Christoph Butterwege Hartz IV: Die große soziale Entsicherung


Spuren der Verarmung: Menschen stehen in Dortmund um Essen an. Foto: REUTERS
Der Politologe Christoph Butterwegge zieht in seinem Buch „Hartz IV und die Folgen“ überzeugend Bilanz.


Von Stephan Hebel|Frankfurter Rundschau

Am 14. März 2003 – an diesem Samstag vor genau zwölf Jahren – verkündete Bundeskanzler Gerhard Schröder im Bundestag seine Agenda 2010. Am 1. Januar 2015, also vor zehn Jahren, trat dann das Kernstück der sogenannten „Reform“ in Kraft, landläufig bekannt unter dem Namen „Hartz IV“. Ob der Kanzler damals die erstaunliche historische Fußnote kannte, die Christoph Butterwegge jetzt in seinem neuen Buch beschreibt?

Der Kölner Politologe Butterwegge hat das zehnjährige Bestehen des Arbeitslosengeldes 2 zum Anlass einer Bilanz genommen. „Hartz IV und die Folgen“ heißt das materialreiche und fundierte Buch. Der ehemalige Sozialdemokrat Butterwegge, 2012 vorübergehend als Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten im Gespräch, lässt keinen Zweifel an seinem Urteil: Schröders Agenda stellte „ein umfassendes Regierungsprogramm zur Pauperisierung, Prekarisierung und sozialen Polarisierung“ dar.

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