefährlichen menschengemachten Erwärmung widersprechen, sollen heimlich von der Industrie bezahlt worden sein.


SpON

Der Klimaforscher Willie Soon soll heimlich hohe Geldbeträge von der Industrie bekommen haben. Das berichtet die „New York Times“ („NYT“) unter Berufung auf Greenpeace: Der Umweltorganisation lägen Dokumente vor, die entsprechende Forschungsverträge Soons aufführten.

Denen zufolge habe der US-amerikanische Wissenschaftler die Zuwendungen entgegen seiner wissenschaftlichen Pflicht verschwiegen, schreibt die „NYT“. Als „Leistungen“ („deliverables“) würde Soon seine Studien in den Verträgen bezeichnen.

Seine Arbeiten sind bekannt, weil sie einem gefährlichen menschengemachten Klimawandel widersprechen. Sogenannte Klimaskeptiker laden Soon gerne als Kronzeugen zu Vorträgen.

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Evangelische Allianz kritisiert Spiegel-Artikel ‚Fromme Radikale‘

DerverzweifelteJesusAllianz-Vorsitzender Diener: Wir stehen uneingeschränkt zum Grundgesetz – Spiegelartikel griff auch das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ und die „Christdemokraten für das Leben“ an.


kath.net

Auf Kritik der Deutschen Evangelischen Allianz stößt ein Artikel im Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Unter der Schlagzeile „Fromme Radikale“ wird behauptet, dass „führende Vertreter der Deutschen Evangelischen Allianz in der ‚Jungen Freiheit’ zu Wort kommen“. Diese Zeitung sei „ein Sprachrohr der neuen Rechten“. In dem „Spiegel“-Bericht wird moniert, dass konservative Christen – vor allem Katholiken – und Rechtspopulisten gemeinsame Ziele verfolgten. So hätten Teilnehmer von islamfeindlichen Protestzügen schwarz-rot-goldene Kreuze hochgehalten. Andere hätten Schilder gezeigt mit der Parole „Dresdener Christen grüßen die Pegida“ (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes). Populisten und fundamentalistische Christen kämpften nicht nur gemeinsam gegen Islamisierung, sondern auch gegen Homosexuelle und für ein traditionelles Familienbild. Verwiesen wird unter anderem auf eine Langzeitstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung, nach der Mitglieder beider Kirchen für rechtsextreme Einstellungen anfälliger seien als konfessionslose Bürger. Eine neue selbsternannte Glaubenselite sei geprägt von „Häme und Hass gegen Andersdenkende“. Sie schare sich um Institutionen wie das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ oder die „Christdemokraten für das Leben“. Neuerdings hätten „rechtslastige Gläubige“ sogar in der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) ihren Platz, wo sich ein Arbeitskreis „Christen in der AfD“ gebildet habe. Weiter heißt es, dass AfD-Bundessprecherin Frauke Petry (Leipzig) in ihrem sächsischen Landesverband ein Referendum gegen die Abtreibungsregelung gefordert habe. Es gehe dabei um „das Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation“.

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Dechert: „Der christliche Grundwasserspiegel sinkt“

ERF Medien-Chef Jörg Dechert will den christlichen Sender fit machen für die Zukunft. Auch Stellenkürzungen sind dafür notwendig Foto: Claudia Dewald, Lohra
Das christliche Funkhaus ERF Medien will noch in diesem Jahr 20 von 220 Stellen streichen. pro hat darüber mit dem Senderchef Jörg Dechert gesprochen.


pro Medienmagazin

pro: Herr Dechert, Medien berichten über einen drohenden Stellenabbau beim ERF. Wie viele Mitarbeiter müssen sich jetzt um ihre Jobs Sorgen machen?

Jörg Dechert: Wir planen, 20 Stellen abzubauen. Daraus folgen aber nicht unbedingt 20 Kündigungen. Wir haben auch natürliche Fluktuation, zum Beispiel durch auslaufende Zeitverträge. Wir haben noch nicht entschieden, wen der Stellenabbau genau betreffen wird.

20 von 220 Stellen, das sind knapp zehn Prozent. Das klingt nach einer ganzen Menge. Wie kam es dazu?

Ich bin jetzt seit gut 100 Tagen im Amt. In dieser Zeit haben ich und mein Leitungsteam die finanziellen Entwicklungen der letzten Jahre angeschaut. Es hat sich gezeigt, dass der finanzielle Handlungsspielraum des Unternehmens immer etwas eingeschränkt war. Wir haben nun ein Reformpaket mit drei Schwerpunkten geschnürt. Erstens: Wir überführen unsere bisher drei Redaktionen für Hörfunk, Fernsehen und Online in eine integrierte Redaktion und wollen auch unsere fremdsprachigen Aktivitäten effizient mit einbinden. Zweitens wollen wir mehr Ressourcen investieren in Marketing, Fundraising und Außenkommunikation. Ich habe den Eindruck, dass wir da Nachholbedarf haben und besser werden müssen. Drittens müssen wir unsere Budgetplanung so umstellen, dass wir finanziellen Handlungsspielraum gewinnen. Wenn man das alles zusammen nimmt, dann müssen wir dafür einen Personalabbau in der Größenordnung von etwa 20 Planstellen durchführen. Ein Teil davon liegt in der Verwaltung und ein Teil im Bereich Redaktion/Produktion.

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„Humanismus muss über aggressive atheistische Ablehnung hinausgehen“

Philip Kitcher, Bild: college.unc.edu
In den vergangenen Jahren gab es keinen Mangel an Büchern, die gegen Religionen argumentierten, doch nur wenige, die sich positiven Alternativen widmeten. Mit seinem Buch „Life after faith“ – Leben nach dem Glauben – versucht nun auch der britische Wissenschaftsphilosoph Philip Kitcher, diese Lücke zu schließen.


diesseits.de

Samira Shackle, freie Journalistin und Redakteurin beim Magazin New Humanist, sprach mit Philip Kitcher, der derzeit an der US-amerikanischen Columbia University lehrt, über sein Ende vergangenen Oktober erschienenes Buch Life after Faith – The Case for Secular Humanism.

Ihr Buch handelt davon säkularen Humanismus als „positive Position“ darzustellen. Denken Sie denn, dass er oft negativ ist? Und wenn ja, auf welche Weise?

Philipp Kitcher: Ich möchte säkularen Humanismus von Atheismus unterscheiden. Atheismus ist einfach nur eine negative Position: er besteht darin, die Existenz von Gott (oder von Göttern) zu bestreiten. Viele Atheisten, insbesondere die „neuen Atheisten“ (von denen Richard Dawkins der prominenteste ist) konzentrieren sich auf die Anhäufung von Argumenten für die Nicht-Existenz von übernatürlichen Wesen. Sie glauben (korrekterweise), dass es für Menschen eine schlechte Sache ist, an falsche Doktrinen zu glauben – und engagieren sich folglich in einem Kreuzzug, um eine bestimmte Art falschen Glaubens vom Antlitz der Erde zu tilgen.

Ich sehe säkularen Humanismus als eine positive Perspektive auf das Leben, eine die es Menschen ermöglicht, volle und sehr lohnenswerte Leben ohne Religion zu leben. Also muss säkularer Humanismus in zwei Dimensionen über Atheismus hinausgehen. Zuerst muss er diejenigen Religionen befragen, die sich keinen Gottheiten verpflichten oder die ihre zentralen Doktrinen nicht als wörtliche Wahrheiten begreifen. Zweitens kann er nicht damit aufhören, wenn doktrinäre Glaubensvorstellungen beiseite geräumt worden sind, sondern muss etwas anbieten, um das zu ersetzen, was viele Menschen in religiösem Leben und religiöser Praxis finden: Anleitung, Hilfe und Trost.

Lügen zu glauben ist normalerweise schlecht. Trotz können Menschen schlechte Dinge passieren. Sie hilflos und verletzlich zu belassen, wird nicht ihr Los verbessern. Daher muss säkularer Humanismus über die schroffe – und oft aggressive – atheistische Verneinung hinausgehen.

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Dodo Marx verteidigt Kirchenasyl

Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Kirchenasyl, Soziale Medien, Familiensynode und Dialogprozess. Das Programm der katholischen Bischöfe, die am Montag zu ihrer Frühjahrsversammlung in Hildesheim zusammengekommen sind, ist vielfältig und dicht.


evangelisch.de

Zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe in Hildesheim hat Kardinal Reinhard Marx die gängige Praxis des Kirchenasyls verteidigt. Das Kirchenasyl sei eine „Tradition, die sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag in Hildesheim. Zugleich betonte er, es bestehe kein Rechtsanspruch auf das Kirchenasyl. Bei der Vollversammlung, die bis zum Donnerstag tagt, sollen auch drei Delegierte für die ordentliche Familiensynode im Herbst im Vatikan gewählt werden.

Zum Thema Kirchenasyl sagte Marx: Die katholische Kirche wolle nicht als Staat im Staat den Rechtsstaat aushebeln. Vielmehr gehe es darum, die Einzelfälle in den Blick zu nehmen. Die seit etwa einem Jahr steigenden Zahlen hatten für heftige Kritik bei Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gesorgt. Er sei „prinzipiell und fundamental“ gegen das Kirchenasyl, sagte er. Inzwischen gibt es nach Angaben der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“ 226 Kirchenasyle mit mindestens 411 Flüchtlingen, wie die Zeitung „Die Welt“ (Montagsausgabe) berichtete. Anfang 2014 waren es lediglich 34 Kirchenasyle.

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Nicht über Juden flennen, kümmert euch um Islamisten!

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Kopenhagen legen Bürger Blumen nieder Foto:dpa
Die Europäer sollten sich nicht mit einer angeblichen Flucht der Juden beschäftigen, sondern ihre Gesellschaften gegen den Islamismus verteidigen. Damit helfen sie sich und den Juden.


Von Jacques Schuster|DIE WELT

Ach wie schaurig-schön ist es doch, mal wieder ein Tänzchen mit Gevatter Vorurteil zu wagen! Von der Heimatlosigkeit der Juden hört man in diesen Tagen häufiger als sonst. Die französischen Juden verließen das Land in Scharen, um in Israel Schutz vor dem Judenhass zu finden. Doch während die einen in Tel Aviv und Haifa, in Be’er Scheva und Jerusalem nach Unterschlupf suchten, reisten die anderen in Massen aus.

Sie seien der Angst vor dem Terror, dem Nahost-Konflikt, den Palästinensern, den Iranern, der wirtschaftlichen Lage, dem Eisenfresser Benjamin Netanjahu, kurzum allem überdrüssig, was die Deutschen an dem kleinen Land zwischen Rotem und Mittelmeer so furchterregend finden. Schon 30.000 bis 40.000 Israelis lebten in Berlin, von denen in Frankfurt und München zu schweigen.

Wer weiß, wie viele es noch werden? Wer ahnt, wie lange sie bleiben werden? Man sieht es ja: Ahasver ist wieder da, der wandernde Jude mit einem Blick voller Hast, voll von Flehen, bald in Leidenschaft flackernd, bald in Schwermut alle Glut verlierend, die Augen des gehetzten Tieres, das angstvoll und kraftlos die Blicke dem Verfolger zuwendet oder in bebender Sehnsucht hinausstarrt in das ferne Land der Freiheit.

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Bombardierung Dresdens: „Pyro-Technik ist kein Verbrechen“

Blick vom Turm der Kreuzkirche auf die durch die Luftangriffe zerstörte Innenstadt Dresdens. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de
Viel Kritik hat ein Bild ausgelöst, das der sächsische Nachwuchspolitiker Johann Dulig (SPD) in einem sozialen Netzwerk geteilt hat. Darauf ist ein britischer Bomber abgebildet, der seine Fracht abwirft.


kath.net

Darunter ist das zerstörte Dresden zu sehen. Dazwischen steht: „Pyro-Technik ist kein Verbrechen!!! Deutsche Kurven abfackeln!!!“ Mit dem mittlerweile gelöschten Bild habe er dagegen protestieren wollen, dass „alte und neue Nazis“ den 13. Februar – den Jahrestag der Zerstörung der sächsischen Landeshauptstadt – vereinnahmen wollen, erklärte Dulig. Dresden sei eben auch eine Täterstadt gewesen, so der 20-Jährige, der im Vorstand des SPD-Unterbezirks Meißen sitzt. Er ist der älteste Sohn des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD). Die Jugendorganisation der „Alternative für Deutschland“, die „Junge Alternative“, forderte den Rücktritt des Meißener Kreisrats. „Dieses Verhalten von Johann Dulig ist menschlich und politisch betrachtet in höchstem Maße verwerflich“, schreiben die Landesvorsitzende Franziska Schreiber und der Meißener Kreisvorsitzende Peter Baier in einer Erklärung. Mit diesen Aussagen würden Zehntausende ziviler Todesopfer und deren Angehörige entwürdigt. Darüber hinaus seien solche Aussprüche gewaltverherrlichend und bekräftigten Duligs offensichtliche Nähe zum linksradikalen Milieu.

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Der Schwarze Tod kam aus Asien – mehrfach

Spätmittealterliche Darstellung des Schwarzen Todes © historisch
Tödliche Fernwirkung: Das Klima in Asien war schuld an den immer wiederkehrenden Pest-Epidemien in Europa. Immer dann, wenn dort die Nagetiere – und ihre Flöhe – dank günstigem Klima florierten, kam es 15 Jahre später in Europa zu einem Pestausbruch. Kamelkarawanen dienten dem Pesterreger dabei als „Taxi“, um die gut 4.000 Kilometer nach Westen zu überwinden, wie Forscher im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ beichten.


scinexx

Die Pest war über Jahrhunderte als der Schwarze Tod in Europa gefürchtet. Immer wieder lösten Ratten und ihre Flöhe als Überträger neue Epidemien aus. Der Erreger, das Bakterium Yersinia pestis stammt ursprünglich aus Asien, über die Seidenstraße gelangte es im frühen 14. Jahrhundert nach Europa. Dort etablierte er sich dauerhaft in den hiesigen Rattenpopulationen – so dachte man jedenfalls bisher.

Freispruch für Europas Ratten

Boris Schmid von der Universität Oslo und seine Kollegen machten sich deshalb auf die Suche nach den Auslösern der alten Pest-Epidemien. Sie analysierten dafür Daten von mehr als 7.700 historischen Pestausbrüchen und glichen sie mit Klimadaten aus Baumringen aus dieser Zeit ab. Ihre Hypothese: Immer dann, wenn ein günstiges Klima herrschte und sich die Nagetiere erst massenhaft vermehrten, dann aber ihre Population zusammenbrach, folgte ein Pestausbruch. Denn die Rattenflöhe gingen dann aus Mangel an Wirten vermehrt auf den Menschen über.

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Mossad: Netanjahu gibt den G.Bush

Screengrab Times of Israel
Screengrab Times of Israel
Mitten in seiner Rede zog er eine Cartoon-Bombe hervor: Es war ein denkwürdiger Auftritt, mit dem Israels Premier Netanjahu 2012 vor einer Atommacht Iran warnte. Nun berichtet der „Guardian“: Der israelische Geheimdienst sah damals gar keine Bedrohung.


SpON

Es war eine Szene mit hohem Symbolwert – dramatisch, einprägsam, unvergesslich. Während einer Rede vor der Uno-Vollversammlung zauberte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu 2012 ein Plakat mit den Umrissen einer Bombe hervor und markierte mit einem fetten Filzstift die sprichwörtliche „rote Linie“, ab der die Produktion einer Atombombe in Iran nicht mehr zu stoppen sei und Israel militärisch eingreifen müsse: Spätestens im Sommer 2013 sei es soweit.

Nun berichten die britische Zeitung „Guardian“ und der Fernsehsender Al Jazeera: Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat wenige Wochen nach Netanjahus Rede in einem Bericht seiner Einschätzung widersprochen.

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Nuntius ermahnt Bischöfe wegen Glaubenskrise in Ostdeutschland!

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Inzwischen glaubten nur noch 14 Prozent der Ostdeutschen an Gott. Nuntius Eterović mahnte die Bischöfe, der neuen Verkündigung des Evangeliums besonderen Nachdruck zu verleihen und erinnerte an entsprechende Aufforderungen von Papst Franziskus.


kath.net

Einen dramatischen Rückgang der Zahl der Gläubigen in Ostdeutschland hat der Apostolische Nuntius in Berlin, Erzbischof Nikola Eterović, beklagt. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erinnerte der Vatikandiplomat am Montag in Hildesheim daran, dass in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Fall der Mauer nirgends im früheren Ostblock die Zahl der Christen so stark zurückgegangen sei wie in der früheren DDR. Der Vertreter des Papstes in Deutschland nannte diese Zahlen einen Grund zur Sorge für die evangelische und für die katholische Kirche.

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Selbstmumifizierung: Mysteriöses Skelett sitzt in 1000 Jahre alter Statue

Das Röntgenbild gibt Gewissheit: In der mehr als 1000 Jahre alten Statue steckt tatsächlich ein Skelett Foto: Drents Museum
Legenden gab es schon lange, doch nun gibt es Gewissheit: Forscher haben in einer fast 1000 Jahre alten Buddha-Statue eine Mumie entdeckt. Sie können sogar sagen, um wen es sich bei dem Toten handelt.


DIE WELT

Ein mildes Lächeln umspielt die Lippen des Buddhas im Lotussitz. Sein Körper, sein Gesicht und auch die Hände in der Meditationshaltung wurden mit roter und goldener Farbe bemalt. Es wirkt dadurch ein wenig, als würde der Buddha leuchten. Die Figur könnte aus Ton bestehen oder aus Holz – jedes Material wäre denkbar. Nur nicht, dass es sich bei der Statue eigentlich um einen Toten handelt. Und zwar nicht um irgendeinen, sondern um die Mumie eines Meisters.

Die Entdeckung, die Forscher gemacht haben, kommt einer Sensation gleich: Erik Bruijn, ein Buddhismus-Experte, leitet die Untersuchung der Statue, die der Chinese Meditation School gehört. Sie stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und war während einer Wanderausstellung in den Niederlanden im Drents Museum zu sehen. Für gläubige Buddhisten handelte es sich allerdings nicht bloß um ein religiöses Kunstwerk, sie verehrten mit ihr vielmehr Meister Liuquan, der vor 1100 Jahren lebte. Legenden rankten sich um die Statue. War sie noch lebendig? Ist es bloß eine Statue oder doch mehr?

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