Philip Mark Breedlove(Saceur): „Gefährliche Propaganda“

Wenn er lacht, sieht er ein bisschen aus wie Jack Lemon: NATO-Saceur Philip Mark Breedlove. Foto: NATO.
Philip Mark Breedlove ist seit knapp zwei Jahren Supreme Allied Commander Europe (Saceur) der NATO. Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zufolge sind nicht alle Regierungen der 28 NATO-Mitgliedsländer wirklich zufrieden mit dem, was er in dieser Position macht. Das soll letzte Woche bei einem Mittagessen des NATO-Rats von mehreren NATO-Botschaftern angesprochen worden sein.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Konkret wird kritisiert, dass Breedlove in seinen Äußerungen zum Ukrainekonflikt nicht so sachlich bleibt, wie es dieser sehr verantwortungsvolle Posten erfordern würde und dass er die Verantwortung Russlands übertreibt und häufig nicht beweisbare oder sogar nachweislich unwahre Behauptungen aufstellt.

So meinte der US-Luftwaffengeneral beispielsweise am 18. November 2014, die OSZE habe gemeldet, dass russische Panzer, Artillerie, Luftabwehrsysteme und Kampftruppen in die Ukraine einrücken“. Tatsächlich hatte die OSZE jedoch nichts dergleichen verlautbart, sondern lediglich von Militärkonvois innerhalb des Separatistengebiets gesprochen.

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Erfolgsmodell Esoterik: Narzisst sucht Zuneigung

Bild: svz.de
Bild: svz.de
Esoterik-Angebote boomen. Anscheinend ist der Bedarf an Selbstoptimierung und Sinnsuche noch lange nicht gestillt. Während die Menschen die Kirchen fliehen, erfreuen sich die Marktplätze für Selbstdesign regen Zulaufs. Esoterikexperte Johannes Fischler im Gespräch mit Klaus Buttinger.


nachrichten.at

Esoterik in allen Ausprägungen ist das Fach des Tiroler Psychologen Johannes Fischler, der darüber das Buch „New Cage“ geschrieben hat (siehe unten).

Bevor wir uns mit Energiekristallen, Quantenheilung und Auraspray beschäftigen – wie definieren Sie Esoterik?

Fischler: „Esoterikos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „auf das Innere verweisend“. Es wird oft so abgewandelt, dass ein okkultes Wissen nur einem inneren, elitären Kreis zugänglich sei, quasi die Lehre vom Geheimen.

Wo liegen die Wurzeln zum heutigen Verständnis der Esoterik?

Befruchtende Esoterik als Suche nach dem Weltzusammenhalt hat es immer gegeben und wird es immer geben. Aber die neue Esoterik, die ich kritisiere, taucht erst massiv mit der Abenteurerin und Geschichtenerzählerin Helena Blavatsky Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Sie hat Bestseller über Pseudo-Geheimlehren für die breite Masse geschrieben. Vieles, was wir heute in esoterischen Ecken von Apotheken finden, geht auf die Begrifflichkeiten von Blavatskys Weltenlehre zurück.

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Ditib nennt mögliches Islamgesetz verfassungswidrig

Screenshot: bb
Screenshot: bb
Der größte deutsche Islamverband Ditib wehrt sich gegen ein mögliches Islamgesetz nach österreichischem Vorbild, das die Finanzierung muslimischer Verbände aus dem Ausland untersagt.


evangelisch.de

Dies wäre ein „verfassungswidriges Sondergesetz, das in die Lehre und Glaubenspraxis von religiösen Minderheiten eingreift“, erklärte die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) am Freitagabend in Köln. Das Grundgesetz garantiere den Religionsgemeinschaften ihre Selbstverwaltung und die Selbstbestimmung über ihre religiöse Lehre.

Die Ditib lehnt insbesondere Vorgaben dazu ab, wer in deutschen Moscheen predigen darf. Die Muslime in Deutschland hätten „kein sprachliches oder kulturelles Defizit, das durch einen ‚Integrationsimam‘ ausgeglichen werden müsste“, erklärte der Verband, der eng mit der staatlichen türkischen Religionsbehörde verbunden ist. Sie entsendet und bezahlt die Imame der rund 900 Ditib-Moscheegemeinden in Deutschland. Häufig sprechen diese Prediger kaum deutsch.

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Als Araber verkleidete Juden versuchen Tempelberg zu betreten

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Zugang zu dem freitags für nicht-muslimische Besucher gesperrten Heiligtum angestrebt


kathweb

Eine Gruppe von jüdischen Tempelbergaktivisten ist am Freitag bei dem Versuch gescheitert, das von der Polizei verhängte Gebetsverbot auf dem Jerusalemer Tempelberg zu umgehen. Wie israelische Medien am Freitagabend berichteten, hatten die Aktivisten versucht, sich als Araber verkleidet Zugang zu dem umstrittenen Heiligtum zu verschaffen. Derzeit haben Gläubige aller Religionen Zugangsrechte zum Tempelberg, das Recht auf öffentliches Gebet ist jedoch Muslimen vorbehalten.

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Politologin: Mohammed-Karikaturen sind oft gezielte ‚Superprovokation‘

Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Jana Sinram: Es sei bedenklich, dass manche Medien solche Bilder pauschal «als ultimative Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit vor sich hertragen».


kath.net

Nach Einschätzung der Kölner Politikwissenschaftlerin Jana Sinram sind Mohammed-Karikaturen «inzwischen oftmals eine vorhersehbare, gezielte ‚Superprovokation‘.» Es sei bedenklich, dass manche Medien solche Bilder pauschal «als ultimative Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit vor sich hertragen», sagte Sinram am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Karikaturen sollten gesellschaftliche Missstände aufdecken und nicht nur provozieren.

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Die „teure“ Teilchenjagd am Cern geht wieder los

Stolz hatten die Wissenschaftler des Cern am 4. Juli 2012 in Genf zu einer Pressekonferenz geladen, um die Weltöffentlichkeit über ihre Erfolge bei der Suche nach dem Higgs-Teilchen zu informieren. Bild: reuters/Stringer
Ende März starten am Cern neue Versuche. Trotz hoher Kosten lohne sich die Forschung, sagt Physiker Günther Dissertori.


Von M. Bieli/S. Russo|20 minuten.ch

Der Nachweis des Higgs-Teilchens am Kernforschungszentrum Cern sorgte 2012 für Schlagzeilen. Nach einer zweijährigen Pause werden die Forscher dort nun nach weiteren Teilchen suchen. Beispielsweise nach solchen der sogenannten Dunklen Materie: Dass diese existiert, darüber sind sich die Physiker einig. Sie konnte aber bisher nicht direkt nachgewiesen werden.

Um neue Teilchen aufzuspüren, wurde die Anlage kräftig aufgerüstet. Kostenpunkt: 150 Millionen Franken. Doch ob sich dadurch tatsächlich Neues entdecken lässt, wissen selbst die Cern-Wissenschaftler nicht.

Herr Dissertori*, das Cern ist ein Prestigeobjekt – aber was bringt uns die Forschung dort?
Sie wird unser Verständnis des Universums erweitern. Zudem dürften als Nebenprodukt praktische Anwendungen entstehen. Welche, das ist heute noch schwierig vorauszusehen. Ebenso wie viele heute selbstverständliche Technologien in der Vergangenheit nicht vorhersehbar waren. Beispielsweise gäbe es kein iPhone, hätte man nicht im 19. Jahrhundert entdeckt, wie elektromagnetische Strahlung beschaffen ist.

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Bedroht oder bedrohlich? Atheisten in der Türkei

Dass Menschen einen anderen Gott haben, können viele Türken verstehen. Atheisten jedoch stossen auf Unverständnis. Keystone
Als «Terroristen und Atheisten» bezeichnete der türkische Präsident Erdogan regierungskritische Demonstranten. Eine vielsagende Wortwahl, die zeigt: Ungläubige haben es schwer in der Türkei. Ein Atheisten-Verband will das ändern – und wird bedroht. Nun liess ein Gericht sgoar ihre Website sperren.


Von Luise Sammann|SRF

Für viele Türken grenzte es an Gotteslästerung, als die türkische Schauspielerin und Buchautorin Pelin Batu im vergangenen Jahr das islamische Opferfest kritisierte. «Ich wünschte, es wäre verboten», sagte die bekennende Tierfreundin vor laufenden Fernsehkameras. «Mir tut es weh, dass all diese Schafe geschlachtet werden.»

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Vor allem im türkischen Internet schlugen Pelin Batus Worte hohe Wellen. Erst recht, als sie in einem weiteren Interview offen zugab, sie halte nicht nur nichts vom Opferfest, sondern glaube auch an keinen Gott: Sie sei Atheistin.

Glaubensfreiheit – nur auf dem Papier?

Christen, Juden, Buddhisten: Auf dem Papier herrscht in der türkischen Republik Glaubensfreiheit. Dass Menschen anderen Religionen angehören, können weite Kreise der türkischen Gesellschaft akzeptieren. Jemand aber, der an gar nichts glaubt, stösst meist auf völliges Unverständnis. Atheismus – das ist ein Tabu am Bosporus.

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Ressentiments eines Meisterdenkers: Heidegger war der braunere Nazi

Der vierte Band der Gesamtausgabe von Heideggers Werken ist erschienen. Er umfasst die Jahre 1942 bis 1948. picture alliance
Vor wenigen Tagen wurde ein neues „Schwarzes Heft“, eine Art Tagebuch, von Martin Heidegger veröffentlicht. Auf 1.700 Seiten zeigt sich der gelobte Meisterdenker als ressentimentgeladener Philosoph, für den selbst die Nazis nicht radikal genug waren. Es wird höchste Zeit, Heidegger vom Sockel zu holen.


Von Alexander Grau|Cicero

Manche seiner Sätze sind unfreiwillig komisch. Etwa: „Das Erreichen der Gänze des Daseins im Tode ist zugleich Verlust des Seins des Da.“ Andere einfach nur kryptisch: „Das Nichts selber nichtet“.

Aber gerade seine stilisierte Sprache machte ihn für viele vergrübelte Sinnsucher so attraktiv: Martin Heidegger.

Seit gut einem Jahr geht es wieder einmal hoch her um den Meßkirchner Meisterdenker. Die Feuilletons überschlagen sich, die Fachleute sind alarmiert, und Magazine wie „Hohe Luft“ oder „Philosophie“ widmen ihm Themenschwerpunkte. Und dann trat im Januar auch noch der Vorsitzende der Martin-Heidegger-Gesellschaft, der Philosophieprofessor Günter Figal, von seinem Amt zurück. Der Grund für die Aufregung: die „Schwarzen Hefte“.

Bei den „Schwarzen Heften“ handelt es sich um tagebuchähnliche Aufzeichnungen Heideggers. Sie beginnen im Jahr 1931 und enden 1975, ein Jahr vor seinem Tod. Ihren Namen verdanken sie ihrem Umschlag. Vor wenigen Tagen erschien der vierte Band im Rahmen der Gesamtausgabe der Werke Heideggers. Er umfasst die Jahre 1942 bis 1948.

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Sterbehilfe als letzte Selbstermächtigung: Weiter leben, nein danke

sterben

Das christliche Nein zur Sterbehilfe ist totalitär, Ausdruck einer Jenseitspsychose und letztlich nichts anderes als Selbstbeweihräucherung. Denn das Festhalten am Leben anderer dient nur dem eigenen Wohl. Daher: Sterben Sie, wann Sie wollen – danach bestimmen andere über Sie.


Von Wolfgang Brosche|The European

Im vergangenen Spätherbst habe ich hier einige Bemerkungen zur Sterbehilfedebatte gemacht – und versucht zu zeigen, worum es den zumeist christlichen Gegnern der Sterbehilfe tatsächlich geht: um die Macht über Leben, Tod, Körper und Willen des Einzelnen. Noch immer beherrscht die Köpfe der Wortführer, die sich als Moralwächter, ja Moralpäpste, gerieren – und zwar nicht nur als Beherrscher ihresgleichen, sondern mit gnadenloser Machtgier ausgestattet, auch als Beherrscher aller anderen –, der Wille zur Macht, zur Pastoralmacht, wie sie Michel Foucault beschrieben hat. Sie strecken – nicht nur in der Sterbehilfedebatte – ihre endlos gierigen Finger auch nach der Staatsmacht aus, die die Menschen in ihrem Sinne weiter disziplinieren, kujonieren, und im Leben wie im Sterben bevormunden soll.

Aber was treibt sie an zu diesem christlich-totalitären Verhalten? – wobei christlich-totalitär eigentlich ein Pleonasmus ist. Die erschreckende Antwort auf diese Frage fand ich im aktuellen fastenzeitlichen Hirtenbrief des Erzbischofs von Paderborn, Hans-Josef Becker. Ein Dokument des von Angst getriebenen Egoismus und der Unterwürfigkeit unter ein Gottesphantasma.

Auch einem Erzbischof müssen endlich einmal deutliche Widerworte gegeben werden. Die Zeit der Ex-cathedra-Moral ist vorbei! Gleichwohl glauben die katholische Kirche und die Evangelikalen, im Windschatten der Islamfurcht Morgenluft zu schnuppern für ihre antidemokratischen, antiliberalen, inhumanen, gottesfürchtigen und theokratischen Ideen.

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Wir brauchen keinen „deutschen Islam“

getty
„Der Islam gehört zu Deutschland“ wurde zum Leitsatz der aktuellen Diskussion über die Zukunft der Muslime in Deutschland. Dabei verwirren immer wiederkehrende Begriffe wie „deutscher Islam“, „Staatsislam“, „moderner Islam“ oder „liberaler Islam“ sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer der Debatte und lenken von den Ursachen der Probleme ab. 


Von Mehmet Celebi|Huffington Post

Eine Dekonstruktion der Begriffe ist daher elementar, eine Richtigstellung dieser Begriffe gemeinsam mit Muslimen der Ausgangspunkt für eine auch von Muslimen akzeptierte Antwort.

Dass der Islam schon längst eine Realität für Deutschland ist, wusste man als Muslim bereits im Kindesalter, wenn man zum ersten Mal ein Eid-Gebet besucht hatte – sei es nun in einer Hinterhofsmoschee oder einer mit Minaretten bestückten Zentralmoschee.

Für Muslime war der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ wie ein Rückschritt

Umso befremdlicher war es aus Sicht eines Muslims, als Christian Wulff den Satz „der Islam gehört zu Deutschland“ aussprechen musste. Als er dann auch noch heftige Kritik eingesteckt hatte, stellten sich die Muslime zum ersten Mal bewusst die Frage: „Gehöre ich zu Deutschland?“

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Latzels Leute: Bremens bekannteste Bekenntnisgruppe

9c0fa-jesus_walking_on_waterDie Evangelische St.-Martini-Gemeinde gehört zu der bunten Vielfalt der evangelischen Kirche in Bremen. Dort hielt Olaf Latzel seine umstrittene Predigt vom Januar 2015. Die Gemeinde steht hinter ihrem Pfarrer und wehrt sich gegen den Vorwurf des Fundamentalismus.


Von Mario Neumann|evangelisch.de

Eine proppenvolle Kirche, eine Stellungnahme zur Problem-Predigt von Olaf Latzel und am Ende des Gottesdienstes „standing ovations“: Gemeindemitglied Hans erinnert sich sehr deutlich an den Gottesdienst vom 8. Februar und stellt gleich klar: Der Applaus damals galt ganz bestimmt nicht Pastor Latzel, das war einfach zur Ehre Gottes. „Man hat den Segen gespürt. Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich wusste: Hier steht Gott hinter dieser Gemeinde.“

Soll die Welt draußen doch toben, wie sie will, meint Hans und zieht eine Parallele zur Kreuzigung: Auch damals habe die Menge getobt und verlangt: „Gib uns Barabas“, als Pilatus sie vor die Wahl stellte. Jesus, den Sohn Gottes, nagelte sie ans Kreuz. „Da hat sich nicht viel geändert“, sagt Hans.

Der erzählfreudige Herr Anfang 50 kommt aus Ostfriesland und fährt rund eineinhalb Stunden, um beim Gottesdienst in St. Martini dabei zu sein. Der Stellungnahme der Gemeinde, inklusive der Entschuldigung für verbale Entgleisungen und dem Bekenntnis zu einem bunten Bremen, hat er nichts hinzuzufügen. Dass einzelne Gemeindemitglieder jetzt politische Vertreter beschimpfen, die sich in einer Entschließung „von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten“ distanziert haben, findet er auch nicht gut. In der umstrittenen Predigt sei zum guten Miteinander mit Menschen anderer Religionen aufgerufen worden, das betont auch die Stellungnahme der Martini-Gemeinde. Gleichzeitig bleibe man aber theologisch beim christlichen Bekenntnis, sagt Hans: „Der Weg zum Heil führt allein über den Glauben an Jesus Christus.“

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Union fordert deutsche Waffen für den Nahen Osten

Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Leopard 2A5 _3, Bild: BB
Wirtschaftsminister Gabriel bricht zu einer viertägigen Reise in die Golfstaaten auf. Die Union fordert, Deutschland müsse den Nahen Osten unterstützen. Dazu gehörten auch Rüstungsexporte.


DIE WELT

Die Union hat das vorläufige Exportverbot von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für schwere Waffen an Saudi-Arabien scharf kritisiert. Deutschland müsse alles dafür tun, Riad und andere in der Region zu unterstützen, die das „Pulverfass“ Naher und Mittlerer Osten stabilisieren könnten. „Dazu gehören, neben intensiven Wirtschaftsbeziehungen natürlich auch Rüstungsexporte“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU).

Pfeiffer begleitet Gabriel, der am Samstagmorgen mit einer großen Wirtschaftsdelegation zu einer viertägigen Reise nach Riad, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar abreist. Auf Druck von SPD-Chef Gabriel war Mitte Januar im Bundessicherheitsrat, dem Gabriel, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere Minister angehören, der Export tödlicher Waffen in das Königreich gestoppt worden.

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Antisemitismus in Berlin: 192 Straftaten aus Judenhass

Bild: bb
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Die Zahl antisemitischer Delikte in Berlin blieb 2014 weitgehend konstant. Mehr als neunzig Prozent der Taten wurden von Rechtsextremisten begangen.


Von Timo Kather|DER TAGESSPIEGEL

Am 18. Juli 2014 wünschte sich Gastprediger Sheik Abu Bilal Ismail in der Neuköllner Al-Nur-Moschee den Tod aller Juden – und ließ sich dabei mit einer Videokamera filmen. Ein klarer Fall von antisemitischer Volksverhetzung, der Prediger wurde angezeigt – und verurteilt. Der 46-Jährige müsse eine Strafe von 120 Tagessätzen à 80 Euro zahlen, teilte das Landgericht am Freitag mit. Der Prediger ließ umgehend Einspruch gegen die Entscheidung einlegen.

Aufklärungsquote bei 33 Prozent

Es war eines von 192 Delikten mit antisemitischem Hintergrund, die die Berliner Polizei im Jahr 2014 registrierte.

174 Delikte wurden von Rechtsextremisten begangen, 15 Delikte konnten Ausländern zugeordnet werden. Aufgeklärt wurden 63 Delikte, die Aufklärungsquote liegt also bei knapp 33 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Anfrage der Grünen-Abgeordneten Clara Herrmann an die Senatsinnenverwaltung.

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„Gotteskrieger haben keinen Grund zur Selbstachtung“

Durch die Entwicklung von Selbstachtung kompensiert der Mensch existentielle Demütigungen und die kleinen Widrigkeiten des Lebens. Allerdings droht dieser Prozess zwischen den Polen Selbstwertgefühl und Kenntnis der eigenen Unzulänglichkeit immer wieder in einen Ungleichgewichtszustand zu geraten. Ein Gespräch mit Franz Josef Wetz, dem Autor von Rebellion der Selbstachtung.


Von Reinhard Jellen|TELEPOLIS

Herr Wetz, was ist Selbstachtung überhaupt?

Franz Josef Wetz: Der verhältnismäßig gute Ruf, den man bei sich selbst genießt! Von allen Meinungen, die man hat, ist keine so wichtig wie die über einen selbst. Sich selbst zu achten heißt: sein Leben für sich als wertvoll zu bejahen, und das heißt: sein Dasein als der Mühe wert zu halten, die es einem selbst und den anderen bereitet. Selbstachtung gibt dem Einzelnen das Gefühl: Du zählst. – Was Selbstachtung ist, erfahren wir im Alltagsleben oft erst dann, wenn sie bedroht oder schon beschädigt ist.

Obwohl man die eigene Selbstachtung vielleicht zuvor noch nie gespürt, geschweige denn hierüber nachgedacht hat, können schon ein verächtlicher Blick auf der Straße, der dümmlich belehrende Ton eines Vorgesetzten oder die herablassende Geste des Mitleids, die einen die eigene Hilflosigkeit, Abhängigkeit oder Unterlegenheit spüren lassen, die eigene Selbstachtung offenbaren. Häufig findet sich unsere Selbstachtung mit solchen Herabsetzungen aber nicht ab und begehrt hiergegen auf – dem Motto gemäß: Hier tritt mir jemand zu nahe. Muss ich mir das gefallen lassen? Ich habe doch auch meinen Stolz!

Welchen Sinn hat Selbstachtung?

Franz Josef Wetz: Selbstachtung ist eine existenzielle Notwendigkeit. Nur wer über eine starke Selbstachtung verfügt, kann schlecht behandelt werden, ohne sich deshalb gleich erniedrigt fühlen zu müssen. Wie ein intaktes Immunsystem stärkt Selbstachtung die Widerstandskraft des Menschen im Umgang mit den Widrigkeiten des Lebens. Sie macht weniger anfällig für seelische Verletzungen, die Sabotagen des Alltagslebens. Die Überzeugung vom eigenen Wert ist also eine elementare Lebenskraft. Sie befähigt den Einzelnen, mehr Verantwortung für sein Dasein zu übernehmen, Neues anzupacken, am Reichtum des Lebens zu wachsen.

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Hasstiraden von Grundschülern: „Wer das Kreuz malt, muss in die Hölle“

Themenbild.Bild: katholisches.info
Themenbild.Bild: katholisches.info
  • Nach den Anschlägen auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo spricht eine Lehrerin in Neu-Ulm mit ihren Viertklässlern über die Bluttat.
  • Dabei offenbaren einige Schüler religionsfeindliche Einstellungen gegenüber Juden und Christen. Laut der Rektorin waren die Sprüche keine Einzelfälle
  • Die Lehrer versuchen das Problem pädagogisch anzugehen.
  • Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.


Von Stefan Mayr|Süddeutsche.de

Es begann nach den Weihnachtsfeiern. Genauer gesagt nach dem Anschlag auf die Redaktionsräume der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo. Eine Ethiklehrerin der Grundschule „Neu-Ulm Stadtmitte“ sprach mit Viertklässlern über die Bluttat in Paris. Zwei Schüler hatten dazu eine dezidierte Meinung: „Das geschieht denen doch Recht“, sagten sie. Wer Mohammed zeichne, habe eben nichts anderes verdient. Nur ein cooler vorpubertärer Spruch? Oder echte Gesinnung?

Die Lehrer bohrten nach. Und sie mussten erkennen: Sie waren nur auf die Spitze des Eisbergs gestoßen. An ihrer Schule gibt es gleich mehrere Kinder, die extremistische Einstellungen offenbaren. Nach intensivem Nachfragen bekamen die Lehrer „entsetzliche Sätze“ zu hören, wie Rektorin Beate Altmann berichtet. Islamistische Hetzparolen wie: „Christen muss man töten“ oder „Juden stehen auf einer Stufe mit Schweinen“.

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Verschwörungstheorie wird nach 686 Jahren zur Tatsache

Reiterstandbild Cangrande della Scalas. Foto: Eggbread. Lizenz: Public Domain.
Früher postulierten Kriminalermittler, je länger ein Mord zurückliegt, desto schlechter könne man ihn aufklären, weil sich Zeugen nicht mehr erinnern und weil Spuren verwischen. Heute stimmt diese Aussage so pauschal nicht mehr: Durch Verfahren, die früher nicht zur Verfügung standen, wurden in den vergangenen beiden Jahrzehnten zahlreiche Gewaltverbrechen aufgeklärt und viele unschuldig Verurteilte aus (vor allem amerikanischen) Gefängnissen entlassen, wo sie teilweise seit den 1970er Jahren einsaßen.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Neue forensische Methoden eignen sich aber auch dazu, sehr viel länger zurückliegende Ereignisse aufzuklären. Das dient dann nicht mehr der Strafverfolgung, sondern der Geschichtsforschung, die damit erklären kann, welche Verschwörungstheorien zutreffen und welche nicht. Einen Fall, bei dem sehr wahrscheinlich die zeitgenössischen Verschwörungstheoretiker recht hatten, präsentierte ein interdisziplinär zusammengesetztes italienisches Forscherteam unter Leitung des Pisaner Medizinhistorikers und Paläopathologen Gino Fornaciari letzten Monat im Journal of Archaeological Science.

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Bedenken zur „Pille danach“ ohne Rezept

pille_danach

Der Bundesrat hat den Weg für die rezeptfreie „Pille danach“ freigemacht. Ärtzeverbände warnen vor einer Verharmlosung des Problems durch die neue Regelung.


pro Medienmagazin

Der Bundesrat hat den Weg für die rezeptfreie „Pille danach“ freigemacht. In ihrer Sitzung am Freitag stimmte die Ländekammer einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung zu – allerdings unter Auflagen. Die Länder fordern als begleitende Maßnahme ein Versandhandelsverbot. Das soll sicherstellen, dass die Notfallverhütung so bald wie möglich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Die „Pille danach“ wird nun in Deutschland auch ohne Rezept vom Arzt erhältlich sein. Das war bislang nicht möglich.

Gegen die Rezeptfreiheit der „Pille danach“ haben sich verschiedene Ärzteverbände ausgesprochen. Sie befüchten, dass Frauen ohne die Verordnung durch den Arzt nicht oder nicht mehr ausreichend beraten werden. Die Verbände haben ihre Bedenken am Dienstag in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mitgeteilt. Eine gemeinsame Erklärung des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin besagt: „Eine fehlerhafte Beratung erhöht jedoch die Gefahr unerwünschter Schwangerschaften dramatisch.“

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Das ist keine Prügelstrafe, sondern reine Folter

Brutal: Ein Gefängnis-Wärter des Changi-Gefängnisses in Singapur demonstriert, wie ein Häftling geschlagen wird. Bild: Reuters
Singapurs Stockhiebe für zwei heillos dumme Deutsche sind Ausdruck eines kranken „staatlichen Gewaltmonopols“. Die Schläge werden die Gesäße der Männer zerfetzen. Was für ein widerlicher Akt!


Von Eckhard Fuhr|DIE WELT

Diese Woche sind zwei junge Männer aus Leipzig in Singapur zu drei Stockhieben und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sie widerrechtlich in Bahngelände eingedrungen waren und Waggons mit Graffiti verunstaltet hatten. Nun kann und muss man sich fragen, wie man so bekloppt sein kann, sich ausgerechnet in Singapur als Spraydosenkünstler beweisen zu wollen. Es handelt sich hier offenbar um einen schweren Fall spätpubertären Größenwahns. Vielleicht auch nur um heillose Dummheit.

Solche Jugenddemenz darf man getrost deprimierend finden. Mehr deprimieren mich allerdings die Reaktionen auf das Urteil, dieses doch erschreckend weit verbreitete Einverständnis mit der brutalen Körperstrafe. Da ist davon die Rede, dass es den beiden Leipzigern recht geschehe, wenn ihnen nun „der Hintern versohlt“ werde.

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Fair, zeitgemäß und nachhaltig – Kleidung aus Naturmaterialien

Viele Textilien sind unter prekären und umweltschädlichen Bedingungen entstanden – dagegen möchte die Fair Wear Foundation vorgehen. © Pixabay / gemeinfrei
Biologische und vor allem fair gehandelte Kleidung ist auch in der Modebranche etabliert. Die Artikel sind schon lange nicht mehr teuer und unzeitgemäß, sondern gerade in den Großstädten erschwinglich und modisch. Dabei kosten die fairen Produkte nicht zwingend mehr als die Produkte, die in anderen Geschäften zu kaufen sind.


scinexx

Das Vorurteil, dass die Mode lediglich aus gebatikter Baumwollkleidung oder Haremshosen besteht, ist seit einiger Zeit widerlegt. Entsprechend gibt es Kleidung aus Naturstoffen, die von Biomode-Labels hergestellt werden. Unterschiedlichste Gütesiegel, an denen sich die Verbraucher orientieren können, legen die Standards fest. Darüber hinaus hat sich mit der Fair Wear Foundation bereits Ende der 1990er Jahre eine Stiftung gegründet, die genau diese Kriterien verbreiten möchte.

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