Ressentiments eines Meisterdenkers: Heidegger war der braunere Nazi


Der vierte Band der Gesamtausgabe von Heideggers Werken ist erschienen. Er umfasst die Jahre 1942 bis 1948. picture alliance
Vor wenigen Tagen wurde ein neues „Schwarzes Heft“, eine Art Tagebuch, von Martin Heidegger veröffentlicht. Auf 1.700 Seiten zeigt sich der gelobte Meisterdenker als ressentimentgeladener Philosoph, für den selbst die Nazis nicht radikal genug waren. Es wird höchste Zeit, Heidegger vom Sockel zu holen.


Von Alexander Grau|Cicero

Manche seiner Sätze sind unfreiwillig komisch. Etwa: „Das Erreichen der Gänze des Daseins im Tode ist zugleich Verlust des Seins des Da.“ Andere einfach nur kryptisch: „Das Nichts selber nichtet“.

Aber gerade seine stilisierte Sprache machte ihn für viele vergrübelte Sinnsucher so attraktiv: Martin Heidegger.

Seit gut einem Jahr geht es wieder einmal hoch her um den Meßkirchner Meisterdenker. Die Feuilletons überschlagen sich, die Fachleute sind alarmiert, und Magazine wie „Hohe Luft“ oder „Philosophie“ widmen ihm Themenschwerpunkte. Und dann trat im Januar auch noch der Vorsitzende der Martin-Heidegger-Gesellschaft, der Philosophieprofessor Günter Figal, von seinem Amt zurück. Der Grund für die Aufregung: die „Schwarzen Hefte“.

Bei den „Schwarzen Heften“ handelt es sich um tagebuchähnliche Aufzeichnungen Heideggers. Sie beginnen im Jahr 1931 und enden 1975, ein Jahr vor seinem Tod. Ihren Namen verdanken sie ihrem Umschlag. Vor wenigen Tagen erschien der vierte Band im Rahmen der Gesamtausgabe der Werke Heideggers. Er umfasst die Jahre 1942 bis 1948.

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