Hoffnung: Religion wird in Zukunft wichtiger

Der Religionswissenschaftler Prof. Georg Schmid. Foto: PR
Die Bedeutung von Religion wird in den nächsten Jahrzehnten weltweit zunehmen – allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Diese Einschätzung gibt der Religionswissenschaftler Prof. Georg Schmid (Rüti/Schweiz) im Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW/Berlin).


idea.de

Der Beitrag trägt den Titel „Die Zukunft der Kirchen und Religionen“. Wie Schmid schreibt, wird die Entkirchlichung in Mittel- und Westeuropa weiter fortschreiten. Vor allem die beiden großen Kirchen würden weiter Mitglieder verlieren. Ausnahmen bildeten lediglich einzelne attraktive Freikirchen. „Wahrscheinlich besteht weltweit ein Zusammenhang zwischen wachsendem Wohlstand und abflauender Religiosität“, so Schmid. Der Schwerpunkt des Christentums verschiebe sich immer offenkundiger in die außereuropäische Welt. In den sogenannten Schwellenländern zeige das Christentum vor allem in seinen evangelikal-charismatischen Ausprägungen eine in diesem Ausmaß noch nie dagewesene Anziehungskraft. Etwas überspitzt lasse sich sagen: „Der Westen wird ‚östlicher’ und säkularer, der Osten und der Süden werden christlicher.“ Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht abzusehen.

Umstrittene Homöopathie lockt 300 Besucher in die Villinger Neue Tonhalle

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Buchautoren Irene Schlingensiepen und Mark Alexander Brysch stellen sich den Fragen des Publikums in der neuen Tonhalle in Villingen.


SÜDKURIER

Homöopathie für Skeptiker? Zwei Experten und Buchautoren zum Thema sind anwesend, die Ärztin Irene Schlingensiepen und Mark Alexander Brysch werden referieren. Dass da jedoch nicht viele Skeptiker an diesem Abend in der Neuen Tonhalle sind, zeigt sich schnell. Die erste Frage lautet nämlich, wie viele Skeptiker denn heute im Saal seien? Die lassen sich mit zwei Händen zählen. Und wer hat schon mal Homöopathie genutzt? Von den rund 300 anwesenden Gästen heben mindestens 250 die Hand.

Doch an was glauben all diese Menschen? Wenn man eine Schmerztablette in den Bodensee werfen würde, hätte dieser die Schmerzmittelverdünnung einer durchschnittlichen homöopathischen Dosis. Und eine C 30 Potenz hat eine so geringe Menge der Urtinktur in sich, dass schlicht gar weniger als nichts mehr davon zu finden ist.

Erklärung für die Wirkung ohne vorhandene Substanz? Wasser habe eine Erinnerungsstruktur, versucht sich Irene Schlingensiepen etwas holperig in ihrer Darlegung. Durch das Verschütteln, die Methode der Potenzierung werde „die Drehgeschwindigkeit der Dipole“ geändert, auf „feinster physikalischer Ebene tue sich da was“. Aha. Allerdings nur, wenn die Ursubstanz „ganz speziell verschüttelt“ wird. So so. Da müsste sich Wasser ja an ziemlich viel erinnern nach vielen Jahrmillionen der Verdunstung und Wiederabregnung, völlig reines Wasser ohne Erinnerung an die Urzeiten der Erde dürfte schwerlich zu finden sein.

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„Der Fisch in uns“, 3sat: Unterhaltsame Wissenschaft

Eine Computeranimation: Neil Shubin am Strand mit drei alten Spezies. Wissenschaftler untersuchen die Folgen, die unsere Abstammung von diesen Tieren auf unser Leben hat. Foto: ZDF und Mike Coles; Tangled Bank Studios
Ein US-Wissenschaftler reist um die Welt, um die menschliche Entwicklung zu erkunden. Die digitale Filmtechnik hilft ihm, sie vor der Kamera zu erklären.


Von Daland Segler|Frankfurter Rundschau

Dass wir aus dem Wasser kommen, wissen wir. Aber wie sind wir da bloß herausgekommen? Schon Charles Darwin versuchte, diese Frage zu beantworten, aber der Vater der Evolutionsforschung hatte weder die Kenntnisse noch die Mittel, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Heute, fast 200 Jahre später, stehen den Wissenschaftlern ungleich mehr Forschungsergebnisse und vor allem -Möglichkeiten zur Verfügung. So darf der amerikanische Paläontologe Neil Shubin denn auch um die ganze Welt reisen, um seine Untersuchungen voranzutreiben. Und das demonstriert er in seiner dreiteiligen Dokumentation über die menschliche Entwicklung ausgiebig – und etwas zu sehr ichbezogen: kaum eine Sequenz, in der Shubin sich nicht ins Bild rückt.

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Keine Meinungsfreiheit für Christen?

justiz_grossMeinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Doch dürfen sich auch bekennende Christen auf ihre Meinungsfreiheit berufen? Die Entwicklung in Deutschland lässt Zweifel aufkommen. kath.net-Kommentar

Von Dr. Klaus Michael Alenfelder|kath.net

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Der freie Austausch von Meinungen und Gedanken ist Grundvoraussetzung jedes demokratischen Staates. Daher ist die Meinungsfreiheit in Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes ausdrücklich verankert. Gilt dies auch für bekennende Christen? Die Entwicklung in Deutschland lässt Zweifel aufkommen.

Da wird ein Christ politisch untragbar, weil er sich zum Lebensschutz bekannt hat (Markus Hollemann), gläubige Christen werden als „Fundamentalisten“ diffamiert und in die Nähe des Rechtsextremismus gerückt, statt sich sachlich mit ihrem Glauben und ihren Ansichten auseinanderzusetzen.

Es entsteht der Eindruck, Meinungsfreiheit und Fairness gelten für bekennende Christen nicht mehr.

Immer häufiger werden Christen angegriffen, die ihren Glauben außerhalb der eigenen vier Wände bekennen. Dabei werden vier Methoden angewandt:

  1. Lächerlich machen, verleumden und mundtot machen
  2. Straftaten und Gewalt
  3. Verlust der Arbeit – Vernichten der finanziellen Grundlagen
  4. Verbannen aus Politik und Öffentlichkeit

Ziel ist es, bekennende Christen aus der Öffentlichkeit zu verjagen und sie in die innere Emigration zu zwingen. Im Einzelnen:

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Facebook: Eine Freundschaftsanfrage vom Islamischen Staat

Facebook Welt 2010
Facebook Welt 2010
Ein paar unbedachte Facebook-Likes, etwas Pech beim Algorithmus – und schon können junge Menschen in die Fänge der Terrororganisation IS geraten. Die automatischen Empfehlungsmaschinen der sozialen Medien vernetzen Nutzer mit Anwerbern des Dschihadismus


Von Cathleen Berger, Lea Gimpel|Cicero

Kurz vor Weihnachten war es soweit: Tunesien, das Land, in dem der Arabische Frühling 2010 begonnen hatte, wählte einen neuen Präsidenten. Was nach den Protesten im Iran 2009 als die nächste Twitterrevolution in den ausländischen Medien hochgejubelt wurde, fand mit der Wahl von Präsident Béji Caïd Essebsi ein gutes Ende. Damit hat Tunesien auch die letzte Stufe der Demokratisierung erfolgreich genommen, lobten Medien hierzulande.

Seitdem haben Proteste wie im Gezi Park in Istanbul oder die Regenschirm-Revolution von Hongkong das Bild der sozialen Medien gestärkt: Sie erscheinen als Treiber von Freiheit und selbstorganisierter Demokratie – auch gegen den Willen der jeweiligen Regierung.

Doch die Rolle der sozialen Medien ist widersprüchlicher denn je. Weder können sie aus sich heraus mehr Demokratie schaffen, wie begeisterte Technikenthusiasten anführen. Noch sind sie ein Spiegelbild unserer realen Welt, wie Unternehmen wie Facebook und Twitter gerne behaupten. Ganz im Gegenteil: Sie sind darauf programmiert, unsere Aufmerksamkeit nach bestimmten Mustern zu steuern. Sie führen ein verdecktes Eigenleben.

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Papst besucht Camorra-Hochburg in Neapel

Bild: hiphop 'n'more
Bild: hiphop ’n’more
Papst Franziskus reist nach Neapel, und das nun veröffentlichte Programm der Reise am 21. März verspricht einen intensiven Tag für das Kirchenoberhaupt. Wie Radio Vatikan bereits berichtete, wird Franziskus die Camorra-Hochburg Scampia im Norden Neapels besuchen.


Radio Vatikan

Das in ganz Italien als sozialer Brennpunkt verrufene Stadtviertel weist eine hohe Kriminalitätsrate auf. Vor den Hochhaussiedlungen des Vororts trifft der Papst am 21. März um 9.30 Uhr die Bevölkerung sowie Vertreter der Behörden und der Arbeitswelt und hält eine Rede.

Papst Franziskus reist mit dem Helikopter an. Sein erster Halt gilt, noch vor Scampia, dem Marienheiligtum in Pompeji nahe der antiken Ausgrabungsstätte.

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Tagung widmet sich religiösen Atheisten

HP der Sunday Assembly, Screenshot: BB
HP der Sunday Assembly, Screenshot: BB
Religiösen Atheisten widmet sich eine Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar von Freitag, dem 17. bis Sonntag, 19. April 2015. Auch wenn Atheismus keine neue Erscheinung ist, so scheint sich doch ein Trend zu einer „Religion für Atheisten“ abzuzeichnen, wie sie sich gegenwärtig beispielsweise in der Sunday Assembly formiert.


Deutschland Today

Diese in Großbritannien entstandene Bewegung versteht sich als „religionsneutrale Kirche“ ohne Gott und hat nach 18 Monaten bereits über 50 Gemeinden weltweit. Sie ist ein Beispiel für das Bedürfnis nach neuen spirituellen Ausdrucksformen. Daneben lässt sich auch in Kunst, Literatur und Philosophie ein Ringen um zeitgemäße Formen von Spiritualität vor dem Hintergrund einer atheistischen Weltsicht wahrnehmen. Die Tagung will dieses Phänomen mit einem interdisziplinären Zugang beleuchten und einen Überblick über humanistische und atheistische Organisationen geben. Dabei stellt sich auch die Frage nach dem Gottesbegriff und einer Dialogmöglichkeit mit der christlichen Theologie. Anmeldungen bis zum 10. April bei der Evangelischen Akademie Hofgeismar, unter Tel. 05671/8810 und unter http://www.akademie-hofgeismar.de.

Fernsehen verzichtet auf Schock-Bilder von IS

ZDFChef des „heute-journals”: Wir machen uns nicht zu Werkzeugen von Terroristen – Einerseits dürfe man „das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“


kath.net

ZDF-Nachrichtensendung „heute-journal“ verzichtet darauf, noch drastischere Bilder von den Gräueltaten der Terrororganisationen „Islamischer Staat“ (IS) und „Boko Haram“ (Westliche Bildung ist Sünde) zu zeigen. „Die grausamen Bilder des Terrors sind Instrumente in den Händen von IS und Boko Haram, mit denen sie ihre Macht über die Herzen und Köpfe der Menschen absolut machen wollen“, sagte der Chef des heute-journals, Claus Kleber (Mainz), der Programmzeitschrift „HÖRZU“ (Hamburg). Journalisten begäben sich auf eine schwierige Gratwanderung: „Wir dürfen das entsetzliche Geschehen nicht durch Wegschauen verschweigen, aber wir dürfen uns auch nicht zu Werkzeugen der Terroristen machen.“ Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von „HÖRZU“ zufolge finden es 70 Prozent gut, wenn die Nachrichtenredaktionen auf Schockfotos verzichten und bei der Bildauswahl genau vorgehen. Gleichwohl sind 28 Prozent der Meinung, dass aus Informationsgründen noch mehr drastische Fotos und Videos gezeigt werden sollten.

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Ersetzt die Kirchensteuer durch eine Religionssteuer – Post eines Ahnungslosen

Bild: tilly
Bild: tilly
Unser Kirchensteuermodell war rechtlich schon immer fragwürdig. Zeit, daran etwas zu ändern. Wer einen deutschen Islam will, muss dafür auch deutsches Geld ausgeben.


Von Jochen Bittner|ZEIT ONLINE

Einen Islam, der rein faktisch zu Deutschland gehört, gibt es gratis. Entsprechend armselig ist bloß oft die Qualität der Lehre. Wer es zulässt, dass der saudische oder türkische Staat Imame in Deutschland finanziert, die weder Deutsch sprechen noch kritisch-aufgeklärt denken, darf sich nicht wundern, wenn die Glaubenspraxis vieler Muslime mit einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung weiterhin schwer vereinbar bleibt. Ein anderer Islam, einer, der auch normativ zu Deutschland gehörte, würde eine paar Euros kosten. Aber es wäre eine lohnende Investition.

Wie wichtig der Zusammenhang zwischen Geld und zeitgemäßer Religionsinterpretation ist, zeigt sich am Streit um das neue österreichische Islamgesetz. Es sieht eine Menge Rechte für Muslime vor (die staatliche Beachtung islamischer Feiertage und Speisegebote, Anspruch auf Seelsorge in Krankenhäusern oder beim Militär), aber auch eine Reihe von Pflichten und Einschränkungen. Die einschneidendste von ihnen ist das Verbot für islamische Gemeinschaften, künftig Geld aus dem Ausland anzunehmen. Diese Restriktion hat gute Gründe, wie Ednan Aslan hier vor ein paar Tagen darlegte, der Leiter der Islamischen Religionspädagogik und des Instituts für Islamische Studien an der Universität Wien: „Der in Österreich praktizierte Islam ist ein Islam türkischer, arabischer, pakistanischer oder tschetschenischer Prägung, nicht aber einer, der Elemente der Aufklärung auch nur ansatzweise aufgenommen hätte.“

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Türkei sperrt Internetseite von Atheistenverband

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
„Beleidigung religiöser Werte“ als Grund


DIE WELT

Ein Gericht in der Türkei hat den Zugang zur Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes des Landes wegen einer angeblichen „Beleidigung religiöser Werte“ sperren lassen. Die Website des Verbandes könne zu einer „Störung der öffentlichen Ordnung“ beitragen, argumentierte das Gericht in der Hauptstadt Ankara, wie die Atheisten-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Der Verband nannte die Entscheidung „undemokratisch und illegal“.

Todesstrafe: Schwerstmögliche Strafe in Zahlen

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Während die meisten Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben, halten einige weiterhin daran fest. Darunter befindet sich auch ein Land in Europa


Von Michael Bauer|derStandard.at

Die Todesstrafe als schwerstmögliche Strafe war bis Mitte des 19. Jahrhunderts in allen Staaten verbreitet. Als erster Staat schaffte San Marino 1848 die Todesstrafe ab, Österreich zog 1950 nach. 58 Staaten exekutieren sie heute noch, 34 Länder haben de jure noch die Todesstrafe, sie wird aber nicht mehr exekutiert. Als einziges europäisches Land führt Weißrussland die Todesstrafe durch, 2014 wurden mindestens 3 Menschen hingerichtet. Als einziges Mitglied der OECD führte die USA Hinrichtungen durch.

Genaue Zahlen zu Hinrichtungen sind schwer zu bekommen. Wissenschaftler und Aktivisten sind hier auf Medienberichte und Angaben von Regierungen angewiesen. Einige Staaten wie China oder Nordkorea behandeln die Todesstrafe als Staatsgeheimnis. So kann, obwohl bekannt ist, dass diese Staaten regelmäßig Menschen hinrichten, keine genaue Zahl ermittelt werden. Aus dem letzten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zur Todesstrafe im Jahr 2013 (Zahlen zum Jahr 2014 werden Anfang April bekannt gegeben) geht hervor: 22 Staaten führten Hinrichtungen durch. In 57 Staaten wurden Menschen zur Todesstrafe verurteilt.

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Necla Kelek: „Religiöse Symbole gehören nicht in den öffentlichen Raum“

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Islamkritikerin Necla Kelek fordert ein generelles Burka-Verbot in Deutschland und tritt für mehr Säkularität ein


Von Kathrin Frank|Rhein-Neckar-Zeitung

Necla Kelek (57) wurde in Istanbul geboren und kam im Alter von zehn Jahren nach Deutschland. Die promovierte Soziologin arbeitet als freie Autorin und war bis 2004 Mitglied der Deutschen Islamkonferenz.

Sie bezeichnen sich als Muslimin, tragen aber kein Kopftuch. Wie geht das?

Das geht, weil ich muslimisch sozialisiert bin, aber in einem Land, das die Säkularität sehr hoch gehalten hat – die Türkei. Dort waren Politik und Religion getrennt und es war gesetzlich festgeschrieben, dass die Frauen das Recht haben, ohne Kopftuch auf die Straße zugehen. Ich wurde so erzogen, dass Religion im Privaten gelebt und nicht in die Öffentlichkeit getragen wird. Durch meinen Glauben an die Säkularität bin ich überzeugt, kein Kopftuch tragen zu müssen.

Schreibt der Islam überhaupt das Tragen eines Kopftuchs vor?

Der Islam im Zeitkontext des siebten und achten Jahrhunderts schreibt das schon vor. Aber nur, damit die Frau als ehrbare Frau vor den Blicken der Männer und vor Übergriffen geschützt ist. Ich interpretiere das so, dass wir in unserer heutigen Zeit dank der weltlichen Gesetze inzwischen auf das Kopftuch verzichten können. Denn wir haben ja Gesetze, die die Frau schützen. Sie haben die religiösen Gesetze überholt.

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Kod Adi K.O.Z.: Die britische Königin und die Zinslobby gegen die aufrechte Türkei

Filmplakat. Bild: AF-Media GmbH/heise.de
Kod Adi K.O.Z. – so heißt ein Film, der derzeit nicht nur in der Türkei für Furore sorgt. Im Netz türmen sich die Stellungnahmen: „Eine Beleidigung der Filmkunst“ und „schlechte Propaganda für die türkische Regierungspartei AKP“ wettern die einen; „der beste türkische Film, den ich je gesehen habe“, verteidigen die anderen. Allerdings überwiegt klar der „Shitstorm“ und bei der renommierten „Internationalen Filmdatenbank“ imdb.com erhielt der Film eine der schlechtesten Bewertungen aller Zeiten.


Von Rüdiger Suchsland|TELEPOLIS

Ein Kino im Berliner Wedding am vergangenen Donnerstag. Der Verleih lädt ein zur Deutschlandpremiere – weil es vorab keine Pressevorführungen gab, sind auch Journalisten erlaubt. Vorher gibt es einen Umtrunk, die Besucher sind fast durchweg Deutsch-Türken, man kennt sich, die Stimmung ist aufgeräumt, heiter, familiär. Man ist hier unter sich. Und wieder einmal ist es schön, mit einem Haufen Türken im Kino zu sein – ihre Energie ist anstreckend, die spontane Lebenslust, die sich vor allem im Alltäglichen, den kleinen Gesten äußert, unendlich viel angenehmer als die der steifen deutschen Landsleute. Viele hier sind auch Familien: Paare, ältere Eltern mit ihren erwachsenen oder nahezu erwachsenen Kindern.

Etwas mehr Männer als Frauen sind da. Unter den Frauen im Raum liegt die Kopftuchquote bei 40 bis 50 Prozent, also viel viel höher als bei vergleichbaren Premieren in der Türkei. In Deutschland ist das Kopftuch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal, das mit Stolz getragen wird, gerade auch von jüngeren Frauen. Man hört den – übrigens oft auf Deutsch geführten – Gesprächen an, sieht es in den Gesichtern, dass die meisten der Frauen Abitur haben, viele studieren. Sie sind wach, intelligent, und wage hier hinzuschreiben, dass die Hälfte derjenigen, die hier ein Kopftuch tragen, die Interessantesten ihrer Familie sind, die Rebellinnen.

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Rätsel des „zu dunklen“ Kosmos gelöst

Die Galexie NGC 1275 zeigt, wie kühleres Gas in Filamenten auf das zentrale Schwarze Loch zuströmt – dies reguliert die Sternbildung. © NASA, Jose-Luis Olivares/MIT
Eigentlich müsste das Universum viel heller sein. Denn es enthält so viel Gas, dass daraus viel mehr Sterne entstehen müssten. Warum dies nicht geschieht, haben Astrophysiker jetzt herausgefunden. Demnach sorgen gleich zwei kosmische „Thermostate“ dafür, dass das Gas in Galaxien-Clustern entweder zu heiß bleibt oder aber abgesaugt wird, bevor zu viele Sterne entstehen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.


scinexx

In der Milchstraße werden jedes Jahr nur eine Handvoll neuer Sterne geboren – obwohl Rohmaterial für sehr viel mehr vorhanden wäre. Und auch in anderen Galaxien hätten längst Millionen mehr Sterne entstehen können, das gilt auch für weit entfernte Galaxiencluster. „Die Menge an Treibstoff für die Sternenbildung übertrifft die Mengen der Sterne um das zehnfache, diese Cluster müssten daher viel sternenreicher sein“, erklärt Michael McDonald vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.

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Polens Kirche im Gestern: «Zusammenleben ohne Trauschein ist Sünde»

kirche_polenKatholische Kirche in Polen startet Plakataktion für Eheschließung


kath.net

Mit einer Werbekampagne will die katholische Kirche in Polen junge Menschen von der Eheschließung überzeugen. Das nationale Zentrum für Familienseelsorge startete in Großstädten eine Plakataktion mit dem Slogan «Zusammenleben ohne Trauschein ist Sünde». Der Leiter des Zentrums, Pfarrer Przemyslaw Drag, kritisierte in der Tageszeitung «Rzeczpospolita» (Mittwoch), dass sich immer mehr Polen aus Angst vor der Verantwortung für ihren Partner gegen eine Hochzeit entschieden.

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Film-Produzent betet – religiöser Exhibitionismus

Nico Hofmann ist Produzent und Vorsitzender der Geschäftsführung von UFA Fiction. Der 55-Jährige verantwortet neben vielen anderen Filme wie „Stauffenberg“, „Der Medicus“, „Dschungelkind“ oder „Die Flucht“ Foto: Wikipedia
Eine ganze Wand voll Auszeichnungen ziert das Büro von Erfolgs-Produzent Nico Hofmann. Bei einem Besuch in Babelsberg hat pro mit ihm darüber gesprochen, wie sein christliches Weltbild seine Filme beeinflusst und warum er beim Weihnachts-Krippenspiel fast eingegriffen hätte.


pro Medienmagazin

pro: Herr Hofmann, welche Filme schauen Sie sich gerne an?

Nico Hofmann: Ich schaue mir vieles an. Ich kann mir gar nicht erlauben, das nicht zu tun. Das hat zum einen mit meiner generellen Neugierde und zum anderen mit Konkurrenzbeobachtung zu tun.

Und gibt es irgendetwas, das Ihnen besonders gut gefällt?

Ich bin ein sehr großer Fan von tollen Schauspielern wie Iris Berben, Nadja Uhl oder Matthias Brandt. Überhaupt ist deutsches Fernsehen besser, als es gemeinhin geschrieben wird. Ich entdecke jede Woche eine Perle.

Sie haben Ihr Büro mit Ihren Auszeichnungen dekoriert, darunter drei Bambis. Was bedeuten Ihnen die Preise?

Ich bin stolz auf diese Anerkennungen meiner Arbeit. Von ganz besonderer Bedeutung ist der International Emmy, den wir für „Unsere Mütter, unsere Väter“ gewonnen haben, direkt zwei Wochen nach der Bambi-Verleihung. Wir haben ein extrem erfolgreiches Jahr hinter uns.

Wenn Sie einen Film produzieren, inwiefern spielt dann Ihr christlicher Glaube eine Rolle?

Ich lege ein gewisses Menschenbild zugrunde, das mit meiner christlichen Verantwortung zu tun hat. Wenn ich Filme gestalte, gibt es für mich geschmackliche Grenzen, auch im Gewaltbereich, Grenzen in der Darstellung von Menschen im Film. Wir haben zum Beispiel bei „Nackt unter Wölfen“ mit dem Jugendschutz des MDR viele differenzierte Diskussionen über Gewaltszenen im Konzentrationslager Buchenwald geführt: Was kann man zeigen, ohne dass es voyeuristisch wird? Das war eine ganz essentielle Debatte, in der es durchaus um ein christliches Menschenbild ging und um die Frage: Warum macht man einen solchen Film? Von daher taucht der Glaube in meinem Berufsbild immer wieder auf.

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Anthropologie: Urmenschen waren primitiver als gedacht

Chalachew Seyoum with jawbone. Photo: Brian Villmoare Bild: MOTHERBOARD
Zwei Jahrmillionen alte Kieferknochen – der eine gerade erst entdeckt, der andere schon seit 50 Jahren bekannt – liefern neue Einblicke in die menschliche Evolution.


Von Daniela Zeibig|Spektrum.de

Knochenfunde aus den frühen Tagen der Gattung Homo vor schätzungsweise zweieinhalb bis drei Millionen Jahren sind rar. Der Ursprung der menschlichen Abstammungslinie gibt Forschern daher bis heute noch so manches Rätsel auf. Neue Einblicke in dieses Kapitel der Menschheitsgeschichte bieten nun drei Studien, die in den Fachmagazinen „Science“ und „Nature“ erschienen sind.

Die Arbeit von Fred Spoor vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und seinen Kollegen wirft dabei zunächst ein neues Licht auf den Homo habilis, der zu den ältesten Vertretern der Gattung Homo zählt. Homo habilis wurde erstmals 1964 beschrieben, als Typusexemplar gilt das Fossil OH 7 bestehend aus Unterkiefer, Teilen der Schädeldecke und Handknochen, die Wissenschaftler in rund 1,8 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten in der Oldvai-Schlucht im Norden Tansanias entdeckten. Der Kiefer ist dabei allerdings so stark verzogen, dass Forschern der Vergleich mit anderen Knochenfunden in den vergangenen Jahrzehnten schwer fiel.

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Irak: „Befreiung vom IS geht auch ohne US-Unterstützung“

Auschnitt aus einem Video zur Offensive vom irakischen Militär (ISF). heise.de
Zwei Drittel der 30.000 Soldaten, die von der irakischen Regierung mobilisiert wurden, um Tikrit der Kontrolle des IS zu entreißen, stellen schiitische Milizen, werden Angaben aus Führungskreisen der Milizen wiedergegeben. Auch US-Generalstabschef General Dempsey bestätigt dies und sieht in der starken Beteiligung schiitischer Milizen Positives für die Anti-IS-Kampagne, solange sie eine „glaubwürdige Vorstellung“ abgeben. Zum Problem würde das erst, wenn sich dadurch die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten weiter aufschaukeln würden.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dempsey machte diese Angaben vor einem Senatsauschuss. Ganz sicher wollte er dort keine schlechte Figur abgeben. Tatsächlich gibt es nämlich schon ein paar Aspekte der Tikrit-Offensive, die von der amerikanischen Regierung und dem Militärkommando wahrscheinlich nicht so positiv gesehen werden. Sollten sich die schiitischen Verbände bei Kampf gegen den IS auszeichnen, so hätte dies wahrscheinlich Beschränkungen des amerikanischen Einflusses im Irak zugunsten des Einflusses aus Teheran zur Folge.

Mehrere Quellen wiesen in den letzten Tagen darauf hin, dass Qasim Suleimani, ein iranischer Kommandeur für Spezialeinsätze außerhalb des Landes, an der Offensive mitwirkt; als beteiligte schiitische Milizen werden u.a. aufgezählt die Badr-Brigade, die Hisbullah-Brigaden, Asaib al Haq, Milizen von Muqtada as-Sadr und die Kata’ib Sayyid al-Shuhada. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich allesamt bislang nicht gerade als Freunde der USA verstanden haben, sondern als entschiedene Gegner. Manche ihrer Führer stehen auf US-Terrorlisten und manche kämpfen auch in Syrien, aufseiten Baschar al-Assad.

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Chef der Vatikangendarmerie: Sicherheitsverstärkungen wegen IS

Gendarm in Sommeruniform, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Der Kommandant der vatikanischen Gendarmerie, Domenico Giani, hat sich in einem Interview mit dem italienischen Sicherheits-Magazin „Polizia Moderna“ zum Schutz des Papstes und des Vatikan vor Terroristen geäußert. Der Papst wisse um die „ernste Bedrohung“. Er wolle jedoch „keinesfalls auf den direkten Kontakt mit den Menschen verzichten“, so Giani. Franziskus und der Petersdom gelten als besonders gefährdete Ziele für mögliche Anschläge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Italien.


kathweb

Die Sicherheitsvorkehrungen seien bereits erhöht worden und um den Vatikan seien „Tausende Überwachungskameras“ installiert worden, so Giani. In einer italienischsprachigen IS-Broschüre, die im Internet kursiert, heißt es unter anderem, die Terrororganisation werde bald „Rom erobern, wie es Mohammed prophezeit hat“.

„Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, dass es Pläne zu einem Angriff auf den Vatikan oder den Heiligen Vater gibt“, so der Kommandant in „Polizia Moderna“. „Die Drohung besteht zwar“, das wisse er aus Gesprächen mit italienischen und ausländischen Kollegen, „aber das Vorliegen einer Bedrohung ist das eine, die Planung eines Angriffs ist etwas ganz anderes“.

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Casimir-Effekt der Gravitation: Experiment soll Quantennatur der Gravitation offenbaren

universeIst auch die Schwerkraft „gequantelt“? Eine seltsame Eigenschaft des Vakuums könnte die Antwort liefern – und damit zur Lösung des größten Physikrätsels unserer Zeit beitragen.


Von Jan Dönges|Spektrum.de

Seit Jahrzehnten beißen sich Physiker an der Verknüpfung von Relativitätstheorie und Quantenphysik die Zähne aus. Einem Ansatz liegt die Vorstellung zu Grunde, dass auch die Gravitation in Form von Quanten auftritt. Doch diese Eigenschaft ließ sich bislang nicht experimentell bestätigen.

Ein neues Experiment könnte nun jedoch den Nachweis dafür liefern – zumindest ist das die Hoffnung des Verfassers einer aktuellen theoretischen Studie, James Quach von der Universität Tokio. Quach schlägt darin vor, sich einen seltsamen quantenmechanischen Effekt zu Nutze zu machen, den Casimir-Effekt.

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