Umstrittene Homöopathie lockt 300 Besucher in die Villinger Neue Tonhalle


Bild: brightsblog
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Buchautoren Irene Schlingensiepen und Mark Alexander Brysch stellen sich den Fragen des Publikums in der neuen Tonhalle in Villingen.


SÜDKURIER

Homöopathie für Skeptiker? Zwei Experten und Buchautoren zum Thema sind anwesend, die Ärztin Irene Schlingensiepen und Mark Alexander Brysch werden referieren. Dass da jedoch nicht viele Skeptiker an diesem Abend in der Neuen Tonhalle sind, zeigt sich schnell. Die erste Frage lautet nämlich, wie viele Skeptiker denn heute im Saal seien? Die lassen sich mit zwei Händen zählen. Und wer hat schon mal Homöopathie genutzt? Von den rund 300 anwesenden Gästen heben mindestens 250 die Hand.

Doch an was glauben all diese Menschen? Wenn man eine Schmerztablette in den Bodensee werfen würde, hätte dieser die Schmerzmittelverdünnung einer durchschnittlichen homöopathischen Dosis. Und eine C 30 Potenz hat eine so geringe Menge der Urtinktur in sich, dass schlicht gar weniger als nichts mehr davon zu finden ist.

Erklärung für die Wirkung ohne vorhandene Substanz? Wasser habe eine Erinnerungsstruktur, versucht sich Irene Schlingensiepen etwas holperig in ihrer Darlegung. Durch das Verschütteln, die Methode der Potenzierung werde „die Drehgeschwindigkeit der Dipole“ geändert, auf „feinster physikalischer Ebene tue sich da was“. Aha. Allerdings nur, wenn die Ursubstanz „ganz speziell verschüttelt“ wird. So so. Da müsste sich Wasser ja an ziemlich viel erinnern nach vielen Jahrmillionen der Verdunstung und Wiederabregnung, völlig reines Wasser ohne Erinnerung an die Urzeiten der Erde dürfte schwerlich zu finden sein.

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