Schweden: Aus für Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien?

Themenbild. Saab JAS 39 Gripen
Frauen-und Menschenrechte und einträgliche Geschäfte: Saudi-Arabien brüskiert die Außenministerin Wallström. Nun wird die Verlängerung eines Rüstungsmemorandums fraglich.


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Der „Islamische Staat“ verändert auch die Wahrnehmung von Saudi-Arabien. Der Blick wird skeptischer. Dass in sozialen Netzwerken für das Kürzel KSA für „Königreich Saudi-Arabien“ spöttisch „Kalifat Saudi-Arabien“ gesetzt wird, ist ein markantes Beispiel dafür. Auch Regierungspolitiker können die veränderte Perspektive nicht ignorieren. Besonders dann, wenn es um Waffengeschäfte mit dem reichen Golfstaat geht, etwa in Schweden.

Alle fünf Jahre steht die Verlängerung eines Memorandums zwischen Schweden und Saudi-Arabien an. Darin geht es um eine militärische Kooperation. Der Golfstaat ist viertgrößter Waffenexportabnehmer für Schweden. 2014 wurden Rüstungsgüter im Wert von 1,4 Milliarden Euro an Saudi-Arabien verkauft. Das Memorandum, das pro forma gegenseitige Projekte zur Bereit- und Herstellung von Rüstungsgütern im jeweils anderen Land zum Gegenstand hat, in der Praxis aber auf ein Produzent-Käuferverhältnis zwischen Schweden und Saudi-Arabien hinausläuft, das Schweden anscheinend zum Bau einer Rüstungsfabrik im Wüstenstaat ermuntert hat – soll im Mai dieses Jahres neu unterzeichnet werden.

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Staatliche Unterstützung von Kirchen erschwert Integration

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
Gesetzliche Regelungen haben erheblichen Einfluss auf Einstellungen der Bevölkerung gegenüber Muslimen.


derStandard.at

Je stärker der Staat christliche Kirchen unterstützt, umso weiter sind in der Bevölkerung Vorbehalte und Intoleranz gegenüber muslimischen Migrante verbreitet. Wie Berliner Forscher nun in einer Studie nachweisen konnten, stärken gesetzliche Regelungen wie der Schutz von Feiertagen, das Einziehen von Kirchensteuern oder konfessioneller Religionsunterricht an Schulen eine christliche Kulturidentität und erschweren damit die Integration anderer religiöser Gruppen.

Der Politikwissenschafter Marc Helbling vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Richard Traunmüller von der Goethe-Universität Frankfurt am Main gründen ihre Analysen auf Daten aus der Schweiz, doch das Ergebnis träfe auch auf andere europäische Länder zu, meinen die Forscher. „Zwischen den 26 Kantonen variieren die religionspolitischen Regime ähnlich breit wie zwischen einzelnen westeuropäischen Ländern“, erklärt Helbling. „Die Schweiz kann daher in dieser Frage als eine Art Labor für ganz Europa gelten.“

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TV-Moderatorin bringt Islamisten zum Verstummen

Damit hatte der Islamist Hani al-Sebai sicher nicht gerechnet: Als er von einer Moderatorin im libanesischen Fernsehen interviewt wurde, meinte er, ihr das Wort verbieten zu können. Der Sender schaltete den Interviewpartner daraufhin einfach stumm. Der Clip ist ein Renner auf YouTube.


pro Medienmagazin

Die Fernsehmoderatorin Rima Karaki arbeitet für den libanesischen Fernsehsender Al-Jadeed TV. Am 2. März stand ein Live-Interview mit dem ägyptischen Anwalt Hani al-Sebai auf dem Programm. Der verteidigt regelmäßig Islamisten, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind und lebt nach einer Flucht im Exil in London. Die Vereinten Nationen haben Al-Sebai auf die Liste von Menschen gesetzt, die mit Al Kaida und den Taliban in Verbindung stehen.

Die Organisation Memri, die islamische Medien auf Englisch übersetzt, um antisemitische und islamistische Positionen an die Öffentlichkeit zu bringen, stellte ein Video bei YouTube ein, das zeigt, wie sich die Moderatorin gegen sexistische Äußerungen des Islamisten zur Wehr setzt.

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Adel schützt vor Dummheit nicht: Fürsten-Spross macht sich über Obdachlose lustig

Adel schützt vor Dummheit nicht: Fürsten-Spross macht sich über Obdachlose lustig | screenshot
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dieser Spruch gilt auch für Familien, die sich ihrer distinguierten Stellung gerne mit Pomp und Wappen vergewissern. In Deutschland wurde der Adel zwar offiziell im Jahr 1919 abgeschafft, aber einige Mitglieder der ehemals blaublütigen Familien sind noch nicht ganz im 21. Jahrhundert angekommen.


Von Dr. Gunda Windmüller|Huffington Post

Zum Beispiel Gloria von Thurn und Taxis. Leider legendär ist ihre Entgleisung in einer Talkshow: „Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.“

Thurn und Taxis: Erst reden, dann denken

Dieser Ausspruch von Frau Fürstin zog damals zurecht viel Empörung nach sich. Doch viel gelernt hat man im Hause Thurn und Taxis aus dieser Episode nicht. Denn nun hat auch Tochter Elisabeth Einblick in ihre krude Weltsicht gegeben.

Die „Vogue„-Journalistin weilt derzeit in Paris zur Fashion Week. Auf ihrem Weg durch die Stadt fotografierte sie einen Obdachlosen, der das Magazin liest. Das Foto veröffentlichte sie auf ihrem Instagram-Profil mit der Zeile: „Paris ist voller Überraschungen … und ‚Vogue‘-Lesern auch in unerwarteten Ecken.“

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Ex-Gefangener des IS: „Die Dschihadisten schauten ‚Teletubbies'“

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Zehn Monate lang war Nicolas Henin Geisel des „Islamischen Staats“, dann kaufte ihn Frankreich offenbar frei. Jetzt spricht er über seine Zeit in Syrien: „Um Gnade zu bitten, ist das Schlimmste, was man machen kann.“


SpON

Viele andere Europäer mussten sterben, doch Nicolas Henin überlebte die Geiselhaft: Zehn Monate war der französische Journalist in der Gewalt des britischen IS-Terroristen Mohammed Emwazi – zehn Monate lang fürchtete er, wie andere von „Jihadi John“ brutal ermordet zu werden.

Mit der BBC sprach er nun erstmals über seine Zeit als IS-Geisel: „Um Gnade zu bitten, ist das Schlimmste, was man machen kann“, sagte er: „Das ist dumm, versuch es nie.“

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Protestanten Konzern mit 5,2 Mrd. Euro Steuereinnahmen

Bild: tilly
Bild: tilly
Die Einnahmen der evangelischen Kirche aus der Kirchensteuer liegen erstmals über fünf Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr habe das Kirchensteueraufkommen 5,2 Milliarden Euro betragen, sagte der Finanzchef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thomas Begrich. Ein Zuwachs von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


evangelisch.de

Für das Jahr 2014 rechneten Finanzexperten mit einem Höchststand bei den Kirchensteuereinnahmen. Gibt es für evangelische Kirche schon eine vollständige Übersicht für das vergangene Jahr? Wie fiel der Zuwachs aus?

Thomas Begrich: Gerade haben wir die Zahl aktuell vorliegen: 5,2 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die Verwaltungsgebühr, die der Staat als Dienstleistung erhält, rund 170 Millionen Euro, so dass wir etwas mehr als fünf Milliarden Euro behalten. Das ist ein Zuwachs von 4,8 Prozent.

Wie lässt es sich erklären, dass die Kirchen trotz hoher Austrittszahlen und demografisch bedingt sinkender Mitgliederzahl mehr Geld einnehmen? Was halten Sie Darstellungen entgegen, die Kirchen schwämmen im Geld?

Begrich: Das Wichtigste zuerst: Wir haben nahezu 23 Millionen Mitglieder, Menschen, die die Kirche tragen, mit ihrem Engagement, mit ihrem finanziellen Beitrag. Sie sind die Kirche. Und ihnen gebührt unser Dank. Wachsende Einnahmen aus Kirchensteuern beruhen darauf, dass es unserem Land wirtschaftlich gutgeht und damit auch vielen Menschen, eben auch den Kirchensteuerzahlern.

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Konversion von Christen und Muslimen in Indien: Heimführung oder Zwangsbekehrung?

Nadrenda Modi.
Nadrendra Modi.
In Indien ist eine heftige Kontroverse über eine Kampagne der Hindu-Nationalisten entbrannt, Christen und Muslime zum Hinduismus „zurückzuführen“. Während der hindu-nationalistische Ministerpräsident Narendra Modi schweigt, treiben mit seiner Partei liierte Organisationen die Kampagne weiter voran.


Von Ulrich von Schwerin|Qantara.de

Die Hindu-Nationalisten nennen es „Heimkehr“, doch Muslime und Christen sprechen von Konversion unter Druck. Seit einer Reihe von öffentlichen Zeremonien, bei denen große Gruppen von Christen und Muslimen zum Hinduismus bekehrt wurden, ist in Indien eine heftige Debatte über die Legitimität und die Legalität der von Hindu-Nationalisten organisierten Massenkonversionen entbrannt. Besondere Brisanz gewinnt die Debatte dadurch, dass die hindu-nationalistische „Bharatiya Janata Party“ (BJP) seit vergangenem Mai in Neu Delhi die Regierung stellt.

Auslöser der Debatte war eine Zeremonie in einem Slum im nordindischen Agra. Die Bewohner des Viertels sind vorwiegend muslimische Migranten aus dem ostindischen Bengalen, die vom Müllsammeln leben. Indischen Presseberichten zufolge wurden sie am 8. Dezember zu einer Versammlung geladen, um – so hieß es – für Sozialleistungen registriert zu werden. Als sich die Gemeinde versammelt hatte, wurden zu ihrem Erstaunen eine Götterstatue aufgestellt und religiöse Gesänge angestimmt. Am Ende des Rituals hieß es dann, sie seien nunmehr Hindus.

Abgerungener Glaube

In der Öffentlichkeit löste das Ereignis eine heftige Kontroverse aus. Doch ein Einzelfall blieb es nicht. In den vergangenen Wochen wurde fast täglich von weiteren Zeremonien berichtet, bei denen Christen und Muslime zum Hinduismus konvertiert wurden. Während die hindu-nationalistische „Vishwa Hindu Parishad“ (VHP) und die „Dharam Jagaran Samiti“ (DJS), die vorwiegend hinter der Kampagne stecken, den freiwilligen Charakter betonen, gab es immer wieder Berichte, dass die Teilnehmer unter Druck gesetzt oder ihnen Geld, Land oder andere Vorteile versprochen wurden.

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Konzern „Katholische Kirche“ erhält 5,68 Milliarden Euro an Steuern

Bild: tilly
Bild: tilly
Abermals ist ein Rekord gefallen. Mit exakt 5.681.199.800 Euro lagen die Kirchensteuer-Einnahmen für die katholische Kirche 2014 zum dritten Mal in Folge über der Fünf-Milliarden-Grenze.


RP ONLINE

Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag auf Anfrage bekanntgab, bedeutet das im Vergleich zum Vorjahr noch einmal ein Plus von 4,24 Prozent. Der Trend bei der evangelischen Kirche dürfte ähnlich ausfallen. Trotz sinkender Mitgliederzahlen mehr Einnahmen – wie kann das sein? Nach Ansicht von Experten liegt das zuallererst einmal an der guten konjunkturellen Lage. „Je größer das Wirtschaftswachstum, desto höher sind die Steuereinnahmen“, sagt Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Viele Menschen gehen einer regulären Arbeit nach, bezahlen mithin Einkommenssteuer. Und bei Katholiken und Protestanten erhöht sich dann auch die daran angehängte Abgabe an ihre Kirche, je nach Bundesland sind es acht oder neun Prozent.

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Ein Blowjob als Waffe gegen Homophobie

Thinkstock
Der Schwulen-Aktivist Dan Savage fordert Ben Carson, einen der republikanischen Präsidentschaftskandidaten, auf, mit einem „Blowjob“ zu beweisen, dass Homosexualität frei wählbar ist.


Von Dr. David Berger|Huffington Post

Der Republikaner Dr. Ben Carson, ein bekannter Neurochirurg, wird derzeit in den USA als ein aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat gehandelt. In einem CNN-Interview hat er sich auch zum Themenkreis Homosexualität geäußert und dort die These vertreten, dass Homosexualität nicht angeboren, sondern frei wählbar sei. Das sehe man ja an heterosexuellen Männern, die nach einem Gefängnisaufenthalt auf einmal schwul seien. Da müsse im Gefängnis ja etwas passiert sein, das sie schwul gemacht habe.

In einem offenen Brief hat ihm darauf der bekannte amerikanische Homo-Aktivist Dan Savage geantwortet:

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Unbekannter erpresst Vatikan mit Brief von Michelangelo

TheCreation_399Der Vatikan ist mit einem gestohlenen Brief, der vermutlich von Michelangelo stammt, erpresst worden. Auf dem Dokument soll die Unterschrift des italienischen Renaissance-Genies zu finden sein.


FOCUS ONLINE

Ein Schriftstück mit der Unterschrift des italienischen Renaissance-Genies sei 1997 aus dem Archiv der Dombauhütte des Petersdoms verschwunden, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Später habe jemand versucht, den Vatikan zu erpressen und Geld für den Brief verlangt.

Eine Zahlung habe Kardinal Angelo Comastri – der jetzige Chef der Dombauhütte – allerdings abgelehnt, weil es sich um einen gestohlenen Gegenstand gehandelt habe, zitierte die Zeitung „Corriere della Sera“ Lombardi. Die Polizei ermittle in dem Fall des immer noch nicht zurückgegebenen Briefes.

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In memoriam Leonard Nimoy – Christliches bei Raumschiff Enterprise

Leonard Niemoy, Bild. FB
Leonard Nimoy, Bild. FB
Nimoy wurde in der Rolle des Spock in der Fernseh- und Filmserie ‚Raumschiff Enterprise’ berühmt. Der Journalist Angelo Stagnaro hat christliche Elemente in der Serie gefunden.


kath.net

Am Freitag, den 27. Februar, verstarb der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur, Musiker und Autor Leonard Nimoy. Er war vor allem durch seine Darstellung des stets logisch und emotionslos agierenden Halbvulkaniers Spock in der Science-Fiction Serie „Raumschiff Enterprise“ zu weltweiter Berühmtheit gelangt. Christlichen Fans der Serie werden die immer wiederkehrenden Referenzen zum Christentum in Erinnerung bleiben, schreibt der Journalist Angelo Stagnaro im Londoner Catholic Herald in einem Artikel aus dem Jahr 2011.

Kennern des Science-Fiction Genres wird bekannt sein, dass Gene Roddenberry, der Erfinder Serie, Agnostiker war. In den Folgen der Serie steht die Mannschaft der Enterprise nicht nur häufig vor moralischen Dilemmata, sondern muss sich auch mit religiösen Fragen auseinander setzen. Religion taucht immer wieder als positiver Faktor in den Abenteuern von Kirk & Co. auf, gleichzeitig wird vor falschen Religionen gewarnt. Beispielsweise taucht im Film „Star Trek V: Am Rande des Universums“ ein Wesen auf, das sich als Gott ausgibt. Es will die Enterprise unter seine Kontrolle bringen, um von einem entlegenen Planeten zu entkommen. Kirk entlarvt den Schwindel mit der simplen Überlegung, dass Gott kein Raumschiff brauchen würde, schreibt Stagnaro.

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Zerwürfnis zwischen deutschen Islamverbänden

krmIm Koordinationsrat der Muslime herrscht dicke Luft. Dem Chef des Zentralrats der Muslime wird vorgeworfen, er lasse die anderen Islamverbände beim Thema Antisemitismus schlecht aussehen. Die Ditib spricht von Vertrauensbruch.


evangelisch.de

Im Koordinationsrat der Muslime wird offenbar vehement über die Außendarstellung der Haltung zum Antisemitismus gestritten. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) erhob in einer am Montag in Köln verbreiteten Erklärung schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, der einen Vertrauensbruch verursacht habe. Mazyek vermittle durch sein Verhalten den Eindruck, die im Koordinationsrat vertretenen Verbände seien mit Ausnahme des Zentralrats „bei dem Thema Antisemitismus unkritisch oder unsensibel“.

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Dschingis Khan hat Millionen Erben

Dschingis Khan und seine Nachkommen regierten über eines der größten Reiche der Geschichte © historisch
Potente Vorväter: Millionen asiatischer Männer sind direkte Nachkommen von nur elf Stammesführern – darunter auch Dschingis Kahn. Das Erbe des Mongolenfürsten und der zehn anderen Urväter ist bis heute in den Y-Chromosomen der Männer nachweisbar, wie eine Studie belegt. Ein Grund für diese gewaltige Nachkommenschaft: Die Anführer der Reiternomaden kamen weit herum und hatten viele Frauen – und Kinder.


scinexx

Über Jahrhunderte hinweg herrschten Reiternomaden über weite Gebiete Asiens. Am größten war ihr Reich im 13. Jahrhundert, nachdem Mongolenfürst Dschingis Khan die Stämme der eurasischen Steppennomaden vereint hatte und mit dieser Streitmacht die Nachbarvölker unterwarf. Aber auch vor und nach ihm gab es immer wieder mächtige Stammesfürsten in Zentralasien, die ihre Spuren nicht nur in der Geschichte, sondern auch im Erbgut der asiatischen Bevölkerung hinterlassen haben, wie sich jetzt zeigt.

Y-Chromosom verrät Abstammung

Patricia Balaresque von der Université Paul Sabatier in Toulouse und ihre Kollegen analysierten für ihre Studie die Y-Chromosomen von 5.321 Männern aus 127 Populationen Asiens. Da dieses Chromosom nur von Männern an ihre Söhne weitergegeben wird, lässt sich anhand seiner Zusammensetzung die Abstammung eines Menschen über die männliche Linie ermitteln.

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Eine Fußball-WM und Hubers Christen-Arroganz

Foto: WDR/Oliver Ziebe
Eine Fußball-WM zur Adventszeit – dieses Szenario hat nicht nur den sportbegeisterten Teil Deutschlands aufgeschreckt. Der Gedanke, mit Glühwein statt mir Bier auf Tore anzustoßen, stößt vielen unbehaglich auf. Dass das allerdings nicht das eigentliche Problem des sportlichen Ereignisses 2022 in Katar ist, machte Altbischof Wolfgang Huber mit einem starken Auftritt bei „Hart aber fair“ deutlich.


Von Christiane Meister|evangelisch.de

Fußball-WM mit Adventskranz: Seit Ende Februar bekannt wurde, dass dieses Szenario 2022 mit der Weltmeisterschaft in Katar Realität werden könnte, sind Millionen Deutsche irritiert. Nach Empfehlung der Spielkalenderkommission der Fifa soll das sportliche Großereignis im November und Dezember stattfinden. Grund dafür ist das Klima im Emirat – im Sommer kann es bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich wärmer als 40 Grad Celsius werden.

Sollte der Vorschlag angenommen werden, sehen Verbände wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor allem organisatorische Probleme: Die Spielpläne der Bundesliga, des DFB-Pokals und nicht zuletzt der Champions League müssten umgestellt werden und wichtige Spieler mitten in der Saison in einem kräftezehrenden Turnier antreten. Die Argumente der Fans sind zum Teil simpler: „Ich habe keine Lust, mir beim Public Viewing den Hintern abzufrieren“, gesteht der Grünenpolitiker Jürgen Trittin in der Sendung „Hart aber fair“ am Montagabend. Und der ehemalige EKD-Ratspräsident Wolfgang Huber schließt sich der Kritik der Kirchen an: „Das Fifa-Gremium weiß offensichtlich nicht, wann Weihnachten ist.“

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Freie Trauung – Konkurrenz zum christlichen Traugottesdienst?

cartoon-herzDie freien Trauungen boomen – viele Lesben und Schwule wenden sich von den traditionellen Kirchengemeinden ab und erleben Respekt und Anerkennung ihrer Lebensgemeinschaft anderswo. Werden wir überflüssig?


evangelisch.de

Gestern Morgen erreichte mich folgende Mail: „Lieber Nulf, wir, mein Verlobter und ich, möchten gerne im nächsten Jahr heiraten. Allerdings planen wir eine Freie Trauung. Und ich wollte fragen, ob Du das auch machst oder mir ggf. einen Kollegen nennen kannst, den ich ansprechen kann.“

Ich antwortete ihr: „Liebe J. was bedeutet „freie Trauung“. Eine Trauung im Freien? oder eine Trauung ohne kirchl. Anbindung? Ich bräuchte ein bisschen mehr Informationen.“

Als Antwort erhielt ich einen Link, der mich dann doch sehr überraschte. Da las ich unter anderem:

„Die „freie Trauung“ oder „freie Hochzeit“ ist eine frei gestaltete Trauungszeremonie, die von freien Theologen, Hochzeitsrednern, freien Rednern oder Ritualbegleitern     durchgeführt werden und deren Ablauf Sie selber, und dadurch sehr individuell, gestalten können. Bei einer freien Trauung darf gelacht und applaudiert werden. Sie sind an keine religiösen oder staatlichen Vorgaben gebunden. Der Ablauf ist nicht von Religionen, Konfessionen oder der Amtskirche vorgegeben und doch kann sie einem traditionellen christlichen Gottesdienst gleichen oder eine überkonfessionelle säkuläre Trauungszeremonie sein. Auch den Ort wo Ihre freie Trauung statt findet können Sie frei wählen.

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Staat und Religion: Schafft die Kirchensteuer ab

Bild: tilly
Bild: tilly
Wer mehr Gerechtigkeit für alle Religionen will, braucht keine Religionssteuer. Es ist auch naiv zu glauben, Radikalität ließe sich verhindern, wenn der Staat Geld gibt.


Von Tanja Dückers|ZEIT ONLINE

Eine Religionssteuer soll die Kirchensteuer ersetzen. Nach diesem Vorschlag von Jochen Bittner würde jeder Steuerzahler ein Häkchen hinter diejenige Religionsgemeinschaft setzen, die er mit seinem Anteil bedenken möchte. Der Staat solle, wenn er schon die Kirchensteuer eintreibt, diesen Dienst nicht nur ausschließlich Protestanten und Katholiken anbieten. Von der staatlich unterstützten Spendenverteilung sollten alle Glaubensgemeinschaften profitieren können. Dies mag zwar politisch konsequenter erscheinen, zeitgemäßer ist es nicht.

Viele Ideen zielen eher auf eine Ausweitung der staatlichen Unterstützung für Glaubensgemeinschaften denn auf eine – überfällige – konsequente Trennung von Kirche und Staat in Deutschland. Spätestens seit dem Skandal um den Bischöflichen Stuhl in Limburg steht die Kirchensteuer aber auf dem Prüfstand.

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Erleben wir eine neue Welle des Antisemitismus?

Rolf Verleger: Eine Vergleichsstudie der Uni Konstanz zeigt, dass Deutsche, die die Politik Israels kritisieren, meist diejenigen sind, die gegenüber Juden die wenigsten Vorurteile haben. Foto: Heike Lachmann
In Deutschland hat die Zahl der Übergriffe auf Muslime, Ausländer und Flüchtlinge zugenommen. Auch in den jüdischen Gemeinden geht die Angst um. Erleben wir eine neue Welle des Antisemitismus und wenn ja, was sind die Ursachen?


Von Joachim Zinsen|Aachener Nachrichten

Ein Gespräch mit Rolf Verleger, einem ehemaligen Mitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der Psychologie-Professor aus Lübeck hat eine großangelegte Studie über Antisemitismus wissenschaftlich begleitet.

Herr Verleger, mussten Sie persönlich in jüngerer Vergangenheit die Erfahrung machen, dass der Antisemitismus in Deutschland zunimmt?

Verleger: Nein. Ich persönlich fühle mich in keiner Weise ähnlich bedroht wie in den 90er Jahren. Damals schwappte eine Welle von Gewalt und Fremdenfeindlichkeit über Deutschland hinweg. In Mölln und Solingen starben mehrere Menschen bei Brandanschlägen auf Häuser von türkischen Einwanderern. In meiner Heimatstadt Lübeck gab es einen Brandanschlag auf unsere Synagoge. Damals hatte ich Angst.

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Darf im Namen Gottes getötet werden?

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Münchner Pfarrer vergleicht Koran- und Bibelstellen – Seiner Einschätzung nach fänden Hassprediger im Koran alles, was sie brauchten: Allahs Befehl zum Kämpfen und Töten und dessen Belohnung für die Märtyrer.


kath.net

Im Namen Allahs darf getötet werden, im Namen des christlichen Gottes nicht. Zu diesem Ergebnis kommt der Vorsitzende der „Lebendigen Gemeinde München“, Pfarrer Dieter Kuller, in einem Vergleich von Koran- und Bibelstellen. Im Informationsbrief der Arbeitsgemeinschaft schreibt er, dass Muslime gern die zur Friedfertigkeit mahnenden Verse des Korans zitierten. Dabei handele es sich um Aussagen des jungen Mohammed, die durch spätere Offenbarungen außer Kraft gesetzt worden seien. Zu diesen gehöre die Aufforderung, Menschen zu töten, die den Islam ablehnen. Hassprediger fänden im Koran alles, was sie brauchten: Allahs Befehl zum Kämpfen und Töten und dessen Belohnung für die Märtyrer. Kuller: „Solange diese Suren nicht durch ein Komitee von international anerkannten Islamgelehrten neu interpretiert werden und diese neue Auslegung nicht von den Ländern der islamischen Union ratifiziert wird, solange gilt in Übereinstimmung mit dem Koran: ‚Im Namen Allahs darf getötet werden‘.“

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Was der IS-Terror mit der Reformation gemein hat

Die Ruinen der Parther-Stadt Hatra, von der Unesco auf der Liste des Weltkulturerbes geführt, rücken ins Visier des IS. Die Handelsstadt 100 Kilometer südwestlich von Mossul war um die Zeitenwende eine wichtige Mittlerin zwischen Orient und Mittelmeer Foto: Getty Images/DeAgostini
Wer glaubt, im Vandalismus des „Islamischen Staats“ im Irak manifestiere sich ein Aufstand des Mittelalters gegen die Neuzeit, irrt. Er ist der Moderne und der Reformation ähnlicher, als man denkt.


Von Richard Herzinger|DIE WELT

Der Vernichtungsfeldzug der Terrorarmee „Islamischer Staat“ (IS) richtet sich nicht nur gegen ganze Bevölkerungsgruppen, sondern auch gegen das kulturelle und künstlerische Erbe der Staaten und Nationen, über deren Territorien sie herfällt. Demonstrativ per Video in die Weltöffentlichkeit übertragen, zerstört sie wie jetzt im irakischen Al-Hadra nahe Mossul Kulturschätze von unersetzlichem Wert für die Menschheit.

Die Dschihadisten signalisieren damit, dass sie nicht nur den bestehenden Mächten im Nahen Osten wie der gesamten internationalen politischen Ordnung, sondern allen zivilisatorischen Grundlagen, auf die bisherige politische und gesellschaftliche Gemeinwesen aufbauten, den totalen Krieg erklärt haben.

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Saudischer Blogger Raif Badawi: „Wirklich stolz auf ihn“ – Ehefrau lobt Gabriels klare Worte

sigmar_gabrielSigmar Gabriel hat sich auf seiner Reise nach Saudi Arabien engagiert für den verurteilten Blogger Raif Badawi eingesetzt – die Ehefrau Badawis lobte den Vizekanzler jetzt für seine klaren Worte.


Von Tim Schulze|stern.de

Auf der Reise des deutschen Vizekanzlers Sigmar Gabriel nach Saudi-Arabien gab es viel zu bereden. Eigentlich führte der SPD-Chef und Wirtschaftsminister am vergangenen Wochenende eine 90-köpfige Delegation aus Wirtschaftsleuten an. Im Gepäck hatten die Deutschen Hochglanzbroschüren von heimischen Produkten wie Gasturbinen und Medizingeräte. Doch das war es nicht, was die deutsche Öffentlichkeit interessierte. Thema waren hier die Menschrechte in dem erzkonservativen Land und das brutale Urteil gegen den liberalen Bloggers Raif Badawi.

Sein Schicksal wühlt die Menschen im Westen auf. Der Blogger hatte die Gleichsetzung der Welt-Religionen gefordert, aus Sicht der saudischen Justiz eine Beleidigung des Islams. Er wurde zu zehn Jahren Gefängnis und tausend Peitschenhieben verurteilt. Bislang hat er 50 erhalten – im Moment ist der Vollzug der Strafe ausgesetzt. Es geht aber die Sorge um, dass es zu einem neuen Verfahren kommt, an dessen Ende das Urteil „Todesstrafe“ lautet.

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