Der Kampf der Christen gegen den IS

Bild: (c) REUTERS (STRINGER)
Im Nordosten des Landes haben die IS-Extremisten hunderte Christen verschleppt. Doch die assyrischen Christen der Region leisten in eigenen Kampfgruppen Widerstand.


Von Wieland Schneider|Die Presse

Das ganze Ausmaß der Katastrophe wurde erst nach und nach klar. Zunächst hieß es, etwa 90 Christen aus Nordsyrien seien von den Extremisten des sogenannten Islamischen Staates (IS) verschleppt worden. Am Donnerstag sprach dann Ablahd Kourieh, politischer Vertreter der assyrischen Christen, sogar von 350 bis 400 entführten Personen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters verlangte Kourieh Luftangriffe der von den USA geführten Anti-IS-Koalition, um den Vormarsch der Jihadisten zu stoppen. Am Donnerstagnachmittag stiegen dann die ersten Kampfflugzeuge auf, um in der Region Stellungen des IS zu bombardieren.

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Union: Imame sollten auf Deutsch in Moscheen predigen

KoranDies könne zur Vertrauensbildung in der Mehrheitsgesellschaft beitragen, erklärte der religionspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung.


kath.net

Das Predigen auf Deutsch sollte aus Sicht der Union Alltag in den Moscheen der Republik werden. Dies könne zur Vertrauensbildung in der Mehrheitsgesellschaft beitragen, erklärte der religionspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), am Mittwoch in Berlin. Viele in Deutschland lebende Muslime der dritten Generation sprächen die ursprüngliche Gebetssprache ohnehin nicht mehr richtig, weshalb deutsche Predigten auch ihnen zugute kämen.

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Kauder: „Islam nicht pauschal verteufeln“

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat beim Kongress christlicher Führungskräfte dazu aufgerufen, den Islam nicht pauschal zu verurteilen. Dennoch wehrte er sich gegen die Aussage, der Terror habe nichts mit dem Islam zu tun.


pro Medienmagazin

Kauder sprach vor den Kongressteilnehmern über das Verhältnis von Islam und Terror. „Der Satz, Terroristen haben mit dem Islam überhaupt nichts zu tun, ist schlichtweg falsch“, erklärt er. Ihm liege es fern, alle Muslime in die Nähe von Terroristen zu rücken. „Aber es lässt sich nicht leugnen, dass aus den Grundlagen des Islams solche hirnrissigen Ideen kommen, die Menschen zu Terroristen machen können.“ Kauder warnte aber auch davor, den Islam pauschal zu verteufeln. Wer nicht wolle, dass der eigene Glaube unterdrückt werde, müsse auch anderen Religionsfreiheit zugestehen. Dennoch gelte: „In unserem Land schreibt nicht der Prophet die Gesetze, sondern der Bundestag.“

Die brutalen Aktivitäten des Islamischen Staates führten dazu, dass sich die islamische Welt mehr und mehr Gedanken über die eigene Theologie mache. Bis zu einem aufklärerischen Umgang mit den eigenen Quellen habe der Islam aber noch einen weiten Weg vor sich. Dennoch liege in den neuesten Entwicklungen eine Chance. „Der Weg ist noch weit, aber es lohnt sich, ihn zu gehen“, sagte Kauder.

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Deutsche Bischöfe: „Islamischer Staat“ muss gestoppt werden

Logo Deutsche Bischofskonferenz
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Ende der Bischofskonferenz-Vollversammlung: Kardinal Marx lobt Merkel-Einsatz für Frieden in der Ukraine – Profilschärfung bei Caritas und Schulen, Bilanzoffenlegen aller Diözesen 2016


kathweb

Die katholischen Bischöfe Deutschlands haben ihre Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft zu einem energischen Eingreifen gegen den Terror des „Islamischen Staates“ (IS) aufgeordert. Verhandlungen mit der Gruppe seien „offenbar sinnlos“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Hildesheim.

Die Entwicklung nehme „dramatische Formen“ an, sagte Marx mit Blick auf die Ermordung von 21 koptisch-orthodoxen Christen aus Ägypten durch IS-Sympathisanten in Libyen und die Entführung von mutmaßlich mehr als 250 Christen im Norden Syriens. Die vom IS ausgegebenen Parolen im Stile von „Wir erobern Rom“ nannte Marx „erschreckend“. Die Kirche könne die Politik nur „ermutigen, ja auffordern“, dem Treiben der Terroristen ein Ende zu setzen.

Besorgt äußerten sich die Bischöfe zur humanitären Lage im Gazastreifen nach den jüngsten bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach menschlichem Ermessen seien Israelis und Palästinenser von einem echten Frieden derzeit „weiter entfernt denn je“, hieß es in der abschließenden Mitteilung. Die „gewalttätigen Strategie“ der radikalislamischen Hamas müsse ebenso ein Ende finden wie „die Arrondierung des international nicht anerkannten Grenzverlaufs zwischen Israel und dem Westjordanland“ und der fortgesetzte israelische Siedlungsbau.

Würdigung für Merkels Ukraine-Einsatz

In Hinblick auf den Ukraine-Konflikt würdigte Marx das Engagement von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) für den Frieden. Das Wichtigste in der dramatischen Lage in der Ostukraine sei es, dass die Waffen schweigen. Dazu habe die Kanzlerin mit ihrem beachtlichen persönlichen Engagement beigetragen.

Marx betonte, er sei persönlich zutiefst erschüttert darüber, dass 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg der Krieg nach Europa zurückgekehrt sei. Die Bischöfe lehnten jede gewaltsame Veränderung der Grenzen ab, die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und die Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten der Ukraine seien klar zu verurteilen.

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Schweiz: Wenn sich die Oberhirten der Debatte verweigern

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
In der katholischen Kirche tobt ein Richtungsstreit zwischen Reformern und Konservativen. In der Öffentlichkeit darüber zu diskutieren, fällt vor allem den progressiven Bischöfen schwer.


Von Simon Hehli|Neue Zürcher Zeitung

Auf dem Stuhl hätte der Churer Bischof Vitus Huonder sitzen können. Oder sein Stellvertreter Martin Grichting. Oder ihr Mediensprecher Giuseppe Gracia. Oder Markus Büchel, Präsident der Bischofskonferenz (SBK). Doch der Stuhl im SRF-Fernsehstudio blieb leer. Die offiziellen Vertreter des Schweizer Katholizismus weigerten sich, ihre Sicht zur Debatte über den Umgang ihrer Kirche mit Homosexuellen einzubringen. So herrschte im «Club» am Dienstagabend ungetrübte Einigkeit: Der Pfarrer von Bürglen, Wendelin Bucheli, habe das einzig Richtige getan.

Die Gesprächsverweigerung provozierte nicht nur in der Gesprächsrunde und bei Moderatorin Karin Frei selber Kritik. Auch der leitende Redaktor des katholischen Medienzentrums, Martin Spilker, nimmt die Bischöfe in einem Kommentar ins Gebet. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, zu einer aktuellen Frage ihre Haltung darzulegen, schreibt er. «Wer sich der Auseinandersetzung aber gar nicht stellt, mit dem kann man leider nicht ins Gespräch kommen.»

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Brief an den Impf-Skeptiker: Du bist nicht alternativ oder modern, sondern dumm

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain - USGov)
Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)
Man kann der modernen Medizin skeptisch gegenüberstehen und ihre Möglichkeiten zurückweisen. Das sollte man aber nicht für Menschen tun, die einem anvertraut sind. Oder lassen Sie Ihr Kind etwa ohne Helm Radfahren?
  • Hysterie überlagert Fürsorge.
  • Ablehnung nicht wissenschaftlich begründet.
  • Impfungen für alle statt einer Impfpflicht.


Von Martina Fietz|FOCUS ONLINE

Lieber Impf-Skeptiker,

Du bist gerade Mutter oder Vater geworden, lebst also in einer Zeit zwischen Glück und Erschöpfung. Oder Deine Kinder sind schon älter und Du kennst bereits das Auf und Ab zwischen dem normalen Alltags-Wahnsinn und dem Ausnahmezustand bei Schnupfen, Fieber und Bauchweh. Egal, ob Du Dich entscheiden musst, ein Baby zu impfen oder ein Kleinkind: Lasst Dich nicht verunsichern von notorischen Fortschrittsverweigerern. Impfschutz ist wichtig. Impfschutz ist richtig.

Wir erleben doch gerade, dass angeblich ungefährliche Kinderkrankheiten wie Masern todbringend sein können. Wer will das für seine Tochter oder seinen Sohn? Wir leben in einer hoch entwickelten Gesellschaft mit modernster Medizin. Warum sollten wir denen, die uns am meisten am Herzen liegen, nicht allen Schutz bieten, den sie bekommen können?

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Neuköllns Bezirksverordnete fordern ein Verbot des Trägervereins der Al-Nur-Moschee

Al-Nur-Moschee, Haberstraße in Berlin-Neukölln. Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA 4.0/jacobbraeutigam
Nach einer hitzigen Debatte haben die Verordneten der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit für einen Antrag der CDU gestimmt, in dem das Bezirksamt aufgefordert wird, sich „bei den zuständigen Stellen“ dafür einzusetzen, den Verein Islamische Gemeinschaft Berlin zu verbieten. Ein solches Verbot kann nur die Senatsinnenverwaltung erlassen, sofern sich die Arbeit des Vereins auf Berlin beschränkt. Parallel dazu fordert die Bezirksverordnetenversammlung, dass dem Verein seine Gemeinnützigkeit aberkannt wird. Dafür sind die Finanzämter zuständig.


Von Hans H. Nibbrig|Berliner Morgenspost

CDU-Fraktionschef Gerrit Kringel sagte, die Hürden für ein Vereinsverbot seien hoch. Mit der Aberkennung der Gemeinnützigkeit wäre „aber wenigstens ein erster Schritt gemacht“. Kringel schätzt die Erfolgsaussichten eines Verbotsverfahren als gut ein. In der Vergangenheit habe es wiederholt Vorfälle gegeben, die zeigten „bis hierhin und nicht weiter“, so Kringel. Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) hatte jedoch Anfang Februar auf die Schwierigkeiten eines Vereinsverbots, aber gleichzeitig auf eine erneute Prüfung verwiesen.

Neben der CDU-Fraktion stimmte auch die SPD für den Antrag, lediglich aus den Reihen der Grünen gab es einige Gegenstimmen. Unabhängig von dem Abstimmungsergebnis hat die Senatsinnenverwaltung allerdings schon mit einer Prüfung eines Verbots für den Trägerverein begonnen. Das sagte ein Sprecher der Berliner Morgenpost.

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Antisemitismus in Deutschland: Zentralrat der Juden rät vom Tragen der Kippa ab

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Ist es in Vierteln mit vielen muslimischen Einwohnern gefährlich, sich eindeutig als Jude zu zeigen? Der Präsident des Zentralrats der Juden findet ja – und rät vom Tragen der traditionellen Kopfbedeckung ab.


SpON

Der Präsident des Zentralrats der Juden warnt vor dem Tragen der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung in „Problemvierteln“: Juden sollten sich zwar nicht aus Angst verstecken, sagte Josef Schuster im Inforadio des rbb. Die meisten jüdischen Einrichtungen seien zudem gut gesichert. Die Frage sei aber, „ob es tatsächlich sinnvoll ist, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil, als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben.“

Schuster legte jüdischen Gläubigen für solche Fälle nahe, „eine andere Kopfbedeckung“ zu erwägen. Es sei eine Entwicklung, die er so vor fünf Jahren nicht erwartet habe – und die auch ein wenig erschreckend sei, so Schuster.

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Buxtehude: Protest gegen Storch-Besuch geplant

Beatrix von Storch kämpft im Europaparlament gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben. Bild: QUEER.DE
Die SPD-Jugendorganisation Jusos hat für den 26. März im niedersächsischen Buxtehude eine Kundgebung angemeldet, um gegen den Besuch der homophoben AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch zu demonstrieren. Die Protest-Aktion soll unweit des Kulturforums stattfinden, in dem Storch bei einer AfD-Veranstaltung über ihre Arbeit im EU-Parlament sprechen soll.


QUEER.DE

„Von Storch wird dem rechtskonservativen Flügel der Partei zugeordnet und agitiert gegen die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen“, begründete Arne Zillmer die Demonstration, die er im Namen der Jusos im Landkreis Stade angemeldet hat. „Wir wollen ihr und der AfD klarmachen, dass für ihr rückständiges Weltbild kein Platz in Buxtehude ist und rufen deshalb zu einer Kundgebung gegen Rassismus, Homophobie und die AfD auf“, so Zillmer weiter. Weitere Gruppen aus der schwul-lesbischen Szene und dem antifaschistischen Spektrum hätten bereits ihre Unterstützung angekündigt.

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Türkei sieht Islamgesetz als „gewaltigen Fehler“

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Österreich beendet auch Schulungsprogramm für türkische Imame


Von Markus Bernath|derStandard.at

Acht Imame stehen im Salon der österreichischen Botschaft, und der Hausherr sagt einen schönen Satz: „Als Religionsbeauftragte haben Sie eine besondere Brückenfunktion zwischen Ihren Gemeinden und der österreichischen Gesellschaft, zwischen der Türkei und Österreich.“

Das mit der Brücke, die Klaus Wölfer, der Botschafter in Ankara, beschwor, stimmt nun so nicht mehr. Ziehbrücke wäre jetzt wohl treffender. Mit dem Islamgesetz hat das Außenministerium in Wien auch gleich die jährlichen „Imamschulungen“ für beendet erklärt, mit denen muslimische Religionsbeauftragte aus der Türkei für ihren Einsatz in Österreich vorbereitet wurden – zwei Tage Rechts- und Landeskunde in Ankara, eine weitere Woche in Wien, nach der Ankunft in Österreich.

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Deutschlandradio erklärt den Koran

Radio © Fod Tzellos @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Ab März sollen Islamwissenschaftler im Deutschlandradio den Koran erklären. In kurzen Beiträgen sollen immer Freitags Verse aus dem Buch erläutert werden. Ziel sei es, Wissen und Fakten über den Islam zu vermitteln.


MiGAZIN

Das Deutschlandradio lässt Islamwissenschaftler den Koran erklären. Die Sendung Koran erklärt starte am 6. März im Deutschlandfunk, sagte Sendersprecher Tobias Franke-Polz am Freitag dem Evangelischen Pressedienst. In den vier- bis fünfminütigen Beiträgen werde immer freitags im Anschluss an die Sendung Tag für Tag ab 9.55 Uhr ein Vers aus dem Koran im Mittelpunkt stehen und von Experten erläutert.

Die Reihe werde seit mehr als einem Jahr vorbereitet, sagte der Intendant des Deutschlandradios, Wili Steul, in einem Interview im Deutschlandfunk. Die renommierten muslimischen Koran-Experten würden jeweils einen Koranvers interpretieren. Mit der Sendung wolle der Deutschlandfunk dazu beitragen, Wissen und Fakten zu vermitteln, “damit Menschen sich ein begründetes Urteil bilden können”. Es gehe um Aufklärung.

ZDFinfo berichtet seit 2007 in der Sendung Forum am Freitag über muslimisches Leben in Deutschland. Bei SWRinfo geben in der monatlichen Hörfunksendung Islam in Deutschland Muslime Einblicke in ihre Religion.

Gigant des jungen Kosmos entdeckt

Ein Quasar – das durch ein aktives, supermassereiches Schwarzes Loch hell leuchtende Zentrum einer Galaxie © ESO / Kornmesser
Astronomen haben das größte Schwarze Loch und die hellste Strahlenquelle des frühen Universums entdeckt. Der Quasar leuchtet 420 Billionen Mal so hell wie die Sonne, sein Schwarzes Loch dieses Quasars ist 4.000 Mal massereicher als das in unserer Milchstraße. Wie so massereiche Objekte relativ kurz nach dem Urknall entstehen konnten, ist bisher unklar, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.


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Quasare – quasistellare Objekte – sind aktive Galaxien, in deren Zentrum ein supermassereiches Schwarze Loch Materie verschluckt und dabei enorme Mengen Strahlung aussendet. Dass es solche kosmischen Leuchtbarken schon im frühen Universum gab, belegen die rund 40 bisher entdeckten sehr alten Quasare. Durch die Ausdehnung des Universums hat ihr Licht eine Rotverschiebung von mehr als 6, sie liegen mehr als 12 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt.

Um noch mehr solcher Quasare zu finden, haben Xue-Bing Wu von der Universität Peking und seine Kollegen Daten des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) und des WISE-Satelliten der NASA mit Hilfe neuer Auswertungsmethoden durchsucht.

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Sterbehilfe: Pfäffische Bevormundung und katholische Arroganz

Bild: letzte-hilfe.de
Bild: letzte-hilfe.de
Paderborner Erzbischof Becker widmet seinen Fastenhirtenbrief 2015 der christlichen Ablehnung der aktiven Lebensbeendigung


kath.net

„Menschenwürde vom frühestmöglichen Zeitpunkt bis zum letzten Ende des menschlichen Lebens heißt: würdig der unbedingten Liebe Gottes und würdig der Liebe von Menschen zu sein.“ In seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit 2015 mit dem Thema „Sterbehilfe zwischen Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung“ betont Erzbischof Hans-Josef Becker, dass sich aus christlicher Sicht eine direkte und aktive Beendigung des Lebens verbiete.

Liebe Schwestern und Brüder!
In den letzten Monaten ist in unserem Land verstärkt über eine gesetzliche Neuregelung von Euthanasie und Sterbehilfe diskutiert worden. Diese Diskussion wird uns auch in der kommenden Zeit noch begleiten – schon angesichts der demografischen und medizinischen Entwicklung.

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Wird die lebenslange Freiheitsstrafe bald abgeschafft?

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Die lebenslange Freiheitsstrafe in Deutschland ist meist auf einige Jahre begrenzt. Im Gegensatz zu den USA greift sie nicht zwingend bis zum Tod. Ein Bundesrichter fordert nun die Abschaffung. Er rügte die Prozesse als „symbolische Veranstaltung“.


FOCUS ONLINE

Bundesrichter Thomas Fischer fordert die Abschaffung der lebenslangen Freiheitsstrafe. Diese sei eine verfassungswidrige Idee aus der Vergangenheit und reine Symbolik, schreibt der Strafrichter am Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in einem Beitrag für „Zeit Online“. „Wir sollten uns von ihr verabschieden.“

Derzeit verbüßten zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte Täter ungefähr 19,5 Jahre Haft, schreibt der Vorsitzende Richter des zweiten BGH-Strafsenats. „Die lebenslange Freiheitsstrafe ist bei uns nämlich vor allem eine symbolische Veranstaltung.“ Politiker trauten sich aber nicht, das zuzugeben.

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„Die CSU ist eine Ansammlung von geilen, alten und frustrierten Männern“

CSU-Logo Wildbad Kreuth
CSU-Logo Wildbad Kreuth
Lüsterne Blicke, Sex-Offerten und Mobbing: Eine ehemalige CSU-Pressereferentin behauptet, jahrelang von Mitarbeitern der Parteizentrale belästigt worden zu sein. Dort zeigt man sich verblüfft.


Von Inga Catharina Thomas|DIE WELT

Blond, attraktiv, intelligent: Fünf Jahre lang hat Politikwissenschaftlerin Mareike Daum in der CSU-Parteizentrale in München gearbeitet. Doch statt Karriere gab es Mobbing, statt Aufstiegschancen Sex-Angebote. Das zumindest behauptet die 33-Jährige in der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch. Sie sagt: „Ich wurde gemobbt, weil ich zu sexy bin.“

Es sei ein unangenehmes Arbeitsklima gewesen, schildert Daum: „Als attraktive Blondine erntete ich von den meisten Männern in der CSU-Parteizentrale nur einen Cocktail aus lüsternen Blicken und Diskriminierung.“ Und: „Die Partei ist eine Ansammlung von geilen, alten und frustrierten Männern. Sie machten mir das Leben zur Hölle.“

Besonders aufdringlich sei der Mitarbeiter eines hohen Politikers gewesen: „Er wollte mir an die Wäsche.“ Und das, obgleich sie mit einem Technologiemanager verheiratet ist.

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Kirchenasyl: Bischöfe greifen Regierung scharf an

Seit drei Jahren sind Sarah und Amir (Namen geändert) auf der Flucht. Im evangelischen Weigle-Haus in Essen hat das iranische Paar Kirchenasyl gefunden. Foto: epd
Im Streit über das Kirchenasyl greift die katholische Kirche das Bundesinnenministerium scharf an. Der Konflikt mit den Kirchen werde auf dem Rücken von Flüchtlingen ausgetragen, so der Vorwurf.


Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Der für Migrationsfragen zuständige Bischof Norbert Trelle (Hildesheim) verteidigte das Kirchenasyl zugleich vehement gegen die Kritik insbesondere von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Anders als unterstellt, „beansprucht das Kirchenasyl keinerlei Sonderrecht gegenüber dem Staat“, sondern „dient dem Rechtsfrieden“.

Überlegungen des Ministeriums, die Aufenthaltsfrist von Asylbewerbern so zu verändern, dass diese noch nach anderthalb Jahren in ein anderes EU-Land abgeschoben werden könnten, verfolgten eindeutig den Zweck, Kirchenasyl zu erschweren oder unmöglich zu machen, sagte Trelle. Wenn der Aufenthalt von Flüchtlingen in Räumen der Kirche bis zu 18 Monaten dauerte, hätte das „fast das Ende des normalen Gemeindelebens“ zur Folge.

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Kampf gegen den Extremismus“Da wird mir noch zu viel geredet“

An eine der Hauswände in Vorra ist ein Hakenkreuz geschmiert worden. (Daniel Karmann, picture-alliance/dpa)
Rechtsradikale oder Islamisten – für viele Extremisten ist Gewalt kein Tabu. Die Bundesregierung will mit einem neuen Programm gegensteuern. Nach Ansicht des Extremismusforschers Dirk Borstel sollte man dabei die Betroffenen möglichst konkret ansprechen.


Dirk Borstel im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke|Deutschlandradio Kultur

Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Islamismus, Salafismus – es gibt eine ganze Reihe von -ismen, die leider oft auch mit Gewalt gegen andere Menschen verbunden sind. Mit dem Programm „Demokratie leben“ will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) der Gewaltbereitschaft nun entgegen treten und Anti-Gewalt-Initiativen mit entsprechenden Geldern unterstützen.

Dirk Borstel, Extremismusforscher von der Fachhochschule Dortmund, hält ein solches Programm für sinnvoll, weil viele Initiativen sonst überhaupt kein Geld hätten: „Bis ins Jahr 2000 hinein haben auch wirklich gute Initiativen um jeden Pfennig, um jede D-Mark damals noch kämpfen müssen. Von daher sind diese Programme für mich schon unerlässlich“, sagte Borstel am Mittwoch Deutschlandradio Kultur. In den 90er Jahren habe es beim Bund und in den Ländern, bis auf Brandenburg, fast keine Projekte gegeben, die die Zivilgesellschaft gefördert haben. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass zentrale Themenstellungen wie „Demokratieschutz“ eine „gesellschaftliche und politische Daueraufgabe“ seien, führte der Extremismusexperte weiter aus.

Demokratieschutz – ein weites Feld

Dass es heute eine solche Vielfalt unterschiedlicher Initiativen gebe, so Borstel, sei politischen Programmen zu verdanken, wie es jetzt wieder von der SPD auf den Weg gebracht werden soll. Ob Rassismus, Antisemitismus oder die Ablehnung von Homosexualität – das Feld sei weit gesteckt:

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Schweden: Von Negerfinken und Lappenmeisen

Hottentottenente. Bild: Guérin Nicolas/CC-BY-3.0
Der schwedische Orinthologieverein hatte sich sieben Jahre lang die Mühe gemacht, allen Vögeln der Welt, das heißt 10.709 Arten, schwedische Namen zu geben oder deren Namen zu überdenken. Teils wurden neue Namen kreiert, alte verändert.


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

Einige alte Bezeichnungen kamen auf den politischen Prüfstand. Rassistisch klingende Namen wurden aussortiert. So kam „Negerfink“ auf den Index, die „Hottentottenente“, die auf Deutsch ebenso heißt, wurde aus dem Sprachgebrauch gebannt, ebenso erging es dem südamerikanischen „Zigeunervogel“, der nun den indianischen Namen „Hoatzin“ bekam, und dem „Kaffernsegler“, der nun zum „Weißbürzelsegler“ getauft wurde.

„In Südafrika ist das Wort Kaffer verboten, da es dort als Hetze gegen eine Volksgruppe interpretiert wird“, erklärt Erling Jyler, Chef des Taxonomie-Ausschusses.

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Wir wollen keine Imame, die Angestellte anderer Regierungen sind und hier in Österreich predigen“

der österreichische Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz© Sven Hoppe/DPA
Die große Koalition in Österreich wünscht sich einen „Islam österreichischer Prägung“. Dazu verabschiedete das Parlament in Wien nun ein neues Islamgesetz. Von vielen Seiten hagelt es Kritik.


stern.de

Österreich hat die Finanzierung muslimischer Vereine und Moscheen aus dem Ausland verboten. Mit der Regierungsmehrheit von Sozialdemokraten und Konservativen beschloss das Parlament in Wien eine Neufassung des Islamgesetzes von 1912. Es soll künftig muslimisches Leben im Land umfassend regeln. Islamverbände und Opposition kritisierten den Entwurf. Die rechte FPÖ kritisierte das Gesetz. Der Islam gehöre weder historisch noch kulturell zu Österreich, sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

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Bischof: Türkei hindert Christen an Flucht vor IS

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Der syrisch-katholische Erzbischof erhebt nach der Entführung assyrischer Christen durch die Jihadisten-Miliz schwere Vorwürfe gegen Ankara.


Die Presse

Nach der Entführung von nach jüngsten Angaben fast 270 assyrischen Christen durch die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo der Türkei vorgeworfen, Christen an der Flucht über die Grenze zu hindern. Jeden Tag müssten Familien per Flugzeug aus Damaskus fliehen, weil ihnen andere Wege abgeschnitten seien, so der Erzbischof von Hassaka-Nisibi am Mittwoch.

Gleichzeitig aber lasse die Türkei „Lastwagen, Kämpfer des IS, gestohlenes Öl aus Syrien, Weizen und Baumwolle durch“, kritisierte er gegenüber dem Sender Radio Vatikan. Der Erzbischof forderte zudem das Rote Kreuz auf, seinem islamischen Pendant Roter Halbmond kein Geld mehr zur Verfügung zu stellen. Dieser gebe nichts von der Unterstützung an die Christen weiter, sagte er.

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