Latzels Leute: Bremens bekannteste Bekenntnisgruppe


9c0fa-jesus_walking_on_waterDie Evangelische St.-Martini-Gemeinde gehört zu der bunten Vielfalt der evangelischen Kirche in Bremen. Dort hielt Olaf Latzel seine umstrittene Predigt vom Januar 2015. Die Gemeinde steht hinter ihrem Pfarrer und wehrt sich gegen den Vorwurf des Fundamentalismus.


Von Mario Neumann|evangelisch.de

Eine proppenvolle Kirche, eine Stellungnahme zur Problem-Predigt von Olaf Latzel und am Ende des Gottesdienstes „standing ovations“: Gemeindemitglied Hans erinnert sich sehr deutlich an den Gottesdienst vom 8. Februar und stellt gleich klar: Der Applaus damals galt ganz bestimmt nicht Pastor Latzel, das war einfach zur Ehre Gottes. „Man hat den Segen gespürt. Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich wusste: Hier steht Gott hinter dieser Gemeinde.“

Soll die Welt draußen doch toben, wie sie will, meint Hans und zieht eine Parallele zur Kreuzigung: Auch damals habe die Menge getobt und verlangt: „Gib uns Barabas“, als Pilatus sie vor die Wahl stellte. Jesus, den Sohn Gottes, nagelte sie ans Kreuz. „Da hat sich nicht viel geändert“, sagt Hans.

Der erzählfreudige Herr Anfang 50 kommt aus Ostfriesland und fährt rund eineinhalb Stunden, um beim Gottesdienst in St. Martini dabei zu sein. Der Stellungnahme der Gemeinde, inklusive der Entschuldigung für verbale Entgleisungen und dem Bekenntnis zu einem bunten Bremen, hat er nichts hinzuzufügen. Dass einzelne Gemeindemitglieder jetzt politische Vertreter beschimpfen, die sich in einer Entschließung „von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten“ distanziert haben, findet er auch nicht gut. In der umstrittenen Predigt sei zum guten Miteinander mit Menschen anderer Religionen aufgerufen worden, das betont auch die Stellungnahme der Martini-Gemeinde. Gleichzeitig bleibe man aber theologisch beim christlichen Bekenntnis, sagt Hans: „Der Weg zum Heil führt allein über den Glauben an Jesus Christus.“

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