De Maizière nimmt seinen Scharia-Vergleich zurück

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Im Streit über die drastisch steigenden Zahlen beim Kirchenasyl will Innenminister Thomas de Maizière „verbal abrüsten“. In der Sache bleibt er allerdings hart. Die Kirchen sollen sich bewegen.


Von Manuel Bewarder, Karsten Kammholz, Martin Lutz|DIE WELT

m Streit über das Kirchenasyl geht Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf die Kirchen zu. „Den Scharia-Vergleich möchte ich zurücknehmen, auch wenn ich hier teilweise falsch verstanden wurde“, sagte der Minister der „Welt“. Er sei dafür, „verbal abzurüsten, wie es ein Kirchenvertreter formuliert hat“.

De Maizière hatte Anfang Februar im Deutschlandfunk vor einem Missbrauch des Kirchenasyls gewarnt und hinzugefügt, dass auch Muslime nicht argumentieren dürften, dass für sie die Scharia über deutschen Gesetzen stehe. Er erklärte nun, dass er das Kirchenasyl unter Bedingungen auch künftig akzeptieren will. Wenn man ein paar Einzelfälle hinnehme und den Kirchen vertraue, dass sie solche Fälle wieder in ein rechtliches Verfahren eingliedern, dann fände er das noch in Ordnung, sagte der Minister. „Unter diesen Bedingungen habe ich nicht die Absicht, das Kirchenasyl zu beenden“, stellte er klar.

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Verdeckte Kameras legalisiert

verdeckte Kamera.
Pressefreiheit: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erlaubt Einsatz versteckter Kameras im Interesse der Öffentlichkeit


Von Peter Nowak|TELEPOLIS

„Die verstecke Kamera kommt zurück“, titelt heute der Schweizer Tagesanzeiger. Gemeint ist damit allerdings nicht die TV-Satiresendung, in der Menschen in ungewöhnlichen Situationen ohne ihr Wissen gefilmt werden. Vielmehr sollen im Schweizer Fernsehen wieder journalistische Beiträge mit dem Namen Kassensturz gezeigt werden, bei denen zu Recherchezwecken mit versteckter Kamera gearbeitet wird. Die Sendung firmiert unter dem Label Verbraucherschutz. Allerdings hat dieses Format eine boulevardeske Komponente und dient vor allem der Unterhaltung und weniger der Aufklärung von Missständen. Es ist eine Art „Bild kämpft für Sie“ auf TV-Format.

In der Schweiz waren zwei Journalisten eines Kassensturz-Beitrags wegen der Verwendung einer versteckten Kamera verurteilt wurden. Sie hatten Treffen zwischen Versicherungsberatern und einer gespielt ahnungslosen Kundin heimlich gefilmt, um Falschberatungen der Versicherungsvertreter zu dokumentieren.

Gestern hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass die Arbeit der Journalisten rechtmäßig gewesen sei. Ihre Verurteilung der Journalisten verletzte nach Ansicht des Gerichts die Pressefreiheit .

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Katholiken wehren sich gegen Verleumdungs-Kampagne

DerverzweifelteJesusAn einer Verleumdungskampagne gegen „Kirche in Not“ und katholischen Journalisten ist neben der „üblichen Verdächtigen“ Christine Florin auch Ulrich Lota, der Pressesprecher von Bischof Overbeck, beteiligt. Protestaktion gegen Beitrag im BR


kath.net

Die christliche Initiative „Demo für alle“ wehrt sich gegen einen Verleumdungskampagne durch eine Sendung im Bayerischen Rundfunk (BR), an der neben der üblichen Verdächtigen Christine Florin auch die Theologin Sonja Angelika Strube und Ulrich Lota, der Pressesprecher von Bischof Overbeck, beteiligt ist.

Hedwig Freifrau von Beverfoerde, die Gründerin der „Initiative Familienschutz“ und CDU-Mitglied, übt auf der Website von „Demo für alle“ scharfe Kritik an dem Radiobeitrag von Veronika Wawatschek von der Redaktion Religion und Kirche des BR. In dem Beitrag werden prominente katholische Gruppierungen wie „Kirche in Not“ und auch katholische Journalisten wie Jürgen Liminski, Birgit Kelle, Matthias Matussek und Alexander Kissler durch den Dreck gezogen. In verleumderischer Manier wird suggeriert, dass diese „hart an der Grenze zum Rechtsradikalismus unterwegs sind“ (O-Ton der Sendung).

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Was hat der IS mit Flüchtlings-Schleusungen zu tun?

Der Islamische Staat will offenbar Schiffe entführen, um sie für Schleusungen zu nutzen© DPA
Der Islamischer Staat plant, Flüchtlinge für seine Zwecke zu missbrauchen. Das berichtet ein Ermittler der Bundespolizei dem stern. Warum Europas Grenzschützer so machtlos sind.


Von Joachim Rienhardt|stern.de

Das Piraten-Präventionsteam der Bundespolizei stieß bei Internet-Recherchen auf Informationen, wonach der Islamische Staat plant, das Elend der Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa flüchten, für ihre Zwecke zu nutzen. „Der IS hat Pläne, Schiffe zu entführen, um sie für Schleusungen zu nutzen und so die EU mit Migranten auf dem Seeweg zu überschwemmen“, sagt einer der Ermittler zum stern. In einer internen Mitteilung des „Direktionsbereich Bundespolizei See“ heißt es über die Erkenntnisse: „Es wird von Seiten des IS ebenfalls auf die einfache Einreise von IS-Kämpfern im Zuge des Migrationsstroms über das Mittelmeer hingewiesen und darauf, wie einfach es für Flüchtlinge sei, durch Checkpoints der Küstenwache in Städte zu gelangen.“

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»Gefährdungslage unverändert hoch«

Thomas de Maizière, dpa
Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Zentralratspräsident Josef Schuster trafen sich in Berlin


Jüdische Allgemeine

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den Juden in Deutschland bestätigt, dass die Sicherheitsbehörden jedem Hinweis auf eine Gefährdung der jüdischen Gemeinschaft mit größter Sorgfalt nachgehen. »Wir alle wünschen uns, dass Juden weiterhin gerne in Deutschland leben«, sagte der Minister bei einem Treffen mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, am Dienstag in Berlin. Beide bekräftigten: »Für Juden ist Deutschland ein sicheres Land.«

Hintergrund der Begegnung war die Sicherheitslage der Juden in Deutschland und Europa insbesondere nach den Anschlägen von Kopenhagen. Dabei war am 15. Februar auch ein jüdischer Wachmann vor der Hauptsynagoge getötet worden.

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Türkei: IS-Werber setzen Flüchtlinge unter Druck

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Angehörige eines ermordeten Exil-Tschetschenen machen daruf aufmerksam, dass das Opfer sich mit Islamisten angelegt hatte, die Kämpfer für den IS werben.


Von Wolfgang Pomrehn|TELEPOLIS

Auf Seiten des sogenannten Islamischen Staates (IS) kämpfen in Syrien nicht nur Europäer, sondern auch zahlreiche Kaukasier und Bürger der zentralasiatischen Republiken. Peter Lee, der regelmäßig auf Asia Times online über die dortige Region schreibt, berichtet auf seinem Blog „China Matters“, dass es bisher keine Hinweise auf Uiguren aus Chinas westlicher Unruhe-Provinz Xinjiang in den IS-Reihen gäbe. Allerdings befürchtet er, dass Exil-Uiguren in der Türkei für den IS angeworben werden könnten. Bisher sei aber lediglich von einem chinesischen Bürger, einem Hui, bekannt, dass er sich dem IS angeschlossen habe.

Die Huis bilden eine über ganz China verteilte moslemische Minderheit, die die gleiche Sprache wie die Mehrheitsgesellschaft spricht. Bei den Uiguren handelt es sich hingegen um eine turk-sprachige nationale Minderheit im Westen des Landes, die überwiegend dem Islam anhängt. Die türkische Führung versteht sich als Schutzmacht für die Turk-Völker Zentralasiens und bietet Exil-Uiguren einen sicheren Hafen.

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Wie der Aberglaube zum Terrorhelfer wird

Themenbild
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Zu den dunklen Seiten radikaler Islamisten gehört auch ihre Vorliebe für Dämonenglauben. Mit Esoterik und Teufelsaustreibung werden labile Jugendliche geködert. Der Fall Mustafa T.


Von Stefanie Heckel|Augsburger Allgemeine

Die Erlösung lässt sich in Plastikflaschen füllen, bereit für alle Anlässe. Wenn der böse Blick trifft, die Wohnung von Teufeln und Dämonen heimgesucht wird, ein Fluch auf der Familie lastet. Der Mann im Internetvideo zeigt, was dann zu tun ist: den Körper großzügig mit dem Wasser aus der Plastikflasche einreiben. Denn das Wasser ist „belesen“, mit Koransuren – Geistesheilung made in deutschen Islamistenkreisen. Ausgerechnet Fundamentalisten schwören auf Esoterik und alternative Medizin. Mitten in Deutschland betreiben sie ein radikales „Gesundheitswesen“, dessen Ausläufer bis in die Mitte der Gesellschaft reichen. Doch diese Spur führt in den Terror. Vom Allgäu über Nordrhein-Westfalen in die Türkei und bis in den Krieg: Wir zeichnen die Wege islamistischer Esoterik nach.

Dinslaken: Mustafa T. gehört zu einer Extremistengruppe

Der Mann im Video gilt Ermittlern als Schlüsselfigur – und mit ihm soll diese Geschichte auch beginnen. Er sieht unauffällig aus, wenn er darüber spricht, wie wohltuend Lavendel und Honig wirken können. In einem seiner Videos trägt er einen Ringelpullover, das Haar ist kurz geschnitten, der Bart gestutzt. Er ist 35, vermutlich verheiratet, und in seiner Heimatstadt Dinslaken im Ruhrgebiet saß er vor ein paar Jahren im Schulausschuss. Der Fußballklub listet ihn bis heute als Fan, auch an Universitäten hat er gesprochen – 2012 etwa an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Mustafa T. nennt sich „Seelsorger“, und wer mit ihm darüber reden will, bekommt über soziale Netzwerke schnell Auskunft, eloquent und verbindlich. Er habe nie auch nur einen Cent genommen, ihm gehe es ums Helfen, teilt er mit.
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Wegen Erdogan-Gedicht: Miss Türkei droht der Knast

erdogan-sultanWegen Verunglimpfung des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in einem auf Instagram veröffentlichte Gedicht drohen einer ehemaligen türkischen Schönheitskönigin bis zu zwei Jahre Haft. In dem Text ging es um Bestechung.


FOCUS ONLINE

Die Staatsanwaltschaft werfe dem Model Merve Büyüksarac vor, im vergangenen August ein beleidigendes Gedicht im Fotodienst „Instagram“ veröffentlicht zu haben, berichtete die Zeitung „Hürriyet“ am Mittwoch.

In dem im Internet zugänglichen Text mit dem Titel „Ustanin Siiri“ („Das Gedicht des Meisters“) geht es um Bestechung. Im Dezember 2013 war gegen Vertraute des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt worden. Unter Verdacht geriet auch Erdogans Sohn Bilal Erdogan, der in dem Gedicht namentlich erwähnt wird.

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AfD-Politikerin von Storch: Weniger Staat heißt mehr Familie – Bullshistic

Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Bild: Ziko van Dijk (CC BY SA 3.0)
Die EU-Abgeordnete Beatrix von Storch (AfD) bezieht im kath.net-Exklusivinterview Stellung zu aktuellen, teils hochumstrittenen Fragen unserer Gesellschaft.


Von Michael Hageböck|kath.net

Die EU-Abgeordnete Beatrix von Storch engagiert sich gegen Christenverfolgung, setzt sich für Familie und das Lebensrecht ein. Aber auch wirtschafts- und bildungspolitisch vertritt die Bürgerrechtlerin bemerkenswerte Standpunkte. Michael Hageböck interviewte die AfD-Politikerin exklusiv für kath.net.

kath.net: 2014 nahmen Sie am „Marsch für das Leben“ in Berlin teil. Haben Sie sich bereits davor für den Lebensschutz engagiert?

von Storch: Ich bin schon seit einigen Jahren bei dem Marsch für das Leben dabei und trete für den Lebensschutz ein. Als überzeugter Christ ist es mir ein Bedürfnis, mich gerade auch für die Schwächsten unserer Gesellschaft einzusetzen. Für diejenigen, die noch keine Stimme, aber genau so wie wir ein Recht auf Leben haben. 100.000 Abtreibungen im Jahr! Man könnte verrückt werden bei dem Gedanken, wie viele tolle, einzigartige Menschen nie das Licht der Welt erblicken durften.

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Scharia-Gericht verurteilt jungen Mann wegen Gotteslästerung zum Tode

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  • Ein junger Mann in Saudi-Arabien hat einen Koran zerrissen und mit einem Schuh auf das Buch eingeschlagen. Dafür soll er nun mit dem Tode bestraft werden.
  • Im vergangenen Jahr hatte das Königreich Atheismus als Straftatbestand in ein neues Terrorgesetz aufgenommen.
  • Die Strafe gegen den liberalen Blogger Badawi hingegen wird womöglich gestoppt.


Süddeutsche.de

Urteil wegen Beleidigung des Propheten

Weil er seinen muslimischen Glauben geleugnet haben soll, ist ein junger Mann von einem Scharia-Gericht zum Tode verurteilt worden. Wie die englischsprachige Zeitung Saudi Gazette berichtet, soll er Mitte 20 sein und den Propheten Mohammed sowie dessen Tochter Fatimah beleidigt haben. Außerdem zerriss er einen Koran und schlug mit einem Schuh auf das Buch ein. Ein Video von der Aktion stellte er online. Die Todesstrafe wird in Saudi-Arabien durch öffentliches Enthaupten vollzogen.

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„Perelandra-Trilogie“: Christlicher Blick ins Universum

Denkmal für C. S. Lewis von Ross Wilson in Belfast. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0
Mit der „Perelandra-Trilogie“ schuf der bekannte christliche Schriftsteller C.S. Lewis einen Gegenentwurf zur üblichen Science Fiction. Sein dramaturgischer Trick: er vertauschte einfach den Blickwinkel. Nicht die Außerirdischen sind die Bösen, sondern die Erde erscheint als der große Kampfplatz des Universums, wo Christen gegen „die böse Macht“ aufstehen müssen.


Von Gudrun Trausmuth|Die Tagespost

Erlebt der große christliche Autor C.S. Lewis (1898–1963) in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt dadurch, dass Hollywood seine Kinderbuchserie über das Land „Narnia“ entdeckt hat – eine Renaissance, so kann man, selbst bei fortgeschrittenen Lewis-Lesern eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf seine „Perelandra-Trilogie“ entdecken. Dies hängt oft damit zusammen, dass dieses Werk dem Genre „Science Fiction“ zugeordnet wird: Die Handlung spielt am Mars, auf der Venus und auf der Erde, reale wissenschaftliche Möglichkeiten werden mit Phantastischem vermengt, Entwicklungstendenzen der Entstehungszeit (1938–45) weitergesponnen. Wenn Science Fiction eine Assoziation mit seichten und stilistisch minderen Texten auslöst, so kann jedoch dem philosophisch ambitionierten Autor von literarischen Meisterwerken wie „Die große Scheidung“ (1945) oder den „Narnia-Chroniken“ (1950–1956) vertraut werden, dass sein Beitrag geeignet ist, einem legitimerweise skeptisch betrachteten Genre eine ganz neue qualitative Dimension hinzuzufügen.

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Töten legitim? Islam-Lehrer darf wieder unterrichten

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry)
Der Grazer Lehrer hatte nach den Attentaten in Paris vor Schülern gemeint, es sei in Ordnung, jemandem wehzutun, der Allah beleidige.


Die Presse

Jener Grazer Islam-Lehrer, der im Jänner nach umstrittenen Aussagen vom Dienst frei gestellt worden war, darf wieder unterrichten. Die Justiz hat die Ermittlungen eingestellt, da er die Worte – wenn überhaupt – lediglich vor ein paar Schülern geäußert hatte. Es fehle strafrechtlich schlichtweg an der nötigen Publizität. Seitens des Landesschulrats will man „ein Auge auf die Situation“ haben.

Der Lehrer an einer Neuen Mittelschule soll nach den Attentaten in Paris die Taten verteidigt haben. Demnach sei es in Ordnung, jemandem wehzutun, der Allah beleidige.

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Birgit Kelle: „Der Gender-Kaiser ist nackt“

Bereits mit ihrem Buch „Dann mach doch die Bluse zu” mischte sich Kelle in die Debatte über Sexismus ein Foto: adeo/Kerstin Pukall
In ihrem Buch „GenderGaga“ entlarvt Birgit Kelle Widersprüche in der Theorie des Gender Mainstreaming. Mit Biss und Ironie zeigt sie auf, wie die Deutschen umerzogen werden sollen.


Von Moritz Breckner|pro Medienmagazin

Birgit Kelle macht es einem Rezensenten nicht leicht: Sie bringt den allgegenwärtigen Gender-Wahnsinn anhand verblüffender Fakten so schlagfertig und entwaffnend auf den Punkt, dass es schwerfällt, Zitate für diesen Artikel auszuwählen. Am liebsten würde man das ganze 180-Seiten starke Buch veröffentlichen, hier und jetzt – so viele Pointen treffen den Nagel auf den Kopf.

Die katholische Journalistin Birgit Kelle ist in den vergangenen Jahren zu einer Galionsfigur der konservativen Publizistik geworden. In Talkshows machte sie sich gegen die Homo-Ehe stark, im Debattenmagazin The European stritt sie gegen die Frühsexualisierung von Kindern im Grundschulalter. „GenderGaga“ ist eine wütende, polemische und spöttische Abrechnung mit der „aberwitzigen Ideologie“ des Gender Mainstreaming, von dem Universitäten, Ministerien und sogar Kirchen längst durchdrungen sind. Das Konzept in Kürze: Menschen werden nicht als Männer oder Frauen geboren, sondern die Geschlechter werden ihnen vom sozialen Umfeld „anerzogen“. Die Allgegenwart von „Homo- und Transphobie“, Frauenunterdrückung und Heteronormativität muss aktiv bekämpft werden, bis von der Oma bis zum Grundschüler alle finden: Ein Mädchen im Körper eines Jungen mit drei Müttern und einem Vater als Eltern ist das normalste von der Welt. Das ist nicht irgendeine Spinnerei, sondern Politik in Europa.

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Neue „Charlie Hebdo“-Ausgabe: Le Pen hetzt Köter

Die neue „Charlie Hebdo“-Ausgabe vom 25. Februar dpa
Eineinhalb Monate nach dem Terroranschlag auf „Charlie Hebdo“ bringt das französische Satiremagazin eine neue Ausgabe. Das Heft erscheint mit 2,5 Millionen Exemplaren. Auch nach Deutschland wird geliefert.


FOCUS ONLINE

  • Neue Ausgabe sieben Wochen nach Terroranschlag
  • Geplant sind 2,5 Millionen Exemplare
  • 15.000 Hefte nach Deutschland geliefert

Das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ ist nach einer Pause von eineinhalb Monaten mit einer neuen Ausgabe wieder im Verkauf. Genau sieben Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion mit zwölf Toten lag das frisch gedruckte Heft am Mittwochmorgen an den Kiosken.

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Die Familiensynode und das ‚verschwundene‘ Buch

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Bischofssynode: Synodensekretär Kardinal Baldisseri dürfte für einen weiteren Skandal gesorgt haben. Er verhinderte, dass die Synodenteilnehmer ein Buch von fünf Kardinälen, in dem diese Kardinal Kasper geantwortet haben, zugestellt bekamen.


kath.net

Rund um vergangenen Familiensynode in Rom gab es im vergangenen Herbst nachweislich einen Vorfall, der für Kopfschütteln im Vatikan und darüber hinaus sorgt. Im Mittelpunkt der Kritik steht erneut Synodensekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri. Dieser soll laut einem Bericht des Journalisten und Vatikankenners Manfred Ferrari während der Synode verhindert haben, dass das im Herbst veröffentlichte Buch „In der Wahrheit Christi bleiben“(http://kath.net/news/47769), keine anderen Teilnehmer der Synode erreicht hat. In dem Buch antworten fünf Kardinäle – darunter Glaubenspräfekt Gerhard Kardinal Müller – auf den Vortrag von Walter Kardinal Kasper über Ehe und Kommunion in der katholischen Kirche.

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Polen: Polizei erwischt Priester und Chorjungen beim Kiffen

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Am Waldrand von Gleiwitz entdeckt die Polizei ein vernebeltes Auto. Darin kifft ein Priester mit zwei Jugendlichen. Der polnische Geistliche soll 2,4 Gramm Cannabis bei sich gehabt haben.


Süddeutsche.de

Die polnische Polizei hat einen jungen Priester und zwei Chorjungen beim Kiffen erwischt. Eine Patrouille habe am Montagabend zunächst das Auto des 26-jährigen Geistlichen am Waldrand nahe der südlichen Stadt Gleiwitz (Gliwice) entdeckt, erklärte die Polizei am Dienstag. „Als ich die Wagentür öffnete, stieg mir der Rauch entgegen und beim Einatmen wusste ich sofort, dass es sich um Cannabis handelte“, sagte ein Beamter der Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Der Priester und die beiden 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen wurden in Gewahrsam genommen.

Der Geistliche von der Gemeinde St. Bartholomeus hatte nach Polizeiangaben 2,4 Gramm Cannabis bei sich. Die Kirche wollte den Vorfall nicht kommentieren. „Alles, was wir momentan wissen, ist, dass der Priester in der Nacht nicht in seine Gemeinde zurückgekehrt ist“, sagte Pater Marcin Krolik der Zeitung. „Wir sind dabei, die Informationen über seine Festnahme zu überprüfen.“

Der neunte Mord in Kassel 2006 NSU: So nahe wie möglich an der Wahrheit

Die Drei-Täter-Theorie wird zunehmend unglaubwürdiger © MiG
Andreas Temme war nicht am “falschen Ort zur falschen Zeit”, sondern ein Verfassungsschutzmitarbeiter, der Täterwissen hatte und den Mord hätte verhindern können. Eine Zusammenfassung der “Kasseler Problematik” im Lichte der neuesten Erkenntnisse


Von Wolf Wetzel|MiGAZIN

In Kassel ereignete sich am 6. April 2006 der neunte Mord, der dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeordnet wird. Dieses Mal wurde der Besitzer des Internet-Cafés Halit Yozgat kaltblütig ermordet. Wie in den vorangegangenen Morden wurde “zufällig” auch dieser ins ausländische Milieu abgeschoben. Wieder aus Zufall wurde “nie Richtung Rechtsextremismus ermittelt”1. Ebenso zufällig wurden Täter im familiären und beruflichen Umfeld des Ermordeten gesucht.

Neben vielen Übereinstimmungen gibt es eine markante Besonderheit: Zur Tatzeit war der hessische Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme anwesend. Völlig zufällig, privat und ahnungslos, wie er seitdem beteuert: “Ich war tatsächlich, wie ich es immer wieder nur betonen kann, zur falschen Zeit am falschen Ort. Und es gibt keine Verbindung von mir zu diesen Taten und auch keine Verbindung, die irgendetwas mit meiner Arbeit zu tun gehabt hätte.2

Für diese abenteuerliche These bekommt er bis heute auffallend viel Unterstützung. Man schützt, protegiert, berät und deckt ihn, mit allen Mitteln: Die Vernehmung des Neonazis Benjamin Gärtners, der sich im NSU-Netzwerk bewegte und vom Verfassungsschutzmitarbeiter Temme als V-Mann geführt wurde, wurde auf Anweisung des damaligen Innenministers Volker Bouffier verhindert. Der Geheimdienstbeauftragte des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV) in Hessen Herr Hess hatte den in Bedrängnis geratenen Andreas Temme geraten, “so nahe wie möglich an der Wahrheit” zu bleiben. Auch von seinem Chef, Direktor des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen, Lutz Irrgang bekommt er deutliche Warnhinweise: “Es gehe um die ‘Kasseler Problematik’ und in dieser Problematik ‘sitzt du ja ein bisschen drin, ne?’”3

Es geht um viel mehr als um einen Verfassungsschutzmitarbeiter. Wie viele sind also in diese “Kasseler Problematik” involviert? Und wenn Andreas Temme “ein bischen” in der Sache drinhängt, stellt sich die Frage: Wer und wie viele stecken in dem großen Rest?

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Yoga, Gurus & Co.: Die neue deutsche Art der Sinnsuche

Zwischen Shiva, Yoga und Madonna – die Glaubensformen in Deutschland werden immer vielfältiger Foto: Getty Images, Infografik Die Welt
In Deutschland ist Spiritualität vielfältiger denn je: Evangelikaler Glauben gehört ebenso dazu wie Astralreligion und Schamamismus. Die Amtskirchen hinken der Entwicklung hilflos hinterher.


Von Susanne Gaschke|DIE WELT

Auf der Messe „Spiritualität & Heilen 2015“ im Logenhaus der Freimaurer in Berlin-Wilmersdorf. „Das Denken“, sagt der sportliche Heiler mit dem Pferdeschwanz, „ist das größte Handicap beim feinstofflichen Sehen.“ 70 Menschen hören ihm zu, in unterschiedlichen Stimmungen, manche hingerissen, andere skeptisch, während er über den Konformismus spricht, zu dem unsere Umwelt uns zwinge. Über die „Aura“, das „Energiefeld“, dem er ansehe, was sein Träger in vergangenen Leben erlitten hat. Er, der Heiler, könne Frequenzen in dieses Energiefeld einspielen, die Störungen, zum Beispiel Schmerzen, beheben. Das gehe auch über Hunderte von Kilometern Entfernung. Und das könne man übrigens in seinen Seminaren lernen. „Das kannst du auch.“

Sonntagmorgen, elf Uhr im Kino „Babylon“, Berlin-Mitte: Gottesdienst von und mit Freikirchlern sowie evangelischen Kirchenmitgliedern. Französische Chansons von „B&B Musique“. Das gemeinsame Lied „Gott ist gegenwärtig“ von Gerhard Tersteegen (1697 bis 1769), professionell instrumental unterstützt. Rund 200 überwiegend junge, hübsche Menschen, laut Statistik der Veranstalter mehrheitlich Singles und Kinderlose, nach Anschauung auch viele junge Familien, lauschen der Predigt einer langhaarigen Blondine.

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„Wer nicht impft, handelt verantwortungslos

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Nach den Masern-Ausbrüchen in Berlin ist die Debatte über eine Impfpflicht neu entflammt. Gab es schon einmal eine Pflicht? Was spricht dafür? Was dagegen?


Von Andrea Hentschel|stern.de

Nach Masernausbrüchen in Deutschland wird erneut über eine Impfpflicht diskutiert. Die Debatte ist nicht neu und schwappte in der Vergangenheit immer mal wieder hoch – zuletzt im Sommer 2013. Den Befürwortern der Impfpflicht stehen diejenigen gegenüber, die stattdessen eine bessere Aufklärung zum Thema Impfen fordern.

Wie sind die aktuellen Regelungen?

In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Impfungen werden von den obersten Gesundheitsbehörden öffentlich empfohlen. Dies basiert in der Regel auf Grundlage von Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko). Jeder Bürger entscheidet also frei über eine Impfung.

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Personen-Kult um Dodo Käßmann

Margot-KässmannWer trotz offensichtlicher Verfehlungen an seinem Amt klebt, dem wird häufig die Gradlinigkeit Margot Käßmanns bei ihrem Rücktritt im Februar 2010 als Spiegel vorgehalten. Die Theologin ist weiter prominent und populär.


Von Karsten Frerich|evangelisch.de

Am Ende ihrer nicht einmal vierminütigen Erklärung nickt Margot Käßmann energisch. Trotz müder Augen ist in ihrem Gesicht Erleichterung zu erkennen. Am 24. Februar 2010 scheint die Karriere der populären Theologin mit den kurzen schwarzen Haaren beendet. Im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sie soeben ihren Rücktritt als EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin erklärt.

Vier Tage zuvor hatte sie unter Alkoholeinfluss am Steuer ihres Dienstwagens eine rote Ampel überfahren. Der Fall wurde öffentlich – und die Glaubwürdigkeit der obersten Repräsentantin der deutschen Protestanten stand infrage. „Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so, wie ich sie hatte“, schlussfolgerte Käßmann.

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