Die Fusion der Terrorpartner


Bei dem Doppel-Anschlag in Jos wurden über 200 Menschen getötet. Foto: afp
In schwierigen wie in guten Zeiten wollen die Terrororganisationen IS und Boko Haram zusammenstehen. Das klingt kitschig, dahinter aber verbirgt sich eine moderne strategische Partnerschaft des Schreckens.


Von Harry Nutt|Berliner Zeitung

Die Bilder, die die zugleich blindwütige wie gezielte Zerstörung vorislamischer Kulturgüter in Irak zeigen, tragen unten rechts eine kleine Signatur. „IS Video“ steht da, als gelte es, das Copyright zu schützen. Die Terrororganisation Islamischer Staat achtet auf Markenidentität. Der Terror kommt nicht nur als größtmöglicher Schrecken daher, sondern beansprucht Produkt-Authentizität. Der religiöse Fundamentalismus des IS präsentiert sich so im Gewand eines räuberischen Kapitalismus, der ausdrücklich darauf Wert legt, modern zu sein.

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