Apokalypse, wissenschaftlich


Bild aus dem Bericht Global Challenges
Ein neuer Report verspricht die „erste wissenschaftlich fundierte Liste“ von weltweiten Risiken zu liefern, die in den nächsten hundert Jahren die Zivilisation oder sogar den Fortbestand der Menschheit bedrohen (unendliche Risiken). Spiegel online, Focus online und viele andere haben darüber in den letzten Tagen berichtet. Der Report möchte auch Entscheidern in Wirtschaft und Politik zu aktivem Handeln inspirieren und anleiten. Damit haben die Autoren ihre Latte sehr hoch gelegt. Ist ihre Arbeit wirklich so bahnbrechend, wie sie behaupten?


Von Thomas Grüter|TELEPOLIS

Auftraggeber der Studie ist die Global Challenges Foundation, eine eher unbekannte Stiftung in Stockholm, Schweden. Der ursprünglich aus Ungarn stammende schwer reiche Geschäftsmann László Szombatfalvy hat die Organisation im Jahr 2011 gegründet. Ihr Ziel ist es, globale Risiken zu identifizieren und zu entschärfen. Das Vermögen der Stiftung ist auf der Website nicht erwähnt, es dürfte aber beträchtlich sein.

Die Autoren des Reports, Dennis Pamlin und Stuart Armstrong, arbeiten für die Stiftung (Pamlin) bzw. für das „Future of Humanity Institute“ der Universität Oxford (Armstrong). Dieses vom Schweden Nick Bostrom geleitete Institut ermöglicht nach eigener Aussage „einer ausgewählten Gruppe von führenden Geistern, mit Hilfe von Werkzeugen aus der Mathematik, Philosophie und Naturwissenschaft allgemeine Fragen zur Menschheit und ihrer Zukunft anzugehen“. An der Studie war ferner Seth Baum beteiligt, der Chef des privaten Global Catastrophic Risk Institute. Eine Adresse hat die Organisation nicht, auf ihrer Website steht, dass sie „geographisch dezentralisiert“ sei. Hauptfinanzier ist die eher linksorientierte Gruppe Social and Environmental Entrepeneurs, aber auch das Ministerium für innere Sicherheit der USA hat offenbar Mittel zugeschossen.

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