Dodo Marx: In der Ökumene geht es um die Zukunft des Christentums


Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Münchner Kardinal: Nicht das Trennende ins Zentrum stellen, „sondern das, was uns verbindet, und das ist doch das Evangelium“


kathweb

Das Gespräch zwischen Katholiken und Protestanten ist nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, auch immer wieder geprägt von der Frage nach der Zukunft des Christentums. „Das kann den Dialog verstärken, aber auch schwächen, weil wir in der Analyse der Situation nicht so einfach zusammenkommen“, sagte Marx der französischen Jesuitenzeitschrift „Etudes“. Das gelte innerhalb der eigenen Kirche, aber auch zwischen den Konfessionen.

Das Interview ist in deutscher Übersetzung auf der Internetseite der „Stimmen der Zeit“ veröffentlicht. Erst im Jänner war ein Gespräch mit Marx in dem US-Jesuiten-Magazin „America“ erschienen.

In Deutschland sei das Gespräch zwischen evangelischer und katholischer Kirche auf einem „sehr freundschaftlichem, intensiven Niveau“, erklärte der Erzbischof von München und Freising. Da der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, auch bayerischer Landesbischof sei und ebenfalls wie Marx in München lebe, werde sogar schon von der „Ökumene der kurzen Wege“ gesprochen. Grundsätzlich aber gelte für die Ökumene, nicht das Trennende ins Zentrum zu stellen, „sondern das, was uns verbindet, und das ist doch das Evangelium“.

Sorge bereitet dem Kardinal jedoch, dass in den Kirchen die Kenntnis der anderen Konfessionen nicht zugenommen habe. Die ökumenisch Engagierten gehörten eher den älteren Generationen an. Manche verstünden nicht die Wichtigkeit des theologischen Dialogs und meinten, es komme nur auf gemeinsame Aktionen an.

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