Richard David Precht verharmlost den Terror


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Big Data ist eine größere Bedrohung unserer Freiheit als der Angriff auf das World Trade Center? Sagt Fernsehphilosoph Richard David Precht im ZDF. Dieser Vergleich ist nicht nur zynisch und gefühllos, sondern geradezu nachhumanistisch


Von Alexander Kissler|Cicero

Nein, Richard David Precht, der zu seinem Leidwesen als Fernsehphilosoph firmiert, hat keineswegs gesagt, der Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ sei eine Lappalie gewesen. Er hat auch nicht behauptet, der Anschlag auf das World Trade Center sei keine schlimme Sache gewesen. Aber er hat getan, was Philosophen dies- und jenseits der Mattscheibe gerne tun, er hat verglichen, und sich dafür leider die falschen Objekte ausgesucht. Nun steht er reichlich blamiert und ziemlich gefühlskalt da, der Richard David Precht.

Einen Fall von eklatantem Objektversagen gilt es zu konstatieren. Zudem erkor Richard David Precht sich in halsbrecherischer Weise ein Tertium comparationis von bestenfalls zynischer Kraft. Er erklärte in seinem Haussender, dem Zweiten Deutschen Fernsehen, bei der Hinrichtung der „Charlie Hebdo“-Redaktion durch fanatisierte Muslime handele es sich um einen „Anschlag auf wenige Leute“. Aus höherer Warte, von der er habituell zu urteilen pflegt, aus Sicht der „digitalen Revolution“, sei „Big Data“ für „jeden einzelnen von uns“ ein weitaus „größerer Anschlag auf die Freiheit, als es der Angriff auf das World Trade Center war oder die Ermordung der Journalisten von ‚Charlie Hebdo‘.“ Man müsse schließlich bedenken, so Richard David Precht im ZDF, mit den Twin towers sei nicht die Freiheit angegriffen worden, sondern „die Hegemonie Amerikas“. Es war also gar kein „echter Anschlag auf die Freiheit“.

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3 Comments

  1. Bevor man sich auf Journaille Niveau über den Philosophen Precht‘ echauffiert, sollte man prüfen, „auf welchem („terroristischen“ 😉 ) Auge man besser sieht“ ? 😉 😉

    „Terrorismus ist (eben) der Krieg der Armen und Krieg ist der Terrorismus der Reichen“. Sir Peter Ustinov Quelle: Achtung! Vorurteile, 2003 😉 😉

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    1. Typisch religotische Dumpfbacke

      In Nordnigeria war die Millionen-Stadt Kano das Wirtschaftszentrum mit großem internationalem Flughafen. Ich habe vor 30 Jahren in der Provinz für Textilfabriken mit über 8000 Angestellete große Dieselkraftwerke gebaut

      Durch den ständigegen Boko Haram Terrorismus haben inzwischen alle großen Industriebetriebe der Geend geschlossen und die Produktion in die sichere Küstenregion 900 km südlich verlegt. Da im Norden Haussa leben und im Süden Ibo leben, kann die Belegschaft der Firma nicht mitkommen, die schneiden sich gegenseitig den Kopf ab

      Ein Kano Betrieb, der in der Sahelzone Wasserpumpen und Solaranlagen verkauft und installiert, berichtet er habe vor 8 Monaten den letzten Kunden gehabt – niemand hat noch Geld für Investitionen

      Folglich sorgt Terrorismus für industriellen Frieden, alle sind gleichermaßen arbeitsos, dumm, ungebildet und hungern im Elend. Die religiösen Mohammed Verkäufer zocken ab wie die Weltmeister

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