Kein Religionsfriede ohne Verständigung und Respekt

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Ohne Verständigung und wechselseitigen Respekt gibt es kein friedliches Nebeneinander der Religionen in einer globalisierten Welt: Das betonte der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück im Rahmen eines Vortragsabends anlässlich 50 Jahre Konzilsdokument „Nostra Aetate“. Aktuell sehe er „besorgniserregende Zuwachsraten“ von Antisemitismus wie auch die Gefahr, dass „das Gesicht des Islam“ durch „die Fratze des Islamismus“ entstellt werde, so der Dogmatiker.


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Manche Tendenzen der jüngsten Jahre würden das durch das Konzil veränderte Verhältnis der katholischen Kirche zu den anderen Religionen in Gefahr bringen, kritisierte Tück. Er nannte hier die Levebvrianer(Pius-Bruderschaft, Anm:bb), die das Judentum als „falsche Religion“ ablehnten.

Gleichzeitig hob er zum Verständnis des II. Vaticanums die vom emeritierten Papst Benedikt XVI. favorisierte „Hermeneutik der Reform“ hervor: Das Konzil habe weder einen Bruch noch ausschließlich Kontinuität gebracht. Vielmehr habe sich die Kirche durch das Konzil, wie es Hans Küng formulierte, „der Moderne geöffnet“.

Mit dem Dokument „Nostra Aetate“ sei der Kirche laut Tück der Schritt „von einer defensiven Haltung der Abgrenzung hin zu einer dialogischen Öffnung“ gelungen. Die Gemeinsamkeiten der Religionen stünden dabei im Mittelpunkt. Der Theologe betonte, dass das Konzil „eine Haltung des Respekts und der Gesprächsbereitschaft“ geschaffen habe.

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NDR findet in Hamburg „radikale Christen“

Der NDR macht den „Kongress christlicher Führungskräfte“ in seiner Berichterstattung zum „Kongress radikaler Christen“ Foto: NDR/Gita Mundry
Der Norddeutsche Rundfunk hat den „Kongress christlicher Führungskräfte“ heftig kritisiert. An ausgewählten Beispielen will der NDR-Autor Christian Baars zeigen, was „radikale Christen“ eigentlich sind – und scheitert.


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„Scholz unterstützt Kongress radikaler Christen“, lautet die Überschrift des Beitrags von NDR-Journalist Baars. Der Erste Bürgermeister Hamburgs Olaf Scholz hat die Schirmherrschaft des diesjährigen Kongresses inne, der unter anderem von der Nachrichtenagentur idea e.V. veranstaltet wird. „Herzlich Willkommen in Hamburg! Ich finde, die Stadt der ehrbaren Kaufleute an der Wasserkante ist genau der richtige Ort für den diesjährigen Kongress christlicher Führungskräfte“, begrüßte Scholz die Teilnehmer in seiner Heimatstadt mit einer Rede.

Wie „radikal“ die Kongressteilnehmer sind, will Baars unter anderem mit einem Foto darstellen. Auf dem Bild ist der Stand des Christlichen Hilfswerks „Open Doors“ im Ausstellungsraum zum Führungskräfte-Kongress zu sehen. Ein Militärfahrzeug mit Maschinengewehr und iranischer Flagge sind dort als Symbol für die Christenverfolgung platziert. Die Bild-Unterschrift des NDR-Journalisten lautet: „Eine Organisation widmet sich auf der Ausstellung dem Thema Christenverfolgung – mit einem Maschinengewehr.“ Radikal seien mehrere Aussteller auch deswegen, weil sich laut Baars einige Missionsgesellschaften in Afrika dafür einsetzen, Dämonen zu vertreiben. Der Dämonen-Glaube spielt in afrikanischen Volksreligionen häufig eine Rolle.

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Bayerische Landeskirche will Opfer sexueller Gewalt entschädigen

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Die bayerische evangelische Landeskirche will künftig Opfer sexueller Gewalt in kirchlichen Einrichtungen entschädigen. Finanzielle Leistungen erhielten Menschen, „die glaubhaft machen, dass sie als Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende sexuelle Übergriffe durch kirchliche oder diakonische Mitarbeitende erlitten haben und deren Ansprüche gegenüber den Tätern und den Institutionen inzwischen verjährt sind“, teilte die Landeskirche München mit.


evangelisch.de

Über die Höhe der Entschädigungsleistung entscheide eine eigene Kommission, der unter anderem die frühere Präsidentin der bayerischen Landessynode, Dorothea Deneke-Stoll, und der frühere Präsident des Diakonischen Werkes Bayern, Ludwig Markert, angehören. Die bayerische Landeskirche setzt damit die Empfehlungen aus den Beratungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ um, der auf Initiative des Bundesjustizministeriums 2010 eingesetzt worden war.

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Nigerianischer Musiker: Boko Haram ist Reaktion auf die Eliten

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Nach Einschätzung des nigerianischen Musikers Keziah Jones ist sein Heimatland „kaum gefährlicher als New York, wenn man weiß, was man tun und lassen sollte“. Die Terrororganisation Boko Haram sei „eine Reaktion auf die Eliten an der Macht“, sagte Jones der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Die Miliz sei zunächst ein lokales Problem gewesen und habe sich erst durch das brutale Vorgehen der nigerianischen Armee radikalisiert.


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Ein weiteres Problem sei die Ungleichheit zwischen Norden und Süden im Land. Der Norden, wo Boko Haram die Zivilbevölkerung terrorisiert, sei arm, im Süden hätten sich dagegen Wohlstand, freie Presse und Meinungsfreiheit etabliert, so der Künstler. Viele Menschen hätten jedoch ein einseitiges Bild von einem ländlichen, gefährlichen Leben in Nigeria. „Aber das stimmt nicht. Nigeria ist städtisch geprägt, ein riesiges Land und sehr jung“, sagte Jones.

Von der Präsidentschaftswahlen am 28. März erhoffe er sich keine Veränderung, sagte der Musiker weiter. „Ich glaube nicht an nigerianische Parteien.“ Er hoffe aber, dass die Zivilgesellschaft stärker werden und gegen Strukturprobleme vorgehen werde.

Zuletzt waren bei Bombenanschlägen im Norden Nigerias in der vergangenen Woche 27 Menschen gestorben. Seit 2009 terrorisiert die Gruppe den Nordosten Nigerias. Sie will dort und in angrenzenden Gebieten der Nachbarländer einen sogenannten Gottesstaat mit strenger Auslegung des islamischen Rechts gründen. Ihrem Terrorfeldzug sind laut Schätzungen schon mehr als 13.000 Menschen zum Opfer gefallen, rund 1,5 Millionen sind geflohen.

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…wie mit dem neuen Ernährungsirrsinn umgehen

Irrsinnsmenü ohne alles: Man mümmelt konsensfähige Kräuter. Anja Stiehler/Jutta Fricke Illustrators
Fleisch, Klöße, der gute Braten: Das war einmal. Heute versammeln sich Vegetarier oder, schlimmer, Veganer um den Tisch.


Von Amelie Fried|Cicero

Neulich hatte ich Gäste zum Abendessen. Am Tisch saßen: ein Vegetarier, eine Veganerin, ein Lactose-Intoleranzler, eine Gluten-Allergikerin und eine Anhängerin der Low-Carb-Diät.

Freundlicherweise hatten mich alle Gäste vorher auf ihre Ernährungspräferenzen aufmerksam gemacht, jeder in der Annahme, er sei der Einzige mit Sonderwunsch („Es macht dir ja sicher keine Mühe …“). Doch, macht es! Versuchen Sie mal, ein Menü zu komponieren, das alle Einschränkungen berücksichtigt. Fleisch wegzulassen ist das kleinste Problem. Aber wenn auch Fisch, Eier, Käse und Nudeln nicht mehr gehen, bleibt außer dem, was man üblicherweise ans Meerschweinchen verfüttert, nicht mehr viel übrig.

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Amerikaner schult Christen für den Kampf gegen den IS

In Syrien und im Irak kämpfen mittlerweile auch assyrische christliche Milizen (Symbolbild) Foto: Jayel Aheram | CC BY 3.0
Der Amerikaner Matthew VanDyke bildet Christen im Irak für den Kampf gegen den IS aus. Damit befindet er sich in einer Grauzone. Christen aus Amerika finanzieren die Ausbildung.


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Der 35-jährige Amerikaner Matthew VanDyke hat bereits gemeinsam mit Rebellen in Syrien und Libyen gekämpft. Nun ist er erneut in Erscheinung getreten, berichtet die Tageszeitung Die Welt. VanDykes privates Militärunternehmen Sons of Liberty International (SOLI) hat christliche Freiwillige für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) ausgebildet. Laut dem Magazin USA Today hat eine brutale Ermordung von zwei US-Bürgern VanDyke dazu bewegt, sich am Kampf gegen den IS zu engagieren. Sein Unternehmen soll bereits einige hundert Freiwillige ausgebildet haben, die sich als „Einheit zum Schutz der Ninive-Ebene“ (Nineveh Plain Protection Units, kurz NPU) versteht.

Ninive ist eine Region im Nordirak. Assyrische Christen und andere Minderheiten sehen dieses Gebiet als ihre Heimat an. Diese wollen sie verteidigen und nicht dem IS überlassen. Erst vergangene Woche hatte der IS mehr als 220 assyrische Christen in Syrien verschleppt. Inzwischen wurden 19 der verschleppten Christen gegen Lösegeld wieder frei gelassen.

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Experten sehen Esoterik als Gefahr: „Die Religion des 21. Jahrhunderts“

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Von der Channeling-Botschaft aus dem Jenseits bis zum Engelsspray aus der Flasche: Mit neuen, aggressiven Marketingmethoden schwappt die Esoterikwelle nach Österreich.


nachrichten.at

Experte Johannes Fischler schätzt, dass diese Branche in Deutschland jährlich 20 bis 25 Milliarden Euro Umsatz macht: „In Österreich rechnet man mit einem Zehntel davon, vielleicht mehr.“

Während früher die Gurus ihre Anhänger um sich scharten, um sie dann auszubeuten, seien nun die Methoden weitaus raffinierter. „Es gibt fast immer einen stufenweisen Weg, der zum Licht oder zur Erleuchtung führt“, sagt Fischler, der zu diesem Thema das Buch „New Cage – Esoterik 2.0“ schrieb. Via Abonnement bucht man kostspielige Fernlehrgänge im Internet, bevor man selbst zur Lichtperson oder zum Heiler wird. Dieser werbe dann neue Schüler an. Daher sei mittlerweile an jeder Hausecke ein Meister zu finden: „Es ist eine spirituelle Epidemie ausgebrochen.“ Fischler spricht von einer „Invasion der Meister“: „Sie verbreiten sich nach dem Schneeballsystem.“

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Sultan Erdogan von den Harkonnen bedroht?

erdogan-sultanTürkeis Staatspräsident Erdogan hat Angst vor Anschlägen. Deshalb lässt er in einem Speziallabor seines Palastes Speisen und Getränke überprüfen – unter anderem auf Radioaktivität.


SpON

Fünf Ärzte kümmern sich rund um die Uhr um die Gesundheit des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan – auch darum, dass der Staatschef kein vergiftetes Essen und Getränke bekommt. Erdogan hat nach einem Bericht der Zeitung „Hürriyet“ in seinem Palast in Ankara ein Speziallabor eingerichtet, in dem die Lebensmittel für das Staatsoberhaupt auf Giftstoffe geprüft werden.

Das Blatt zitiert den AKP-Parlamentsabgeordneten Cevdet Erdöl, der als Erdogans Leibarzt fungiert. Er sagte der Zeitung, so sollten Anschläge auf den Präsidenten vereitelt werden. Speisen und Getränke für Erdogan würden auf radioaktive Strahlung, chemische Stoffe, Schwermetalle und Bakterien hin geprüft.

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Sagenumwobene „Stadt des Affengotts“ im Dschungel entdeckt

illu.: university of houston Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.
illu.: university of houston
Mitten im Regenwald im unberührten Norden von Honduras entdeckten Forscher die legendäre Ciudad Blanca. Erste Hinweise darauf ergaben bereits Luftaufnahmen im Jahr 2012.
600 bis 1000 Jahre alte Überreste vermutlich Teil einer versunkenen Zivilisation


derStandard.at

Seit Jahrhunderten kursieren Legenden von der „Stadt des Affengotts“, die von der Zeit vergessen im mittelamerikanischen Regenwald verborgen liegen soll. Abenteurer und Glücksritter wollen immer wieder von spektakulären weißen Ruinen gehört haben. Einheimische kennen sie als „Weiße Stadt“ oder „Ort des Kakaos“, in der sich einst die präkolumbischen Ureinwohner vor den spanischen Konquistadoren versteckt hatten – eine Art Garten Eden, aus dem jene, die ihn betraten, niemals mehr zurückkehrten.

Nun hat ein internationales Wissenschafterteam in Honduras die praktisch unberührten Überreste dieser sagenumwobenen Dschungelstadt entdeckt – mehr noch: Es scheint, als handelt es sich in Wirklichkeit um die Ruinen einer ganzen untergegangenen Zivilisation.

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Hindu-Politikerin: Muslimische Schauspieler vermitteln nicht die richtigen Werte

Schauspieler Schah Rukh Khan in einer Filmszene. Bild: ORF.at
Sadhvi Prachi von der hindu-nationalistischen BJP hat Hindus zum Boykott von Filmen mit muslimischen Schauspielern aufgerufen, da sie nicht die „richtigen“ Werte vermitteln würden.


religion.ORF.at

Eine Politikerin der indischen Regierungspartei hat Hindus zum Boykott von Filmen mit muslimischen Schauspielern aufgerufen. Sadhvi Prachi von der hindu-nationalistischen BJP sprach nach Medienberichten von den drei Bollywood-Superstars Schah Rukh Khan, Salman Khan und Aamir Khan. Die BJP ist eine hindu-nationalistische Partei, die gezielt die fast 80 Prozent Hindus in Indien anspricht. Viele Muslime, Christen, Sikhs, Jains oder Buddhisten fühlen sich derzeit benachteiligt oder bedroht. Die andere alte große Partei Indiens, die Kongresspartei, betrieb oft eine ähnliche Klientelpolitik.

Prachi: Khan-Filme unterstützen „Liebes-Dschihad“

„Unsere Kinder bekommen von den Khan-Filmen nicht die richtigen Werte vermittelt. Die unterstützen den Liebes-Dschihad“, sagte Prachi nach Angaben der indischen Zeitung „Hindustan Times“ vom Montag. Damit wird unterstellt, Muslime verführten gezielt hinduistische Mädchen und zwängen sie, zum Islam zu konvertieren. Auf die Aussagen folgte ein Sturm der Entrüstung.

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5 Antworten auf die homphoben Sprüche von Birgit Kelle

Bild: Imago/Huffington Post

Homophobie bei „Hart aber Fair“.Brigit Kelle ist Autorin (u. a. für das katholische Online-Portal www.kath.net), Frauenrechtlerin und vor allem: Demagogin. Zusammen mit Beatrix von Storch (AfD) heizt sie die Demonstrationen gegen Sexuelle Vielfalt im Bildungsplan an.

Jetzt war sie mal wieder zu Gast bei „Hart aber Fair“ zum Thema „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ Wie immer schwer verdaulich, denn Birgit Kelle arbeitet bei ihrem Kreuzzug gegen neue Bildungspläne vor allem mit Polemik und wirft gerne Fragen auf, die sie selber zu beantworten offenbar nicht imstande ist. Oder sie will Dinge nicht zu Ende denken. MÄNNER-Chefredakteur Kriss Rudolph ist gerne behiflich.

Huffington Post/Männer

1. „Soll mein kleiner Kerl überlegen, ob er wohl schwul ist, weil er seinen besten Freund echt gern hat und sie sogar im gleichen Bett am Wochenende übernachten?“

Abgesehen davon, dass wir die Wendung „mein kleiner Kerl“ für Ihren Sohn merkwürdig finden: Ja, liebe Frau Kelle, genau das soll er. Überlegen hat noch niemandem geschadet, speziell über diese Frage. Es wird ihn sicher nicht in eine Lebenskrise stürzen, sondern zu einem offenen, empathischen Menschen machen (womit er sich von seiner Mutter unterscheiden wird). Finden Sie das eine so schlimme Vorstellung?

2. „[Was ist schwul?] Ich habe [meinem Sohn] erklärt […] Dass es Männer gibt, die nicht nur andere Männer lieben – das tut er auch, er hat einen Vater und Brüder und Freunde -, sondern so sehr lieben, dass sie den anderen Mann auch heiraten wollen. Da hat er den Unterschied verstanden. Es ließ ihn staunend mit offenem Mund zurück.“

Wir wollen hoffen, dass Ihr kleiner Kerl den Mund inzwischen wieder zumachen kann. Wenn es für ein Kind eine solche Sensation ist, dass sich zwei Menschen lieben – da möchte man nicht wissen, in was für einer kalten und lieblosen Atmosphäre der arme Junge aufwächst.

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Kirche in Norwegen droht Millionenschaden

Bild: tilly
Bild: tilly
Es könnte ein richtig großer Betrugsskandal werden: In Norwegen sind der Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, sein Bistum und mehrere Mitarbeiter angeklagt worden. Der Vorwurf: Einwanderer aus mehrheitlich katholischen Ländern seien ohne ihr Wissen als Katholiken registriert worden, um auf diese Weise höhere Zuschüsse des Staates zu erhalten.


Von Benjamin Lassiwe|kath.net

In Norwegen gibt es keine Kirchensteuer – stattdessen erhalten Kirchen- und Weltanschauungsgemeinschaften Unterstützung vom Staat, deren Höhe sich an der Zahl der Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft bemisst.

Erstmals hatten norwegische Medien im Herbst 2014 über den Verdacht berichtet: Es war die Pressesprecherin des Humanistischen Verbands Norwegen, die aus Polen stammende Agnieszka Bryn, die zufällig herausfand, dass sie von der katholischen Kirche als Mitglied angegeben worden war. Seitdem kamen immer mehr Fälle ans Tageslicht. Zuletzt sagte die Leiterin einer Buddhisten-Gemeinde in Oslo der Boulevardzeitung «VG», mehrere ihrer Gemeindeglieder, die teils schon seit vielen Jahren praktizierende Buddhisten seien, würden von der katholischen Kirche als Mitglieder geführt.

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Malediven: „Nach diesem Interview werde ich mehr Todesdrohungen bekommen“

Der ehemalige politische Häftling Mohamed Nasheed gelangte 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des Inselstaats Malediven. Bild: stern.de
Mohammed Nasheed wurde gefoltert, war Präsident der Malediven, wurde zum Klimakämpfer. Nun ließen ihn seine Gegner verhaften. Dem stern gab er eines seiner letzten Interviews vor dem Gefängnis.


Von Marc Goergen|stern.de

Die Malediven gelten als der Inbegriff des friedlichen Paradieses – tatsächlich aber werden die Atolle im Indischen Ozean autoritär regiert. Mohammed Nasheed war einmal die Hoffnung der Demokratie auf den Malediven. 2008, bei den ersten freien Wahlen im Land, wurde er zum Präsidenten gewählt. Schnell galt er wegen seines Charismas, seines jugendlichen Auftretens und wegen seines Kampfes gegen den Klimawandel als „Unterwasser-Obama“. Im 2012 aber wurde Nasheed aus dem Amt geputscht. Seitdem kämpft er aus der Opposition heraus gegen das Regime.

Dabei wurde er immer wieder bedroht, von Islamisten wie auch aus der Regierungs heraus. Vor wenigen Tagen ist Nasheed wieder verhaftet worden. Er wird beschuldigt, im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Im Falle seiner Verurteilung drohen dem 47-Jährigen mehr als zehn Jahre Gefängnis. Nasheeds oppositionelle Maledivische Demokratische Partei (MDP) und Anwälte nannten die am Sonntag erfolgte Festnahme des Politikers „politisch motiviert“ und „vollkommen willkürlich“.

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Zusätzliches Kirchen-Personal: Manager im Auftrag des Herrn

Selbstdarstellung der Erzdiözese München/Freising. Bild: bb
Selbstdarstellung der Erzdiözese München/Freising. Bild: bb
  • Viele Pfarrer klagen über Arbeitsüberlastung und Stress. Jetzt reagiert das Erzbistum München und Freising: Es stellt Verwaltungsleiter für die Pfarreien und Pfarrverbände ein.
  • Seelsorger sollen sich wieder mehr um die Menschen kümmern können und bei Verwaltungsarbeiten entlastet werden.
  • Bis zu 100 neue Stellen sind vorgesehen.


Von Jacob Wetzel|Süddeutsche.de

Die katholische Kirche steuert um: Das Erzbistum München und Freising will künftig seinen Seelsorgern hauptamtliche Verwaltungsleiter zur Seite stellen. Denn immer mehr Pfarreien werden zu Pfarrverbänden zusammengelegt, die Pfarrer müssen deshalb zunehmend Management-Aufgaben erledigen, statt sich um die Gläubigen kümmern zu können.

Das soll sich nun ändern. Die Kirchenleitung will demnach mindestens 67 Fachkräfte einstellen, um Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter zu entlasten. Das bestätigte ein Kirchensprecher am Montag auf Anfrage. Die ersten Verwalter sollen im September die Arbeit aufnehmen. Die Kirche rechnet mit Kosten in Höhe von vier Millionen Euro im Jahr.

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Nach Löschung von Accounts: Islamischer Staat bedroht Twitter-Gründer

Sreenshot techcrunch
Sreenshot techcrunch
Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ bedroht Twitter-Gründer Jack Dorsey. Der Kurznachrichtendienst will den Fall nun selbst untersuchen.


SpON

Der Onlinedienst Twitter hat nach eigenen Angaben Drohungen erhalten, weil er Nutzerkonten mit Verbindungen zur Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) blockiert hat. „Unser Sicherheitsteam untersucht gemeinsam mit den Strafverfolgungsbehörden den Wahrheitsgehalt dieser Drohungen“, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Im Internet war zuvor ein Bild aufgetaucht, das Twitter-Gründer Jack Dorsey im Visier eines Fadenkreuzes zeigt. In einer Botschaft auf Arabisch wird Dorsey mit Rache für die Sperrung von Nutzerkonten gedroht.

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Ein Islamgesetz nach österreichischem Vorbild?

Islamisches Forum Penzberg, Bayern. Bild: Akif Sahin/CC BY 2.0
So funktioniert Agenda-Setzung. Am Wochenende, nachdem in Österreich ein neues Islamgesetz verabschiedet wurde, melden sich konservative deutsche Politiker zu Wort. Von dem Gesetz in Österreich könne „man viel lernen“, so CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn in der Bild-Zeitung. Ebenfalls im Boulevard erklärte Parteikollege Günter Krings, dass die Konflikte zwischen dem Islam und unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht kleiner würden, „solange ihre Prediger (der muslimischen Mitbürger, Einf. d. A.) in der Türkei ausgebildet oder gar mit arabischem Geld bezahlt werden, werden die Konflikte zwischen dem Islam und unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht kleiner werden.“


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Krings, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, fordert, dass neben den Religionslehrern auch islamische Seelsorger an deutschen Hochschulen ausgebildet werden, „in deutscher Sprache und nach einem deutschen Studienplan“. Beide Unionspolitiker gehören zu den Unterzeichnern des Manifests „CDU 2017“. Auf der dazu gehörigen Webseite findet sich dann auch ein Beitrag zum Thema vom 26. Februar, überschrieben: Für einen Islam mitteleuropäischer Prägung. Das österreichische Parlament hatte das Islamgesetz am 25. Februar verabschiedet. Der Integrationsminister des Nachbarlandes Sebastian Kurz verspricht sich davon, dass es „einen Islam europäischer Prägung“ ermöglicht.

Symbolpolitik: „Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, nahm den Spielball auf. Er erklärte, dass ein solches Gesetz dazu beitragen könne zu zeigen, dass der Islam zu Deutschland gehört. „Wir brauchen so eine Richtung in Deutschland, um wieder Normalität und Selbstverständlichkeit in der muslimischen Community herzustellen“, wurde Mazyek vorab aus einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix, das gestern ausgestrahlt wurde, zitiert. Beim katholischen Domradio wurde Mazyeks Zitat noch mit Aussagen des Unionspolitikers Lammert umrahmt, der sich ebenfalls zu einem „möglichen deutschen Islamgesetz“ äußerte: Imame sollten seiner Auffassung nach hierzulande Deutsch sprechen.

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Antisemitismus an Schulen: Jude als Schimpfwort

Bild: bb
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Das Wort Jude gilt mittlerweile in vielen deutschen Schulen als Schimpfwort. Immer mehr jüdische Jugendliche werden deshalb von ihren Eltern von den staatlichen Schulen abgemeldet und besuchen jüdische Einrichtungen.


Von Heike Schmoll|Frankfurter Allgemeine

Das Wort „Jude“ wird mittlerweile auf vielen deutschen Schulhöfen als Schimpfwort verwendet. Manchmal geht das Hetzen gegen jüdische Mitschüler vor allem durch arabische Kinder so weit, dass die Betroffenen die Regelschule verlassen und auf eine jüdische Einrichtung wechseln. Ein jüdischer Jugendlicher aus Berlin berichtet, die verbalen Entgleisungen seiner Mitschüler seien so unerträglich geworden, dass seine Eltern ihn von der staatlichen Schule abgemeldet und bei der jüdischen Oberschule angemeldet hätten.

Aus Anlass des jüdischen Jugendkongresses, der am vergangenen Wochenende in Berlin stattfand, haben sich junge jüdische Erwachsene Gedanken über wachsende antisemitische Tendenzen in der deutschen Gesellschaft und ihre eigene Zukunft gemacht. Manche denken an Auswanderung, die meisten aber wollen bleiben, weil antisemitische Rädelsführer sonst erreicht hätten, was sie wollen.

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Ewiggestrige Schleswig-Holsteiner kämpfen für Gottesbezug

Die Abgeordneten stimmten im vergangenen Oktober für eine Verfassung ohne Gottesbezug. Eine Volksinitiative will das nicht hinnehmen (Archivbild) Foto: BJOERN WILKE
Eine Volksinitiative in Schleswig-Holstein will den Gottesbezug in der Landesverfassung sehen. Zu den Initiatoren gehören die früheren Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) und Björn Engholm (SPD). Im vergangenen Jahr hatte der Landtag eine neue Verfassung ohne Gottesbezug beschlossen.


pro Medienmagazin

Mindestens 20.000 Unterschriften will die Initiative sammeln, berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Wenn das gelingt, muss sich der schleswig-holsteinische Landtag erneut mit dem Thema Gottesbezug befassen. Im vergangenen Oktober hatte er eine reformierte Landesverfassung beschlossen, die ein Sonderausschuss ein Jahr lang erarbeitet hatte. Zur Debatte stand auch die Formulierung „in Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Zwei Drittel der Abgeordneten hatten für den neuen Verfassungstext gestimmt, der diese Formulierung nicht beinhaltete. Den Gottesbezug hatten nach Angaben des NDR vor allem die CDU-Fraktion und Ministerpräsident Thorsten Albig (SPD) gefordert. Albig begründete seine Forderung damit, die große Mehrheit der Menschen in diesem Land führe ihre Existenz auf etwas Höheres zurück. FDP-Fraktionschef Wolgang Kubicki bekannte sich damals zwar als gläubiger Christ, erklärte aber, Gott gehöre nicht in die Verfassung, sondern in das tägliche Leben.

Die nun entstandene Volksinitiative unterstützen auch die Nordkirche, das Erzbistum Hamburg, die islamische Religionsgemeinschaft Schleswig-Holstein und der Landesverband der jüdischen Gemeinden.

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„Wir sind Kirche“ macht Druck auf Bischöfe

Bild: wir-sind-kirche.at
Vor der Frühjahrskonferenz drängt die kritische Plattform „Wir sind Kirche“ die heimischen Bischöfe zu „kühnen Vorschlägen“ in der Familienpolitik.


Die Presse

Die kritische Plattform „Wir sind Kirche“ drängt die Bischöfe zum Auftakt von deren Frühjahrskonferenz zu „kühnen Vorschlägen“ etwa in der Familienpolitik. Schließlich habe auch der Papst dazu aufgefordert. Da solche Vorschläge bisher aber ausgeblieben seien, gebe es weiter ungebremste Austrittszahlen und Resignation.

Die österreichischen Bischöfe sollten sich nach Vorstellung von „Wir sind Kirche“ entschieden dafür einsetzen, dass bei der Ordentlichen Bischofssynode im Herbst 2015 noch sehr viel mehr „Laien“, die über sehr unterschiedliche Familienerfahrungen verfügten, rede- und stimmberechtigt teilnehmen könnten.

Gefordert sei jedenfalls ein neues Verständnis der Sexualität sowie eine Anerkennung der verantworteten Gewissensentscheidung in Fragen der Empfängnisregelung. Zudem dürften geschiedene Wiederverheiratete nicht weiter von den Sakramenten ausgeschlossen bleiben. Nötig sei überdies ein Ende jeglicher Diskriminierung von Frauen inner- und außerhalb der Kirche. Priestern müsse endlich das Recht auf Familienleben eingeräumt werden. Schließlich will „Wir sind Kirche“ eine Entdiskriminierung von Homosexuellen.

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