Lammert: „Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen“


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Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigt Sympathie für das Islam-Gesetz, das jetzt in Österreich verabschiedet wurde. Forderungen aus der Union nach einem Burka-Verbot weist er allerdings zurück.


Von Robin Alexander, Jochen Gaugele|DIE WELT

Die Welt: Herr Präsident, ist Ihnen manchmal langweilig im Hohen Haus?

Norbert Lammert: Von Langeweile kann keine Rede sein. Allerdings wünsche ich mir eine lebendigere Debattenkultur.

Die Welt: Zum Mauerfall-Gedenken hatten Sie den Liedermacher Wolf Biermann in den Bundestag eingeladen, der prompt die Linksfraktion als „Drachenbrut“ beschimpfte. Ist es der leidenschaftliche Streit, die Provokation, die Sie im Bundestag vermissen – oder sind es eher Geist und Witz?

Lammert: Im Deutschen Bundestag kommt all das vor, aber natürlich nicht täglich. Das muss auch nicht sein. Aber umgekehrt muss auch nicht jeder Tagesordnungspunkt mit der gleichen routinierten Professionalität abgewickelt werden, die schon unter den Mitgliedern des Bundestages nur eine begrenzte Aufmerksamkeit findet und in der breiten Öffentlichkeit eine noch geringere.

Die Welt: Erinnern Sie sich an eine Debatte, die ganz nach Ihrem Geschmack war?

Lammert: Erst kürzlich hatten wir eine unvorhersehbar spannende, informative und lebendige Debatte zu den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Eine Rede des Bundeswirtschaftsministers führte zu einer Serie von Nachfragen, Zwischenfragen und Kurzinterventionen. Mit anderen Worten: Es geht – auch unter den Bedingungen einer statistisch erdrückenden Mehrheit der Regierungsfraktionen.

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