“Irgendetwas stimmt hier nicht…!” – wie sich die Edathy-Wut im Web entlädt


Sebastian Edathy (l.), Til Schweiger
Nachdem das Gerichtsverfahren gegen den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften gegen eine Geldauflage eingestellt wurde, schlagen die Wogen im Web hoch. Eine Online-Petition gegen die Einstellung des Verfahrens findet schnell Zuspruch, Prominente wie Til Schweiger oder Hans Sarpei befeuern den Volkszorn. Justiz und Bürger haben sich entfremdet.


Von Stefan Winterbauer|MEEDIA

Viele empfinden die Einstellung des Gerichtsverfahrens gegen Sebastian Edathy gegen eine Geldzahlung von 5.000 Euro offenbar als große Ungerechtigkeit. Im Internet wird immer wieder zwischen Edathy und dem Fußballer Marco Reus verglichen. Reus wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 540.000 Euro verurteilt. Die Logik des Volkszorns: Ein angeblicher Kinderpornograf kommt mit vergleichsweise läppischen 5.000 Euro davon, wer ohne Führerschein fährt, muss eine halbe Million zahlen. So ist es freilich nicht.

Der Großverdiener Reus wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, die Höhe der Strafe richtete sich dabei nach seinem Einkommen. Edathy wurde nicht verurteilt, das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt, er ist nicht vorbestraft. Auch hier bemessen sich die 5.000 Euro Geldauflage an seinen Einkommensverhältnissen. Einigen prominenten Zeitgenossen, wie dem gerade umtriebigen Schauspieler Til Schweiger, ist das zuviel an Differenziertheit. Er legte auf Facebook los: “Reus ist ohne Fahrerlaubnis gefahren, hat aber niemand verletzt….Edathy hat einen Führerschein und hat zwar direkt auch niemand verletzt, aber er hat Videos konsumiert, die so viele Kinder direkt verletzt und zerstört haben…er bezahlt 5000 und Reus 500 000! Irgendwas stimmt hier nicht….! Ich bin wütend…!!!”

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