Antisemitismus in Berlin: 192 Straftaten aus Judenhass


Bild: bb
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Die Zahl antisemitischer Delikte in Berlin blieb 2014 weitgehend konstant. Mehr als neunzig Prozent der Taten wurden von Rechtsextremisten begangen.


Von Timo Kather|DER TAGESSPIEGEL

Am 18. Juli 2014 wünschte sich Gastprediger Sheik Abu Bilal Ismail in der Neuköllner Al-Nur-Moschee den Tod aller Juden – und ließ sich dabei mit einer Videokamera filmen. Ein klarer Fall von antisemitischer Volksverhetzung, der Prediger wurde angezeigt – und verurteilt. Der 46-Jährige müsse eine Strafe von 120 Tagessätzen à 80 Euro zahlen, teilte das Landgericht am Freitag mit. Der Prediger ließ umgehend Einspruch gegen die Entscheidung einlegen.

Aufklärungsquote bei 33 Prozent

Es war eines von 192 Delikten mit antisemitischem Hintergrund, die die Berliner Polizei im Jahr 2014 registrierte.

174 Delikte wurden von Rechtsextremisten begangen, 15 Delikte konnten Ausländern zugeordnet werden. Aufgeklärt wurden 63 Delikte, die Aufklärungsquote liegt also bei knapp 33 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Anfrage der Grünen-Abgeordneten Clara Herrmann an die Senatsinnenverwaltung.

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