Sterbehilfe als letzte Selbstermächtigung: Weiter leben, nein danke


sterben

Das christliche Nein zur Sterbehilfe ist totalitär, Ausdruck einer Jenseitspsychose und letztlich nichts anderes als Selbstbeweihräucherung. Denn das Festhalten am Leben anderer dient nur dem eigenen Wohl. Daher: Sterben Sie, wann Sie wollen – danach bestimmen andere über Sie.


Von Wolfgang Brosche|The European

Im vergangenen Spätherbst habe ich hier einige Bemerkungen zur Sterbehilfedebatte gemacht – und versucht zu zeigen, worum es den zumeist christlichen Gegnern der Sterbehilfe tatsächlich geht: um die Macht über Leben, Tod, Körper und Willen des Einzelnen. Noch immer beherrscht die Köpfe der Wortführer, die sich als Moralwächter, ja Moralpäpste, gerieren – und zwar nicht nur als Beherrscher ihresgleichen, sondern mit gnadenloser Machtgier ausgestattet, auch als Beherrscher aller anderen –, der Wille zur Macht, zur Pastoralmacht, wie sie Michel Foucault beschrieben hat. Sie strecken – nicht nur in der Sterbehilfedebatte – ihre endlos gierigen Finger auch nach der Staatsmacht aus, die die Menschen in ihrem Sinne weiter disziplinieren, kujonieren, und im Leben wie im Sterben bevormunden soll.

Aber was treibt sie an zu diesem christlich-totalitären Verhalten? – wobei christlich-totalitär eigentlich ein Pleonasmus ist. Die erschreckende Antwort auf diese Frage fand ich im aktuellen fastenzeitlichen Hirtenbrief des Erzbischofs von Paderborn, Hans-Josef Becker. Ein Dokument des von Angst getriebenen Egoismus und der Unterwürfigkeit unter ein Gottesphantasma.

Auch einem Erzbischof müssen endlich einmal deutliche Widerworte gegeben werden. Die Zeit der Ex-cathedra-Moral ist vorbei! Gleichwohl glauben die katholische Kirche und die Evangelikalen, im Windschatten der Islamfurcht Morgenluft zu schnuppern für ihre antidemokratischen, antiliberalen, inhumanen, gottesfürchtigen und theokratischen Ideen.

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1 Comment

  1. W. Borsche ist ein „Alleswisser“ und bestimmt was ausser ihm keiner Weiss!?Sollte er nicht als „unser“ nächster Papst „bestimmen“!?

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