Kampf gegen den Extremismus“Da wird mir noch zu viel geredet“


An eine der Hauswände in Vorra ist ein Hakenkreuz geschmiert worden. (Daniel Karmann, picture-alliance/dpa)
Rechtsradikale oder Islamisten – für viele Extremisten ist Gewalt kein Tabu. Die Bundesregierung will mit einem neuen Programm gegensteuern. Nach Ansicht des Extremismusforschers Dirk Borstel sollte man dabei die Betroffenen möglichst konkret ansprechen.


Dirk Borstel im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke|Deutschlandradio Kultur

Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Islamismus, Salafismus – es gibt eine ganze Reihe von -ismen, die leider oft auch mit Gewalt gegen andere Menschen verbunden sind. Mit dem Programm „Demokratie leben“ will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) der Gewaltbereitschaft nun entgegen treten und Anti-Gewalt-Initiativen mit entsprechenden Geldern unterstützen.

Dirk Borstel, Extremismusforscher von der Fachhochschule Dortmund, hält ein solches Programm für sinnvoll, weil viele Initiativen sonst überhaupt kein Geld hätten: „Bis ins Jahr 2000 hinein haben auch wirklich gute Initiativen um jeden Pfennig, um jede D-Mark damals noch kämpfen müssen. Von daher sind diese Programme für mich schon unerlässlich“, sagte Borstel am Mittwoch Deutschlandradio Kultur. In den 90er Jahren habe es beim Bund und in den Ländern, bis auf Brandenburg, fast keine Projekte gegeben, die die Zivilgesellschaft gefördert haben. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass zentrale Themenstellungen wie „Demokratieschutz“ eine „gesellschaftliche und politische Daueraufgabe“ seien, führte der Extremismusexperte weiter aus.

Demokratieschutz – ein weites Feld

Dass es heute eine solche Vielfalt unterschiedlicher Initiativen gebe, so Borstel, sei politischen Programmen zu verdanken, wie es jetzt wieder von der SPD auf den Weg gebracht werden soll. Ob Rassismus, Antisemitismus oder die Ablehnung von Homosexualität – das Feld sei weit gesteckt:

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