„Gefährliche Pauschalisierung von Alice Schwarzer“


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Lehrerinnen mit Kopftuch: An dieses Bild sollte man sich nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts gewöhnen. Die Hildesheimer Islam- und Erziehungswissenschaftlerin Corinna Gomani warnt Islamkritiker und Frauenrechtlerinnen davor, Kopftuchträgerinnen eine bestimmte Rolle zuzuschreiben


Petra Sorge|Interview mit Corrina Gomani – Cicero

Frau Gomani, das Bundesverfassungsgericht hat in sein Kopftuch-Urteil in der vergangenen Woche auch eine kleine Hintertür eingebaut: Wenn in einer Schule eine „substanzielle Konfliktlage“ droht, darf das Tragen des Kopftuches im konkreten Fall doch verboten werden. Wie beurteilen Sie das?
Das ist eine juristische Formulierung, die ich nur begrenzt nachvollziehen kann. Ich glaube, dass eine substanzielle Bestimmung von Religion eigentlich nicht möglich ist. Insofern frage ich mich, was dann unter einer substanziellen Konfliktlage in Bezug auf die Verwendung religiöser Symbole beziehungsweise „über das richtige religiöse Verhalten“ zu verstehen ist.

Aber werden die Schulen mit diesem Urteil nicht ein Stück weit alleine gelassen mit der Frage, wie sie mit Islamgegnern umgehen?
Nun sind nicht alle, die das Tragen des Kopftuches ablehnen, Islamgegner. In manchen Schulen können jetzt vielleicht interessante Diskussionen mit den Schülern und Eltern stattfinden. Das ist heute schon in anderen Institutionen durchaus der Fall. Meines Erachtens ist es gut, wenn die Diskussionen dort geführt werden, wo sie dringend nötig sind: zwischen den Menschen.

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