Apple-Chef zu Datenschutz: Mit Schnüffelei im Netz fängt man keine Terroristen

Apple-Chef: Mit Schnüffelei im Netz fängt man keine Terroristen | dpa
„Keiner von uns sollte akzeptieren, dass die Regierung oder ein Unternehmen Zugang zu allen unseren privaten Informationen hätten.“ Das sagte Apple-Chef Tim Cook dem britischen „Daily Telegraph“. Privatsphäre sei ein grundlegendes Menschenrecht. „Wir sollten es nicht aufgeben“, etwa wegen Angstmacherei im Anti-Terror-Kampf, sagte der 54-Jährige.


The Huffington Post

Apple-Chef: Terroristen können verschlüsseln – also sollten es andere auch tun

Apple war in den USA für die Datenverschlüsselung in Diensten wie der SMS-Alternative iMessage kritisiert worden: Der iPhone-Konzern erklärt, dass er keine Inhalte an Behörde weitergeben könne, da auch er selbst nicht an sie herankomme.

Eingriffe in die Privatsphäre von Internetnutzern seien nutzlos im Kampf gegen den Terror, argumentierte Cook. Längst beherrschten Terroristen selbst Methoden zur Verschlüsselung. „Wenn wir nicht verschlüsseln, treffen wir damit die guten Leute. Es sind die 99,999 Prozent der Menschen, die gut sind.“ Wenn Firmen wie Apple Informationen nicht schützen dürften, seien auch private Gesundheits- und Finanzdaten gefährdet.

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Ensaf Haidar: „Bitte lasst die Saudis meinen Mann nicht töten“

Kämpft um das Leben ihres in Saudi Arabien inhaftierten Mannes: Ensaf Haidar, hier auf einer Pressekonferenz in Kanada.© Cole Burston/EPA
Er wurde zu Peitschenhieben verurteilt. Doch nun droht dem saudischen Blogger Raif Badawi offenbar sogar die Todesstrafe. Seine Frau fleht in einer Nachricht an den stern die Welt um Hilfe an.  


stern.de

Dem zu tausend Peitschenhieben verurteilten saudiarabischen Bloggers Raef Badawi droht offenbar die Todesstrafe. Richter am Strafgericht des streng muslimischen Landes wollten den 31-Jährigen wegen Abfallens vom muslimischen Glauben anklagen, berichtet der „Independent“ unter Berufung auf Badawis Ehefrau Ensaf Haidar.

Im Kontakt mit stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen bestätigt Haidar die drohende Todesstrafe: „Ja, es ist wahr, mehr Informationen haben wir aber nicht.“ Badawis Ehefrau war mit ihren drei Kindern 2012 nach Kanada geflohen.

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Bitter Lakes – „McJihad“ by US and Saudi Arabia

King Abdul Aziz al Saud and Franklin D. Roosevelt in 1945 on board the USS Quincy.
Adam Curties‘ documentary „Bitter Lake“ documents brilliantly the total failure of the US intervention and the arrogance of its Western stooges in Afghanistan. There are two bitter lakes in „Bitter Lake“:


By Ludwig Watzal|BETWEEN THE LINES

The first one is roughly the midpoint of the Suez Canal, where US President Franklin D. Roosevelt and King Abdul Aziz al Saud of Saudi Arabia forged an alliance in 1945, which becomes slowly but surely an unholy one. The content of the agreement between the two was simple: The US guarantee the survival of the Saudi regime, at any cost. In return, the Saudis facilitate American supremacy in the region.

The second „bitter lake“ is situated behind the Kajaki dam on the Helmand river that US companies constructed during the cold war in order to drag the country into the Western sphere of influence. One consequence of the dam was the rise of the water table leading to salinization of the soil. One crop thrived in the saltier earth: opium poppy. The US Empire and its allies have invaded Afghanistan to fight „terror“ and to stop the Taliban’s fight against opium cultivation. The US financial oligarchy in New York City had thereby lost every month about 300 million US dollars. Under Western occupation the opium production skyrocket.

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The full movie.

Warum ich mit Religion nichts am Hut haben will

jesus_schaukelNach den Anschlägen von Kopenhagen und auf Charlie Hebdo ist das Thema Religion mal wieder in aller Munde. Grund für mich, als Mutter über mein eigenes Verhältnis zum Glauben nachzudenken.


Von Angelika Hesse|Huffington Post

„Ich habe dich katholisch erzogen!“, erwidert meine Mutter gerne empört, wenn ich ihr gelegentlich mitteile, dass ich mit der Kirche absolut nichts am Hut habe. Dabei bin ich schon vor über 25 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Ja, als Kind habe ich an Gott geglaubt, genauso wie an das Christkind, den Nikolaus, den Weihnachtsmann, den Osterhasen, die Borgmännchen und sogar an Vampire. Ich mochte den Religionsunterricht in der Grundschule sehr. Für mich war das eine Stunde voll toller alter Geschichten und Legenden. Die Kinderbibel las ich so gerne wie ein Märchenbuch. Besonders liebte ich die Geschichten des Alten Testaments.

Aber zum Erwachsenwerden gehört nun mal, dass man eine eigene Weltanschauung entwickelt, Dinge hinterfragt und nicht stur an anerzogenen Ritualen kleben bleibt. Je älter ich also wurde, desto mehr stellte ich eine göttliche Existenz in Frage und irgendwann glaubte ich nicht mehr an einen Gott.

Auch nicht an ein Himmelreich und ein ewiges Leben; wenn ich tot bin, bin ich einfach weg – Punkt! Und wenn wir schon dabei sind: Die Erde wurde nach meiner Einschätzung kaum in sieben Tagen geschaffen. Leute, die ans Kreuz genagelt verbleichen, können sich schwerlich wieder aufrappeln. Übers Wasser laufende Männer habe ich auch noch nicht gesehen.

Für den Fall der Fälle: Sollte es da oben doch jemanden geben, dann wird er mir meinen Irrtum schon verzeihen. Und falls er gar nicht so barmherzig sein sollte, wie man gemeinhin behauptet, muss ich eben nach meinem Ableben den Fahrstuhl in den Keller nehmen…

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Bischof: In Syrien ereignet sich ein zweiter Genozid

Al-Hasake,Syrien, Innestadt. Bild: wikimedia.org/PD
Vorwurf an westliche Politiker: Untätigkeit angesichts eines Völkermordes in Syrien.


kath.net

Der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Jerusalem und Jordanien, Bischof Severios Malke Mourad, hat westlichen Politikern Untätigkeit beim Schutz der syrischen Christen vorgeworfen. 100 Jahre nach dem Genozid an armenischen und assyrischen Christen im ottomanischen Reich werde in Syrien ein zweiter Genozid an syrischen Christen verübt, sagte der aus Nordsyrien stammende Geistliche, dessen Geschwister in der umkämpften Region Al-Hasake leben, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag in Jerusalem.

Nach seinen Informationen seien bei den jüngsten Angriffen der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) auf nordsyrische christliche Dörfer zwischen drei- und vierhundert Christen entführt worden. Insbesondere das christliche Dorf Tell Tamer sei wegen seiner Grenznähe von strategischer Bedeutung für die IS-Terroristen, da es ihnen die Waffenzufuhr über die Türkei ermögliche. Auch im Irak seien die syrischen Christen von der Vertreibung und Verfolgung durch die Islamisten betroffen.

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Wahlkampf auf Türkisch: AKP-Kandidaten posieren in osmanischem Gewand

Einige AKP-Kandidaten glauben, die Wähler im historischen Gewand überzeugen zu können. (Screenshot Hürriyet)
Erst vor einigen Wochen sorgten 16 Krieger in Erdoğans Präsidentenpalast für internationale Schlagzeilen. Nun versuchen einige AKP-Abgeordnete offenbar auf diesen Zug aufzuspringen. Auf Wahlplakaten präsentieren sie sich in historischen Gewändern und hoffen nun auf die gleiche Aufmerksamkeit.


Deutsch Türkische Nachrichten

Die bevorstehenden Parlamentschaftswahlen in der Türkei treiben bei einigen AKP-Kandidaten offenbar seltsame Blüten. In ihren Kampagnen treten sie derzeit in traditionellen Kleidungsstücken wie Herrscher aus längst vergangenen Zeiten auf. Derartige Bilder hatten Ende Januar jedoch schon einmal für viel Spott und Häme in den Sozialen Netzwerken gesorgt.

Die türkische Zeitung Hürriyet hat einige Beispiele aus den ungewöhlichen Wahlkampf-Bemühungen im osmanischen Stil zusammengetragen. Sie zeigt etwa den AKP-Kandidaten Osman Yavuz und seine Kampagne mit dem Titel „Alle gemeinsam, Neue Türkei“. Yavuz wurde in der zentralanatolischen Provinz Konya nominiert. Überzeugen will er nun durch das Tragen eines Börk. Dabei handelt es sich um eine Kopfbedeckung, wie sie einst seldschukische Krieger sowie die ersten osmanischen Sultane des 14. Jahrhunderts getragen haben. Erst vor kurzem brachte das TV dieses Kleidungsstück den Türken wieder näher, so das Blatt.

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Vom Kreuz zum Davidstern

Eröffnung am Holocaust-Gedenktag. Seit dem 27. Januar haben die Juden in Cottbus wieder eine Synagoge. – Foto: dpa/Carstensen
In Cottbus wurde eine Kirche zur Synagoge – der ersten in Brandenburg. Dass damit ein Gotteshaus erhalten werden konnte, freut auch Christen.


Von Sandra Dassler|DER TAGESSPIEGEL

„Schabbat schalom.“ Olga Kluge nickt ihren Banknachbarn in der neuen Synagoge freundlich zu. Soeben ist der Gottesdienst zum Schabbatbeginn zu Ende gegangen, mehr als zwei Dutzend Gläubige nehmen nun an der U-förmigen Tafel Platz. Einer der Männer spricht den Segen über den Wein. Bevor Gleiches mit den geflochtenen Weißbroten, Challa oder Barches genannt, geschieht, waschen sich alle die Hände.

Verhandelt wurde lange

Die Stimmung ist feierlich, es ist ja auch erst der dritte Schabbat, den die jüdische Gemeinde von Cottbus in ihrer Synagoge begehen kann. Bis Herbst 2014 war das hier nämlich die christliche Schlosskirche.

Sie hatte seit Jahren keine Gemeinde mehr, ihre Finanzierung war schwierig. Zugleich suchten die 422 jüdischen Gläubigen dringend ein Gotteshaus. So wurde die Kirche nach längeren Verhandlungen zwischen jüdischer und evangelischer Gemeinde, Landesregierung und Stadtverwaltung verkauft und am 27. Januar als Synagoge geweiht. Sie ist die erste und bisher einzige in Brandenburg – auch Olga Kluge, die nie sonderlich religiös war, bezeichnet das als ein kleines Wunder.

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Nach Betrugsverdacht: Diözese Oslo korrigiert Katholikenstatistik

Bild: tilly
Bild: tilly
Norwegische Diözese soll Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern ohne ihr Wissen als Katholiken registriert haben


kathweb

Gegen den katholischen Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, einen Angestellten und die Diözese ist Anklage wegen Betrugs erhoben worden. In einer Stellungnahme bestätigte die Nordische Bischofskonferenz am Wochenende die Betrugsvorwürfe.

Vor dem Hintergrund „offenkundiger Fehlregistrierungen“ im Mitgliederverzeichnis der Diözese für die Jahre 2010 bis 2014 habe die Diözese bereits begonnen, das Verzeichnis zu korrigieren, so die Generalsekretärin der Nordischen Bischofskonferenz, Anna Mirijam Kaschner. Der Kirche wird vorgeworfen, Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern ohne ihr Wissen als Katholiken registriert zu haben, um auf diese Weise höhere Zuschüsse des Staates zu erhalten.

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Juristin: „Gleichbehandlungsgesetze gehen schon jetzt zu weit“

justiz_gross

Die SPÖ setzt sich erneut für eine Ausweitung des gesetzlichen Diskriminierungsschutzes ein – Expertin warnt: Neue Verbote führten nicht zu mehr Gleichheit in der Gesellschaft – Privatautonomie sowie Religions- und Gewissensfreiheit stünden auf dem Spiel


kathweb

Gegen die von der SPÖ forcierte erneute Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes zur Ausweitung des Diskriminierungsschutzes außerhalb der Arbeitswelt formiert sich Widerstand. „Gleichbehandlungsgesetze gehen schon jetzt zu weit“, warnte die Juristin Gudrun Kugler am Wochenende in einem Gastkommentar in der „Presse“ (Samstag-Ausgabe) vor einem drohenden Eingriff in die Freiheit von Menschen. Unter dem Vorwand, ein Problem zu lösen, werde „exzessive Gleichbehandlungspolitik selbst zum problematischen System von Privilegierung und Einschränkung“, kritisierte sie.

„Es geht um neue Verbote: Unternehmen, aber etwa auch private Vermieter sollen bei der Auswahl ihrer Kunden nicht unterscheiden dürfen, zumindest nicht aufgrund von Alter, sexueller Orientierung oder Religion“, schilderte Kugler ihre Sichtweise auf das sogenannte „levelling up“. Es gebe jedoch kein Recht auf Gleichbehandlung zwischen Privatpersonen, unterstrich die Juristin. „Stattdessen stehen echte Menschenrechte auf dem Spiel: die Privatautonomie und die Vertragsfreiheit als Ausfluss des Eigentumsrechtes, ebenso die Religions- und Gewissensfreiheit.“

Schon die geltenden Gleichbehandlungsgesetze führten zu weit, etwa wenn eine Skiregion ihre „Ladies Week“ absagen müsse oder männliche Kindergärtner nicht bevorzugt aufgenommen werden dürfen, beschrieb Kugler. Eine „Gleichheitsreligion“ würde zudem engagierte Christen in einen Gewissenskonflikt zwischen Beruf und Religion stürzen. „Bäcker, Floristen, Fotografen, Grafiker und Druckereien müssten entgegen ihrer Überzeugung etwa an Verpartnerungsfeiern mitwirken. Privatpensionen und Gästehäuser von Klöstern und Kirchen müssten schließen, wenn sie Doppelzimmer verheirateten Paaren vorbehalten möchten – so passiert in England.“ Kugler dazu: „Ja, jeder nach seiner Façon. Aber das sollte auch Christen zugestanden werden.“

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Wie nah war der Verfassungsschutz den NSU-Mördern?

Bild: Deutsch Türkische Nachrichten
Die Aufklärung des NSU-Mordes in einem Kasseler Internetcafé 2006 könnte viele offene Fragen zur Terrorserie beantworten. Bisher unveröffentlichte Dokumente bringen Hessens Verfassungsschutz in Not.


Von Stefan Aust, Per Hinrichs, Dirk Laabs|DIE WELT

Es kommt nicht oft vor, dass Polizisten einen Verfassungsschützer abhören. Doch genau das taten Ermittler der Kasseler Mordkommission Ende April 2006 über Monate. Ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen stand unter Mordverdacht. Am 6. April 2006 hatte sich der Beamte Andreas Temme in einem Internetcafé in Kassel aufgehalten, als dort der Besitzer Halit Yozgat mit zwei Kopfschüssen ermordet wurde.

Es war der neunte Mord der Serie, die dem NSU, dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, zugeschrieben wird. Trotz eines laufenden Strafprozesses in München und mehrerer parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sind die Hintergründe der Anschläge bis heute nicht vollständig geklärt.

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Kardinal Pell wehrt sich gegen Vorwurf der Verschwendung

Bild: tilly
Bild: tilly
Bericht eines italienischen Magazins über Diskussion zwischen Papst Franziskus und Pell wegen der Aufwendungen für das vatikanische Wirtschaftssekretariat „komplett falsch“


kathweb

Der Chef des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, Kardinal George Pell, wehrt sich gegen Presseberichte über zu hohe Ausgaben für sich und seine Behörde. „Die Artikel bezüglich einer Diskussion zwischen dem Heiligen Vater und Kardinal Pell wegen der Aufwendungen für das Sekretariat sind komplett falsch“, hieß es am Wochenende in einer Erklärung des Sekretariats.

Der Bericht über ein angebliches Gespräch zwischen Pell und Franziskus sei „pure Fiktion“. Die Kosten zur Ausstattung des Sekretariats, das im März 2014 die Arbeit aufnahm, lägen offen zutage. Demnächst werde die Behörde, bei der derzeit zwölf Menschen arbeiteten, dem vatikanischen Wirtschaftsrat ihre Bilanz für 2014 vorlegen. Unrichtig sei auch die Behauptung, Pell lebe auf großem Fuß.

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Dänemark nach dem Terror

Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law
Image by Lars Vilks published in Nerikes Allehanda along with the editorial. Bild: wikimedia.org/ fair use under United States copyright law
Letzte Woche wurde unter großer Anteilnahme Finn Nørgaard begraben, der Filmemacher, der am 14. Februar von dem palästinensischstämmigen Attentäter Omar Abdel Hamid El-Hussein in dem Kopenhager Kulturzentrum Krudttønden erschossen wurde (Kopenhagen: Anschlag auf Meinungsfreiheitskonferenz [3. Update]).


Von Jens Mattern|TELEPOLIS

Nach der Trauerphase wendet sich Dänemark nun der Sicherheitspolitik zu. Sowohl die rechte „Dänische Volkspartei“ wächst an Popularität wie die sozialdemokratische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt. Doch Mängel an den Sicherheitsvorkehrungen vor Krudttønden könnten zum großen Thema werden.

Ein 970 Millionen dänische Kronen (rund 130 Millionen Euro) teures Maßnahmenpacket gegen den Terror hat die Regierung bereits entworfen. Von der Summe sollen 450 Millionen Kronen für das Aufspüren und Analysieren von möglichen terroristischen Bedrohungen aus dem Ausland ausgegeben werden. Auch würden jüdische Einrichtungen und Menschen besser geschützt, der vermutliche Täter erschoss einen Wachmann vor einer Synagoge.

Noch im Januar, vor dem Anschlag, wurden hauptsächlich vorbeugende Maßnahmen von fast allen Parteien verabschiedet, die auf allein 8,1 Millionen Euro veranschlagt worden waren (PegidaDK – nicht weit weg vom „Mainstream“). Für Diskussionsstoff sorgen noch die 150 aus Dänemark ausgereisten Personen, die für den Islamischen Staat in Syrien und Irak kämpfen: Was soll bei ihrer Rückkehr mit ihnen geschehen?

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„Religion kann anstößig sein“

Carlin_Religion

Der Historiker Thomas Großbölting erforscht das Verhältnis von Staat und Kirche. Ein Gespräch über das Kirchenasyl, laues Christentum und die Herausforderungen des Islam


WELT am Sonntag

Thomas Großbölting, Historiker der Uni Münster, muss nicht lange überlegen, wenn es darum geht, einen Ort für den Fototermin auszuwählen: die Lambertikirche. Dort hängen jene Käfige, in denen im 16. Jahrhundert exekutierte Wiedertäufer zur Schau gestellt wurden – drastische Erinnerung an einen Gottesstaat im Zeichen des Kreuzes.

Welt am Sonntag:

Derzeit befinden sich Kirchengemeinden mit dem Staat im Konflikt, weil sie Menschen Asyl gewähren, die von Rechts wegen abgeschoben werden sollten.

Thomas Großbölting:

Zwar sind es nur wenige Menschen, denen Kirchenasyl gewährt wird. Aber in ihrer symbolischen Dimension ist diese Diskussion hochinteressant. Der Streit um das Kirchenasyl bietet ein Beispiel dafür, dass Religion und Rechtsstaat nicht immer auf einer Linie sind und Religion auf diese Weise anstößig wird. Besonders interessant ist diese Konstellation, weil es hier die Religion der Mehrheitsgesellschaft ist, das Christentum nämlich, die sich mit der Rechtsstaatlichkeit anlegt.

Sie meinen im Unterschied zum Islam als Religion einer Minderheit?

Richtig. Wenn wir über das Burka-Verbot oder das Schächten von Tieren diskutieren, reden wir gerne von der Unvereinbarkeit mit christlich-abendländischer Kultur. Doch der Streit ums Kirchenasyl zeigt, dass es auch zwischen christlicher Religion und unserem Staat knirschen kann. Die Spannung zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist also kein spezifisches Phänomen des Islam.

Sie haben das Verhältnis von Staat und Religion in der Bundesrepublik untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Politik es versäumt habe, die Gesellschaft auf eine religiöse Vielfalt im Land vorzubereiten.

Insbesondere die beiden großen Volksparteien ruhen sich auf dem aus, was man in der Nachkriegszeit als sogenannte „hinkende Trennung“ von Staat und Kirche etabliert hat. Beide haben sich darin bequem eingerichtet.

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Özdemir warnt vor „Sprachpolizei“ für Imame

KoranBundestagspräsident Lammert fordert, Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen. Das stößt auf Protest des Grünen-Chefs. Unterstützung erhält der zweite Mann im Staat hingegen von der CSU.


Von Jochen Gaugele|DIE WELT

Die Forderung von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Imame in Deutschland sollten Deutsch sprechen, trifft bei den Grünen auf Widerstand. In welcher Sprache die Predigt erfolge, solle „den Religionsgemeinschaften überlassen bleiben“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir der „Welt am Sonntag“. „Wir wollen keine Sprachpolizei, die beim Gebrauch von Latein, Hebräisch oder Arabisch einschreitet.“ Entscheidend sei nicht die Sprache der Predigt, sondern deren Inhalt.

Allerdings solle jeder Imam „schon aus Eigeninteresse so weit Deutsch beherrschen, dass er seine jungen Gemeindemitglieder versteht, deren Erstsprache häufig Deutsch ist“, fügte Özdemir hinzu.

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Intelligenzbestien

Juliane Bräuer Klüger als wir denken  Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014 19,99 €
Juliane Bräuer
Klüger als wir denken
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2014
19,99 €
Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Diese Frage, mit der Juliane Bräuer ihr Buch über die tierische Intelligenz einleitet, gehört in der Tat zu den spannendsten in der Biologie. Traute man „der Kreatur“ jahrhundertelang intellektuell so gut wie nichts zu, zeigen die Ergebnisse der vergleichenden Kognitionsforschung, zu welch erstaunlichen Leistungen Tiere fähig sind. Der Titel bringt die Botschaft des Buchs auf den Punkt: Sie sind „klüger als wir denken“.


Von Andreas Jahn|Spektrum.de

Bräuer ist Biologin und forscht am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Sie gliedert ihr Werk in zwei Teile. Im ersten geht es darum, wie Tiere ihre physikalische Umwelt wahrnehmen. Der umfassendere zweite behandelt die soziale Kognition, also die Fähigkeit, mit anderen Individuen zu interagieren.

Die Autorin formuliert provokante Kapitelüberschriften wie „Nur Menschen denken logisch“, „Nur Menschen haben eine Sprache“ oder „Nur Menschen helfen einander“ – um diese Behauptungen dann zu widerlegen. Meist beginnen die Kapitel mit einem szenischen Einstieg („Stellen Sie sich vor …“); im Anschluss daran befasst sich Bräuer mit zahlreichen Studien aus der Verhaltensforschung.

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Hofberichterstattung im Deutschlandfunk – Führungsanspruch als Zitat

Klaus Remme – früher Korrespondent des Deutschlandfunks in Washington, heute für den Sender v.a. in Sachen Außen- und Sicherheitspolitik zuständig – hat einen guten Draht ins Außenministerium und zu den wichtigsten außenpolitischen Think-Tanks. Er ist damit ein gutes Beispiel für die immer häufiger kritisierte Verquickung zwischen Medien und Politik und die daraus resultierende unkritische Berichterstattung.


Von Christoph Marischka|TELEPOLIS

Als Beispiel und konkreter Ort (für diese Verquickung wird immer wieder die Münchner Sicherheitskonferenz genannt (Journalisten als politische Lobbyisten?) und tatsächlich scheinen auch die Verbindungen zwischen Remme und Konferenzleiter Ischinger gut zu sein. Jedenfalls zitiert ersterer gerne letzteren. Kurz vor der diesjährigen Sicherheitskonferenz etwa am 18. Januar mit der Einschätzung, wonach es „ein Wunder oder jedenfalls viel Glück“ wäre, wenn Deutschland vor terroristischen Anschlägen verschont bliebe, um anschließend über neue Vorstöße zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung zu berichten. Wenige Tage später berichtete Remme dann „mit einem Blick hinter die Kulissen“ über die Sicherheitskonferenz selbst. Auch hier kommt Ischinger zu Wort und wird ihm sogar das letzte Wort überlassen, in dem er diejenigen, die draußen demonstrieren, als „ewig Gestrige“ bezeichnet, „die sich an ihrem Feindbild von vorgestern erfreuen“.

Wenn Remme hier außerdem berichtet, dass sich auf der Konferenz „in den unteren Fluren … Akteure und Beobachter“ mischen, dann liefert er damit eigentlich eine ganz gute Beschreibung seiner Arbeit in der Diskursmaschine. Ein weiteres Beispiel liefert sein Beitrag für die Sendung „Hintergrund“ vom 24. Februar 2015 im Deutschlandfunk. Hier berichtet er knapp 20 Minuten über den vermeintlich „selbstkritischen Überprüfungsprozess des Auswärtigen Amts“ unter dem Titel „Review 2020 – Außenpolitik weiter denken“ – einen Tag, bevor dessen Ergebnisse von der Regierung vorgestellt wurden. Dargestellt wird das Projekt als „öffentliche[r] Diskussionsprozess“, als Austausch mit der Öffentlichkeit. Zu Wort kommen hier aber – abgesehen von einem „vornehmlich junge[m] Publikum“ bei einem „Facebook-Talk in Berlin“ mit anbiedernden Fragen à la „Telefondiplomatie, wie geht das eigentlich?“ – auch nur der Außenminister, der Chef seines Planungsstabes und Vertreter der beteiligten Think-Tanks, darunter Christoph Bertram als ehemaliger Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Constanze Stelzenmüller als ehemalige Mitarbeiterin des German Marshall Fund und Thomas Paulsen von der Körber-Stiftung.

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USA in Afghanistan: 3426 Dollar für ein Menschenleben

Für Kinder, die in Afghanistan bei einer US-Operation sterben, zahlen die Vereinigten Staaten den Hinterbliebenen in der Regel weniger Entschädigung als für einen getöteten Erwachsenen. (Foto: Reuters)
  • Die US-Regierung hat für den Tod von Zivilisten in Afghanistan im Schnitt 3426 Dollar Entschädigung gezahlt. Das zeigt eine Recherche der Website The Intercept.
  • Sachschäden wurden teilweise höher entschädigt als der Verlust von Menschenleben.
  • Wie und auf welcher Grundlage Entschädigungs- und sogenannte „Kondolenzzahlungen“ entrichtet wurden, ist kaum erfassbar.
  • Einen Leitfaden für Entschädigungszahlungen hat das US-Verteidigungsministerium bis heute nicht umgesetzt.


Von Matthias Fiedler|Süddeutsche.de

1799 Dollar für acht getötete Schafe

20 000 Dollar für ein abgebranntes Haus; 14 756 Dollar für einen zerstörten Lastwagen; 1799 Dollar für acht getötete Schafe. Aber was ist den USA im Afghanistan-Krieg ein Menschenleben wert? Im Schnitt etwa 3426 Dollar. So viel zahlten die Vereinigten Staaten den Hinterbliebenen, deren Angehörige im Gefecht versehentlich getötet worden. Das geht aus Recherchen der Website The Intercept hervor, die die Daten unter dem sogenannten „Freedom of Information Act“ von der US-Regierung verlangt hat.

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Ägypten: Chef der Muslimbrüder zu lebenslanger Haft verurteilt

muslimbrotherhoodMohammed Badie, Anführer der Muslimbrüder, und 13 weitere Mitglieder der Organisation wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie sollen für den Tod von Demonstranten in Kairo verantwortlich sein.


stern.de

Ein Strafgericht in Kairo hat den Chef der Muslimbrüder, Mohammed Badie, sowie 13 weitere führende Mitglieder der Organisation zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Es bestätigte zugleich die Todesurteile gegen vier weitere Islamisten. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten Ende Juni 2013 in Kairo für den Tod von Demonstranten verantwortlich waren. Damals kam es kurz vor dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu Protesten vor dem Hauptquartier der Muslimbrüder. Nach offiziellen Angaben starben neun Menschen.

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Islam-Experte: Dschihadisten wollen ganze Welt unterwerfen – Blitzmerker

brennender_koranTroll über eine „vormoderne“ Koraninterpretation, wonach der „Heilige Krieg“ gegen „Ungläubige“ ein „zum Wohl der ganzen Welt gebotener revolutionärer Befreiungsprozess“ sei.


kath.net

Die ganze Welt unterwerfen wollen radikale Islamisten nach Ansicht des katholischen Islam-Experten Christian Troll. „Der Dschihad stellt einen im Koran und im Leben des Propheten unübersehbaren Auftrag dar“, betont der Jesuitenpater, der bis 2005 der Päpstlichen Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Muslimen angehört hat, im Interview mit der im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erscheinenden Neuen Bildpost und der Katholischen SonntagsZeitung. Terrororganisationen wie der „Islamische Staat“ oder Boko Haram stünden ganz in der Tradition einer „vormodernen“ Koraninterpretation, wonach der „Heilige Krieg“ gegen „Ungläubige“ ein „zum Wohl der ganzen Welt gebotener revolutionärer Befreiungsprozess“ sei.

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Wahl Dodo des Monats Februar 2015

Dodo des Monats Februar 2015
Dodo des Monats Februar 2015
Der Monat Januar war reichlich versorgt mit jeder Menge Blödsinn.
Seit Monaten zieht die Thematik Sterbehilfe durch die Medien, Islamismus, Terror und enorme Mengen christlicher Arroganz, verbunden mit dem Anspruch für Alle und Jeden zu reden. Viel Stuss aus Rom, dort wo die römische Spukgestalt schaltet und waltet, Abreibungen sind der Grund für die Wirtschaftskrise, würdevolles Schlagen von Kindern, die Burka aus Fleisch und aus der evangelikalen Ecke kamen die Bibeldeutungen des einzigen und wahren Christen, Olaf Latzel. Nebenbei bemerkt, aus solchen Leuten hatte sich vor Jahren mal die SA rekrutiert.
  1. Gabriele Heinisch-Hosek(SPÖ), tritt für gendergerechte Steinigungen ein. Darf man die an ihr ausprobieren?
  2. Fred Breinersdorfer, fordert die Kirchen zu mehr Subversion auf um an noch mehr öffentliche Gelder zu kommen.
  3. Deutsche Forschungsgemeinschaft, gibt öffentliche Gelder für unwissenschaftliche Protestantismus-Forschung aus.
  4. Thomas de Maizièr, dem der christliche Glaube ein Schatz ist. Erinnert an Gollum.
  5. Olaf Scholz, suhlt sich gern im evangelikalen, rechtkonservativen Christenkreisen.
  6. Stephan Weil, findet das Niedersachsen-Konkordat ganz toll. Andere Ideen hat er nicht.
  7. Frank Ochmann, journalistische Meisterleistung für das Kirchenasyl.
  8. ComECE, zölibatere Altmännerriege gibt sich Gebärmutter-Mitspracherecht.
  9. Manfred Lütz, will Christentum Atheisten-gerecht erläutert haben.
  10. Frauke Petry, paranoide Vorstellungen über Medien-Manipulation.
  11. Deutschlandradio, mit öffentlichen Geldern zur Koranschule.
  12. Hans-Josef Becker, will die Menschen christlich zu Tode quälen.
  13. Norbert Trelle, will unbedingt am Kirchenasyl festhalten.
  14. Rainer Maria Woelki, gegen Fußball-WM zum Advent.
  15. Beatrix von Storch, weniger Staat, mehr Familie, neoliberales Mantra.
  16. Reinhard Marx verteidigt Kirchenasyl.
  17. Bernd Lucke, Bildungspläne sind ihm ein Gräuel.
  18. Heinz Josef Algermissen, generelles Verbot von Sterbehilfe. Pfäffische Arroganz pur.
  19. Angela Merkel, fährt zum römischen Orakel und bezahlt es.
  20. Jens Spahn, verdummbibelter Christdemokrat.
  21. Deutsche Welle, Glaubensangebote im Äther.
  22. Andreas Kern, polit.-christliche Agitprop.
  23. John Lennox, dilettiert über Atheismus.
  24. Matthias Matussek, dauerbeleidigter Verwandlungskünstler

Die Wahl ist bis zum 07. März 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier auf dem Blog, gewürdigt.

Viel Spaß.

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