Die radikale Mitte


Bild: pegida/FB, Screenshot:BB
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Die Anhänger vereint Ressentiment und Verachtung der Demokratie. Der Erfolg der rechten Wutbürger markiert eine tiefe Zäsur.


Von Oliver Nachtwey|derFreitag

Die Pegida-Bewegung hat etwas Gespenstisches. Eine schwarze Verdrossenheit bricht sich einmal wöchentlich auf den Straßen von Dresden und Leipzig Bahn und bringt die Menschen dazu, lauthals „Lügenpresse“ zu skandieren. Auch wenn die Pegida-Organisatoren in ihren Statements immer wieder versuchen, sich von rechten Positionen mehr (Kathrin Oertel) oder weniger (Lutz Bachmann) abzugrenzen – sie verfolgen einen modernen Rechtspopulismus. Dessen Logik lautet: „Ich habe zwar nichts gegen Ausländer und Muslime, aber …“. Stoisch wird der bürgerliche Charakter der eigenen Position betont, die sich auf die Werte der Aufklärung und des Abendlandes beruft. Ganz normale Bürger, die sich sorgen; so wollen die Pegida-Anhänger gesehen werden. Das ist nicht ganz falsch. Und genau das macht diese Bewegung so beängstigend. Denn Pegida ist der Radikalismus der Mitte unserer Gesellschaft. Bei den Demonstrationen, das zeigen die ersten Untersuchungen, laufen überwiegend Männer mittleren Alters mit einem höheren Bildungsgrad mit. Sie arbeiten in Vollzeit und gehören der unteren Mittelschicht an.

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