Flucht aus der Milchstraße: Stern stellt Geschwindigkeitsrekord auf


An artist impression of the mass-transfer phase followed by a double-detonation supernova that leads to the ejection of US 708. CREDIT: ESA/HUBBLE, NASA, S. GEIER
Er ist mit 1200 Kilometern unterwegs – pro Sekunde: Astronomen ist der bislang schnellste Stern ins Netz gegangen, der aus unserer Milchstraße herausrast.


SpON

Eine Supernova-Explosion aus nächster Nähe zu erleben, das ist kaum empfehlenswert. Schließlich geht es um eine Art Wasserstoffbombe mit der Masse eines ganzen Sterns. Doch genau dies ist dem Stern US 708 passiert, den Astronomen in knapp 28.000 Lichtjahren Entfernung ausgemacht haben. Die Wucht der Explosion hat ihn auf ein Rekordtempo katapultiert. Mit 1200 Kilometern pro Sekunde entflieht er nun der Milchstraße. Zum Vergleich: Bei diesem flotten Tempo wären Mondfahrer nach fünf Minuten am Ziel.

Ein Forscherteam um Stephan Geier von der Dr.-Karl-Remeis-Sternwarte in Bamberg, das Astronomische Institut der Universität Erlangen-Nürnberg, hat das Tempo von US 708 gemessen. Die Resultate und Auswertungen schildern sie im Fachmagazin „Science“. Der Stern gehört zur Konstellation Großer Bär – und dass er besonders schnell durch die Milchstraße flitzt, war schon zuvor bekannt. „Doch dass er alle anderen ungebundenen Sterne in puncto Geschwindigkeit übertrifft, haben erst unsere Messungen gezeigt“, sagt Geier.

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