Marine-Chef der Roten Khmer sucht Vergebung in Religion


Schädel von Opfern der Roten Khmer, Bild: wikimedia.org/PD
Meas Muth, früherer Oberkommandierender der Marine der Roten Khmer (Khmer Rouge), glaubt in der Religion Vergebung für seine Taten gefunden zu haben. Muth war in der vergangenen Woche vor dem Rote-Khmer-Tribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden. Er baue gerade auf seinem Grundstück in einem Dorf nahe der Stadt Battambang eine Pagode und meditiere jeden Nachmittag über Buddhas Lehren, sagte Muth der Tageszeitung „Phnom Penh Post“ (Donnerstag). Er habe den US-Amerikanern die Bombardierung Kambodschas vergeben.


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Wörtlich sagte Muth: „Früher war ich wütend auf die Amerikaner, weil sie mir Bomben auf den Kopf geworfen haben. Aber jetzt habe ich das Glück gefunden. Ich vergebe allen.“ Über das Rote-Khmer-Tribunal und die gegen ihn erhobene Anklage wollte Muth nicht sprechen. „Ob ich spreche oder nicht, ist ohne Bedeutung. Alle Anklagen gegen mich sind nicht wahr. Es geht ihnen nur um Rache für das, was sie während des Lon-Nol-Regimes verloren haben“, so Muth.

General Lon Nol war 1970 durch einen Putsch gegen König Sihanouk an die Macht gekommen. Die USA unterstützten Lon Nol, um freiere Hand in Kambodscha gegen den Vietcong zu erhalten. Der Putsch und die nachfolgende Einbeziehung Kambodschas in den Vietnamkrieg führten letztlich zur Machtübernahme der kommunistischen Roten Khmer im April 1975.

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