Schäfchen wenden sich ab


jesus_schaukelDie großen christlichen Kirchen kämpfen gegen Mitgliederschwund, doch bisher offenbar erfolglos. Eine neue Studie benennt nun die Ursachen vermehrter Kirchenaustritte.


Von Clemens Mieth|ND

Die Austrittswelle in der katholischen Kirche ist offenbar nicht zu stoppen. Allein 2013 wandten knapp 180 000 Gläubige der Kirche den Rücken zu. Für 2014 wird sogar eine noch höhere Gesamtzahl erwartet. Eine »Zufriedenheitsstudie« des Bistums Münster sollte nun neue Erkenntnisse über das Befinden der Katholiken sowie die Gründe für die Kirchenaustritte liefern. Die Ergebnisse dürften auch für andere Bistümer von Interesse sein, denn die Kirchenoberen wollen den Negativtrend stoppen – nicht nur in Münster.

Für die westfälische Stadt jedenfalls ist die Lage bedenklich. »Wir befinden uns in einer Abwärtsbewegung«, erklärt Bischof Felix Genn. Im Jahr 2013 traten über 10 000 Münsteraner aus der Kirche aus. Das entspricht »einer mittelgroßen Stadt«, so Genn weiter.

Das zentrales Ergebnis der Untersuchung ist deshalb wenig überraschend: »Die Zufriedenheit mit der Institution Katholische Kirche ist aus Sicht der Gläubigen in einem kritischen Zustand.« Diese aber ist den Forschern zufolge besonders wichtig: Sie habe »eine hohe Relevanz im Blick auf die Austrittswahrscheinlichkeit«. Mit einer guten Qualität der Kirchenbeziehungen und -leistungen könne die Kirche Zufriedenheit steigern und damit gegen Kirchenaustritte wirken. »Beziehungsqualität« nennt sie das.

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