BBC-Pseudodokumentation verärgert EU-Gegner


Protest gegen die Politik der EU, verkörpert durch Kanzlerin Merkel und Frankreichs früheren Präsidenten Sarkozy. Szene aus „The Great European Disaster Movie“. Screenshot: Tsp
Wenn Europa kollabiert: Die BBC-Produktion „The Great European Disaster Movie“ empört Europa-Gegner. Sie werfen dem Sender Parteilichkeit in EU-Fragen vor.


Von Matthias Thibaut|DER TAGESPIEGEL

Angela Merkel tritt als Präsidentin des Europäischen Rats zurück. Frankreichs Präsidentin Marine Le Pen ruft den Notstand aus. In Rom werden Demonstranten erschossen. Spanien hat Gibraltar isoliert und der IS steht vor den Toren Wiens. Und dann lässt der Premier von „Großengland“, Nigel Farage, auch noch Millionen von EU-Migranten deportieren.

Alles Teil einer „fiktiven Dokumentation“, in der sich die BBC den Niedergang der EU in nicht allzu ferner Zukunft ausmalt. „The Great European Disaster Movie“ endet damit, dass ein Flugzeug in Glasgow landen muss, das durch das kollabierte Europa irrt. Darin sitzen ein Professor und ein junges Mädchen.

Der Professor muss dem Mädchen erklären, was Europa einmal gewesen ist.

„Von sachlicher Argumentation so weit entfernt wie nur denkbar“, schimpfte der Kritiker des euroskeptischen „Daily Telegraph“ über den „Mischmasch von Fakten, Fiktionen und wilden Spekulationen“ und das „herablassendste Stück Fernsehen seit Langem“. Aber Kontroversen löste der Film nicht etwa aus, weil er schlicht langweilig war, sondern weil EU-Skeptiker in ihm einen weiteren Beweis für die Parteilichkeit der BBC in EU-Fragen sahen.

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