Verschwörungstheorie wird nach 686 Jahren zur Tatsache


Reiterstandbild Cangrande della Scalas. Foto: Eggbread. Lizenz: Public Domain.
Früher postulierten Kriminalermittler, je länger ein Mord zurückliegt, desto schlechter könne man ihn aufklären, weil sich Zeugen nicht mehr erinnern und weil Spuren verwischen. Heute stimmt diese Aussage so pauschal nicht mehr: Durch Verfahren, die früher nicht zur Verfügung standen, wurden in den vergangenen beiden Jahrzehnten zahlreiche Gewaltverbrechen aufgeklärt und viele unschuldig Verurteilte aus (vor allem amerikanischen) Gefängnissen entlassen, wo sie teilweise seit den 1970er Jahren einsaßen.


Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Neue forensische Methoden eignen sich aber auch dazu, sehr viel länger zurückliegende Ereignisse aufzuklären. Das dient dann nicht mehr der Strafverfolgung, sondern der Geschichtsforschung, die damit erklären kann, welche Verschwörungstheorien zutreffen und welche nicht. Einen Fall, bei dem sehr wahrscheinlich die zeitgenössischen Verschwörungstheoretiker recht hatten, präsentierte ein interdisziplinär zusammengesetztes italienisches Forscherteam unter Leitung des Pisaner Medizinhistorikers und Paläopathologen Gino Fornaciari letzten Monat im Journal of Archaeological Science.

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