Julia Klöckner: „Burka hat nichts mit kultureller Vielfalt zu tun“


Weinkönigin, Religionslehrerin, Journalistin – Julia Klöckner hat viel erlebt, bevor sie von 2002 bis 2011 für die CDU im Bundestg saß. Heute ist sie Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag von Rheinland-Pfalz Foto: Stefan Thomas Kroeger
Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner bekräftigt im pro-Gespräch ihre Kritik an der Vollverschleierung von Frauen – und stellt sich der Frage, ob sie wirklich nicht Bundeskanzlerin werden will.


pro Medienmagazin

pro: Zuletzt waren Sie mit der Forderung eines Burka-Verbots in den Schlagzeilen. Kaum eine Frau in Deutschland trägt Burka – war es nötig, das Thema aufzugreifen?

Julia Klöckner: Es geht nicht nur um die Burka, sondern auch um die in Deutschland häufiger zu sehende Niqab, es geht um die Vollverschleierung von Frauen. Es hat nichts mit einer offenen, freien Gesellschaft zu tun, wenn sich Frauen aufgrund ihres Geschlechts verhüllen müssen, weil einige fundamentalistische Männer das wollen. Und das nur aus dem Grund, weil sie als Frauen geboren wurden. Das hat nichts mit Gleichberechtigung, auch nichts mit kultureller Vielfalt zu tun, denn die Männer verhüllen sich ja auch nicht. Wenn aber ein Mann den Anblick einer Frau in der Öffentlichkeit nicht ertragen kann, dann ist das nicht das Problem der Frau, sondern des betreffenden Mannes. In Frankreich und in Spanien ist die Vollverschleierung verboten. Und es hat nichts mit der Quantität der Trägerinnen zu tun, wie viele es von ihnen in unserem Land gibt, sondern mit der Qualität des Frauenbildes. Wer für Frauenquote, gleiche Bezahlung von Männern und Frauen kämpft, der kann Vollverschleierung nicht gut finden. Im Übrigen will die Umwelt auch umgekehrt jemandem ins Gesicht schauen können, Gestik und Mimik sind wichtig.

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