Neue Schau im Berliner Dom – „Du sollst dir (k)ein Bild machen“


Bild: rbb,inforadio
Kein neobarocker Prunk mehr im Zentrum des Berliner Doms, sondern glatte Wände und ungewöhnliche Skultpuren. In der gegenwärtigen Ausstellung geht es bis Pfingsten um das Bilderverbot in Religionen und um die Wiederkehr des Phänomens Bildersturms. Die Bandbreite der insgesamt 70 Kunstwerke ist groß.


Von Sigrid Hoff|rbb Kultur

Im Dom, Berlins imposantester Kirche, werden Gottesdienste gefeiert. Orgelmusik erklingt, alles läuft wie gewohnt. Die Tauf- und Traukirche südlich des Hauptraums jedoch bietet einen überraschenden Anblick: Die reich dekorierten Wände sind hinter sechs Meter hohen, grauen Einbauten verschwunden. Gleich gegenüber vom Eingang begrüßt eine lilafarbene Neonskulptur den Besucher: „Du sollst dir kein Bild machen“, das zweite Gebot, steht dort in hebräischer Schrift.

Auf der linken Seite, wo normalerweise der Altar zu sehen ist, zeigt ein kleines Fenster in der dunklen Wand eine aufgeschlagene alte Bibel mit Goldschnitt. Daneben ist ein 30 mal 30 Zentimeter großes Kunstwerk von Luciano Fontana aus dem Jahr 1968 in die Wand eingelassen: ein rosaroter Kunststoff mit einem tiefen Schnitt in der Mitte. Er klafft wie eine Wunde auseinander, aber er weckt auch sexuelle Assoziationen.

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