Was der IS-Terror mit der Reformation gemein hat


Die Ruinen der Parther-Stadt Hatra, von der Unesco auf der Liste des Weltkulturerbes geführt, rücken ins Visier des IS. Die Handelsstadt 100 Kilometer südwestlich von Mossul war um die Zeitenwende eine wichtige Mittlerin zwischen Orient und Mittelmeer Foto: Getty Images/DeAgostini
Wer glaubt, im Vandalismus des „Islamischen Staats“ im Irak manifestiere sich ein Aufstand des Mittelalters gegen die Neuzeit, irrt. Er ist der Moderne und der Reformation ähnlicher, als man denkt.


Von Richard Herzinger|DIE WELT

Der Vernichtungsfeldzug der Terrorarmee „Islamischer Staat“ (IS) richtet sich nicht nur gegen ganze Bevölkerungsgruppen, sondern auch gegen das kulturelle und künstlerische Erbe der Staaten und Nationen, über deren Territorien sie herfällt. Demonstrativ per Video in die Weltöffentlichkeit übertragen, zerstört sie wie jetzt im irakischen Al-Hadra nahe Mossul Kulturschätze von unersetzlichem Wert für die Menschheit.

Die Dschihadisten signalisieren damit, dass sie nicht nur den bestehenden Mächten im Nahen Osten wie der gesamten internationalen politischen Ordnung, sondern allen zivilisatorischen Grundlagen, auf die bisherige politische und gesellschaftliche Gemeinwesen aufbauten, den totalen Krieg erklärt haben.

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