Vorurteile brauchen keine Fremden


Kinder in der Kita © Poiseon Bild & Text auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Bis heute ist Kultur kein neutraler Begriff wissenschaftlicher Analyse, sondern vor allem ein Konzept, mit dem Politik gemacht wird und sie wird in der Regel bemüht, wenn es um vermeintlich fremde Kulturen geht


Von Simon Tement|MiGAZIN

„Ich habe Hunger“ schreit ein kleines Mädchen und rennt zum Frühstückstisch, um sich ein Brot zu nehmen. Viele Kinder sind um den Frühstückstisch im Kindergarten versammelt und essen eifrig ihre Brote. Auf dem Tisch stehen mehrere Teller, auf denen Käse in verschiedenen Sorten sowie Gemüse liegen. Mittendrin ein Teller mit Wurst. Auch dieser Teller ist für alle Kinder da. Wegen den muslimischen Kindern wird einfach auf Schweinefleisch verzichtet.

Der Teller ist nichts Besonderes, er gehört einfach dazu; er wird weder negativ noch positiv hervorgehoben. Gründe kein Schweinefleisch zu essen, gibt es viele; Religion ist meistens nur ein Grund von vielen. Dennoch wird der Verzicht auf Schweinefleisch generell als Teil einer fremden Kultur betrachtet, die Migranten aus islamisch geprägten Ländern mitbringen.

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