Katholische Kirche: Richtungsstreit wegen Exodus der Gläubigen


konklave

Die konservativen Kreise innerhalb der katholischen Kirche lassen im Fall Bürglen die Muskeln spielen. Auch bei der Frage, wie die Kirche mit der Säkularisierung umgehen soll, pochen sie auf Deutungshoheit.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Die katholische Kirche erlebt derzeit einen konservativen Backlash. Die Bischofskonferenz stellt den Mediensprecher Simon Spengler auf die Strasse, weil er gegen aussen eine zu progressive Haltung vertrat. Der Westschweizer Bischof Charles Morerod hat angekündigt, im September beim «Marsch für das Leben» von christlichen Abtreibungsgegnern mitzulaufen. Und besonders schlagzeilenträchtig: Zusammen mit dem Churer Bischof Vitus Huonder will Morerod den Pfarrer des Urner Dorfes Bürglen abstrafen , weil dieser ein lesbisches Paar gesegnet hat. Es scheint, dass die Reformer in die Defensive geraten sind. Ihr Streit mit den Konservativen um die Deutungshoheit in der katholischen Kirche ist zwar ein Dauerbrenner, sowohl in der Schweiz wie auch weltweit. Doch die Frage, welche Seite die Oberhand gewinnt, könnte weitreichendere Konsequenzen haben als früher. Denn das Ringen spielt sich vor einer gesellschaftlichen Kulisse ab, in der die Existenz von Volkskirchen grundsätzlich infrage gestellt ist.

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1 Comment

  1. Wie bereits gesagt: Frechheit muss nicht unbedingt auf Dauer siegen. Allerdings sollte die betonierte Dummheit der bereits Besiegten nicht unterschätzt werden. Was die Macht der Kirche betrifft ist deshalb, wie gehabt, das Ende sehr offen.

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