Prediger bittet um 60 Millionen Dollar für Privatjet

Dr. Creflo A. Dollar bei einer Signierstunde.© Raymond Boyd/Michael Ochs Archives/Getty Images
US-Prediger Creflo Dollar braucht ein neues Flugzeug. Das Beste ist gerade gut genug für den Mann Gottes: Die Gläubigen sollen 60 Millionen Dollar für eine luxuriöse Gulfstream G650 zusammenkratzen.


Von Gernot Kramper|stern.de

Auch Amerika hat seinen Tebarz: Prediger Creflo Dollar baut zwar keinen Luxus-Dienstsitz, sein hochdramatischer Spendenaufruf zielt auf einen Gulfstream Jet. 60 Millionen Dollar sollen die Gläubigen zusammenbringen, damit Creflo Dollar auch in Zukunft das Wort Gottes weltweit verkünden kann, ohne mit den Niederungen der First Class in Berührung zu kommen. Im Geist also ein würdiger Bruder des ehemaligen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

weiterlesen

3sat-Themenwoche: „Woran glaubst Du?“ ab Sonntag

Atheistischer Filmemacher trifft evangelikalen Wunderprediger: Victor Vroegindeweij (links) und Mattheus van der Steen diskutieren. Foto: ZDF/Jefrim Rothuizen/ NPO
Thementage, ja mittlerweile ganze Themenwochen sind eine Erfindung und somit auch Spezialität des Kultursenders 3sat. „Woran glaubst Du?“ heißt die Themenwoche ab kommenden Sonntag, 22. März.


Neue Osnabrücker Zeitung

„Es ist auch Glaube an Menschlichkeit, an Geld, an Erfolg. Menschen glauben an Ufos und Außerirdische. Es geht auch um Glaube und Profit im Wirtschaftsleben, das Geschäft mit den Reliquien. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Das wollen wir in eine Themenwoche fassen und darauf hinweisen, dass Glaube nicht nur etwas Religiös-Institutionelles ist, sondern etwas sehr Persönliches“, erklärt Anja Fix, Leiterin des Bereichs Dokumentation und Wirtschaft, die die Themenwoche redaktionell verantwortet. Aber auch die Glaubensgemeinschaften selbst kommen zu Wort: „Zum Beispiel gibt es zwei Sendungen über Evangelikale, die wir in ihrer eigenen Lebenswelt zeigen. Das war uns bei der Konzeption der Themenwoche wichtig. Wir liefern Meinungen nicht vor, sondern wir zeigen Personen, die einen bestimmten Glauben ausüben und der Zuschauer selbst muss sich dazu verhalten.“

weiterlesen

Helmut Schmidt hält Mission für „zunehmend gefährlich“

Schmidt, 2001, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Altbundeskanzler Helmut Schmidt (Hamburg) sieht Mission äußerst kritisch. Die Vorstellung, dass eine Religion durch Mission möglichst umfassend verbreitet werden soll, hält er für „zunehmend gefährlich“.


idea.de

Der christliche Missionsgedanke habe „unermessliches Leid über die Menschen gebracht“, schreibt der SPD-Politiker in seinem Buch „Was ich noch sagen wollte“ (C. H. Beck-Verlag/München). Das Christentum habe zahlreiche Feldzüge im Zeichen des Kreuzes unternommen, etwa die Kreuzzüge ins Heilige Land. Dass das Heil einer Religion in ihrer möglichst umfassenden Verbreitung liegen soll, sei ihm immer fremd gewesen, so der 96-Jährige. Er habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Theologen sich nicht durch Toleranz gegenüber anderen Religionen auszeichnen. Im Zeitalter der Globalisierung rückten Menschen verschiedener Konfessionen dichter zusammen. Daher sei religiöse Toleranz eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.

Der Salon der Henriette Herz: „Weil Religion im Kern nichts anderes ist als Kunst“

Friedrich Schleiermacher fand in dem berühmten Salon der Henriette Herz eine völlig neue Welt, in der er sich sehr wohl fühlte. (Imago / Leemage)
Friedrich Schleiermacher gehörte zu den Gründungsvätern der Berliner Universität. Der Theologe, Altphilologe und Philosoph war auch einer der bedeutendsten Kirchenpolitiker und Staatstheoretiker des 19. Jahrhunderts. Die Frühromantiker und der Salon der Henriette Herz hatten auf ihn einen ganz besonderen Einfluss.


Von Rüdiger Achenbach|Deutschlandfunk

„Der Glaube ist ein Geschenk der Gottheit, schreiben Sie mir. Ach, bester Vater, so bitten Sie Gott, dass er ihn mir schenke“, schreibt der achtzehnjährige Friedrich Schleiermacher im Januar 1787 an seinen Vater. Leicht ist es ihm nicht gefallen, diesen Brief zu schrieben. Denn er weiß, dass der Vater wenig Verständnis für seine Probleme haben wird.

Gottlieb Schleiermacher ist ein preußischer Militärgeistlicher, der seinen Sohn gerade auch deshalb zur Erziehung und Ausbildung zu der Herrnhuter Brüdergemeinde geschickt hatte, um ihn von modernen theologischen Vorstellungen an vielen Universitäten fernzuhalten. Gottlieb Schleiermacher hatte auch für sich selbst die pietistische Frömmigkeit nach den Vorstellungen der Herrnhuter Brüdergemeine schätzen gelernt. Mit dieser Erfahrung sollten auch seine Kinder aufwachsen. Sein ältester Sohn, der am 21. November 1768 geborene Friedrich, war schon mit 14 Jahren in die Obhut der Herrnhuter gegeben worden. Zunächst hatte Friedrich das Pädagogium der Herrnhuter in Niesky besucht.

weiterlesen

Forscher aus den Reihen der Kirche

Pierre Teilhard de Chardin(Jesuit) bei einer Grabung in der Höhle von Castillo, 1913. Bild: wikimedia.org/PD
Die katholische Kirche gilt gemeinhin eher als wissenschaftsfeindlich. Doch waren die Jesuiten eigentlich der Wissenschaft zugeneigt. Aufpassen mussten sie allerdings, wenn ihre Erkenntnisse die Grundlehren der Kirche infrage stellten.


Von Roland D. Gerste|Neue Zürcher Zeitung

Im Jahr 1633 stand einer der berühmtesten Wissenschafter der europäischen Geschichte vor den Schranken der Inquisition. Galileo Galilei hatte sich in seinem bedeutenden Werk zugunsten der heliozentrischen Auffassung vom Universum ausgesprochen, nach der die Sonne im Zentrum steht und von den Planeten umkreist wird. Die Kirche beharrte indes auf dem mehr als 1500 Jahre alten ptolemäischen Weltbild, mit der Erde im Zentrum, die von Sonne, Mond und Planeten umkreist wird. Dies ist 382 Jahre her, doch das Bild einer wissenschaftsfeindlichen katholischen Kirche hat sich bis heute gehalten.

Galilei musste abschwören, damit ihm der Tod auf dem Scheiterhaufen erspart blieb. Er wurde zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt, die in Hausarrest abgemildert wurde. Erst im Jahr 1992 wurde Galilei von der Kirche rehabilitiert. Mit dieser unrühmlichen Unterwerfung des Wissenschafters und dem jahrhundertelangen starren Festhalten an dem astronomischen Verdikt beschnitt sich die katholische Kirche in ihrer eigenen naturwissenschaftlichen Forschungskompetenz und geriet in den bis heute fortdauernden Geruch der Wissenschaftsfeindlichkeit, so urteilt Alexander Brüggemann von der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bonn.

weiterlesen

Bayern Kopftücher sollen verboten bleiben, Habits weiter erlaubt

Nonnen © Photocapy @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Entgegen der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sieht die CSU keinen Handlungsbedarf in Bayern. Man werde sowohl am Kopftuchverbot festhalten als auch am Habit für Nonnen. Argument: Das Verfassungsgericht habe sich mit NRW außeinandergesetzt und nicht mit Bayern.


MiGAZIN

Bayern will an seiner bisherigen Praxis des Kopftuchverbotes an Schulen festhalten. “Für unsere bayerische Regelung sieht das Kabinett nach eingehender Diskussion keinen Änderungsbedarf”, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Das Bundesverfassungsgericht habe sich nur mit nordrhein-westfälischem Landesrecht auseinandergesetzt, in Bayern gebe es eine andere Regelung. Diese habe der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im Jahr 2007 bestätigt, “und in der Praxis haben wir keine Probleme”, erläuterte der CSU-Politiker.

weiterlesen

Milchstraße: Milliarden lebensfreundlicher Planeten?

Der lebensfeundliche Erdzwilling Kepler 186f – nur einer von Milliarden in der Milchstraße? © NASA Ames/ SETI Institute/ JPL-Caltech
Die Chance für außerirdisches Leben steigt: Allein in unserer Milchstraße könnte es Milliarden lebensfreundlicher Erdzwillinge geben. Denn im Durchschnitt liegen zwei Planeten jedes Planetensystems in der habitablen Zone, wie dänische Astronomen ausgerechnet haben. Für ihre Kalkulation nutzten sie eine Formel, die schon vor gut 230 Jahren dabei half, den Uranus zu entdecken. Sie könnte nun dazu beitragen, weitere Erdzwillinge zu finden.


scinexx

Das NASA-Weltraumteleskop Kepler ist einer der erfolgreichsten Planetenjäger überhaupt: Rund 1.000 Exoplaneten hat das Teleskop bisher aufgespürt, 3.000 weitere Sichtungen gelten als Planetenkandidaten. Allerdings: Längst nicht alle dieser Exoplaneten sind auch lebensfreundlich. Zwar gibt es einige Supererden und Erdzwillinge, viele sind jedoch heiße Gaswelten, die ihren Stern weit innerhalb der habitablen Zone umkreisen – der Zone, in der die Temperatur gerade richtig ist, um flüssiges Wasser und lebensfreundliche Bedingungen zu bieten.

weiterlesen

Australischer Erzbischof wegen Missbrauchs-Vertuschung angeklagt

missbrauch_kathol

Australischen Medienberichten zufolge wies der katholische Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, die Vorwürfe zurück. Wilson war bis 2012 Vorsitzender der Australischen Bischofskonferenz gewesen.


kath.net

Der katholische Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson, ist wegen Vertuschung sexueller Missbrauchsfälle angeklagt worden. Australischen Medienberichten vom Dienstag zufolge wies der 64-Jährige die Vorwürfe zurück. Er habe einen Anwalt mit seiner Verteidigung beauftragt und lasse vorläufig seine Ämter ruhen, so Wilson. Zudem verwies er auf sein Engagement zum Schutz vor sexuellem Missbrauch von Kindern, das er seit seiner Bischofsernennung vorangetrieben habe.

weiterlesen

Embryo als Projektionsfläche

Plakate von Abtreibungsgegnern an einer Hauswand in Warschau. Foto: © Silke Gondolf
Eine Dokumentation der Abtreibungspolitik in Polen, Deutschland und Frankreich offenbart, wie problematisch die Situation 45 Jahre nach den Protesten der Frauenbewegung ist – mit negativer Tendenz.


Von Franziska Schuster|Frankfurter Rundschau

Dieser Film stellt keine Fragen. »Ein Menschenrecht« steht im Titel ohne nachgestelltes Fragezeichen, und die Programmierung als Teil des Themenabends »Mein Bauch gehört mir« schafft einen argumentativen Ausgangspunkt, der nicht zur Disposition gestellt wird. Die Entscheidung, nicht in die Grundsatzdiskussion über das Für und Wider von Schwangerschaftsabbrüchen einzusteigen, ist nicht nur pragmatisch – weil 52 Minuten nun einmal wenig Zeit für Exkurse lassen – sondern sie unterstreicht die klare Haltung des Films zu seinem Thema: Das Recht auf Abtreibung ist unveräußerlicher Teil des Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren eigenen Körper.

weiterlesen

Todesstrafe: Missouri richtet 74-Jährigen hin

3c94d-hinrichtung-todesstrafe-todesspritzeCecil Clayton tötete einen Hilfssheriff. Deshalb ist der 74-Jährige im US-Bundesstaat Missouri hingerichtet worden. Seine Anwälte halten das für einen Skandal: Bei einem Unfall hatte der Mann Teile seines Gehirns verloren, sein IQ lag bei 71.


SpON

Das Leben des Cecil Clayton hing an einer Richterstimme. Mit 4:3 Stimmen entschied sich das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Missouri am vergangenen Wochenende dagegen, die Hinrichtung des 74-Jährigen in letzter Minute zu stoppen. Am Dienstagabend wurde Clayton mit einer Giftspritze getötet.

Der Mann hatte 1996 einen Hilfssheriff erschossen und wurde deshalb zum Tode verurteilt. Seine Anwälte kämpften jahrelang gegen die Tötung ihres Mandanten. Sie argumentierten, dass Clayton unzurechnungsfähig sei. Das Oberste Gericht von Missouri sah das anders, der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärte sich für nicht zuständig. Auch Gouverneur Jay Nixon verweigerte die Begnadigung des Verurteilten.

weiterlesen

Wie groß sind die Maschen des Universums?

Hoffen auf das kommende Cherenkov Telescope Array. Bild: G. Pérez, IAC./CC BY-SA 3.0
Die „Weltformel“ wäre eine Quantenfeldtheorie der Gravitation. Wie lassen sich diese Quanteneffekte nachweisen und bei welcher Größenordnung beginnen sie? Neue Forschung zur Quantisierung der Raumzeit


Von Matthias Matting|TELEPOLIS

Stringtheorie, Schleifen-Quanten-Gravitation und direkte Weiterentwicklungen der Relativitätstheorie sind sich in einem Punkt einig: Auf irgendeiner Ebene ist der Raum nicht mehr kontinuierlich, sondern diskret. Jetzt ist es Forschern erstmals gelungen, eine obere Grenze für die maximale Größe dieser Quantenstrukturen aufzustellen, die von der konkreten Theorie unabhängig ist.

Sowohl die Quantentheorie als auch die Allgemeine Relativitätstheorie gehören zu den am besten überprüften Theorien der modernen Physik. Und doch sind sich die Wissenschaftler völlig im Klaren darüber, dass sie in bestimmten Extremfällen zusammenbrechen müssen. Bei sehr hohen Energien, wie sie kurz nach dem Urknall geherrscht haben müssen oder in einem Schwarzen Loch vorzufinden sein müssten, versagen beide Herangehensweisen. Als Lösung sehen die Forscher einmütig die Quantisierung der Raumzeit an – nur die Vorgehensweise dabei ist sehr unterschiedlich.

Gigantisch ist nicht mehr das Universum, sondern das Sandkorn unter Ihrem Schuh

Grundlage der Schleifen-Quanten-Gravitation etwa ist die anschauliche Vorstellung, dass der Stoff, aus dem das Universum besteht, sehr viel mit dem Stoff gemein hat, in den sich Menschen kleiden. Er besteht aus Fasern, die sich umeinander winden (Schleifen) und Knoten bilden. Die Schleifen sind winzig. Ein Quadratzentimeter „Universums-Stoff“ besteht aus etwa 1066 solcher Fäden. Das kleinste physikalisch sinnvolle Volumen liegt im Schleifenraum bei 10-99 Kubikzentimetern. Dadurch müsste sich unsere Vorstellung von „riesig“ eigentlich umdrehen. Denn das Weltall selbst ist „nur“ ungefähr 1085 Kubikzentimeter groß. In einen Kubikzentimeter passen aber theoretisch 1099 Schleifen-Quanten.

weiterlesen

Frankreich: Geheimdienstüberwachung ohne richterliche Ermächtigung

Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: wikimedia.org/PD
Der französischen Ministerrunde wird am Donnerstag ein neuer Gesetzesentwurf zu den Befugnissen der Geheimdienste vorgelegt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Entwurf, für den sich Ministerpräsident Valls stark macht, akzeptiert und zur Vorlage vors Parlament weitergereicht. Der konservative Figaro entdeckt im Gesetzesentwurf eine Revolution


Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Nüchtern betrachtet besteht die „Revolution“ darin, dass für Überwachungsmaßnahmen, die gang und gäbe sind, künftig „Formvorgaben“ wegfallen, die praktisch keine gewichtige Rolle spielten: richterliche Ermächtigungen. Der Kontrolle der Richter entzogen, dürfen die Geheimdienstler Wohnungen, Büros und Autos ihrer Zielobjekte überwachen, Kameras installieren, Abhöranlagen sowie Instrumente zur Geolokalisierung und die Inhalte der Computer wie auch übermittelte Nachrichten durchsehen – „wie es bereits Praxis ist“, so fasst Le Monde, dessen Redaktion wie der des Figaro der Gesetzesentwurf vorliegen soll, zusammen.

Neu dazukommen laut Entwurf ein paar zusätzliche Fahndungsbefugnisse, wie der Einsatz von IMSI-Catchern, mehr Möglichkeiten, Skype-Gespräche abzuhören und Facebook- wie auch Twitterkommunikation zu verfolgen, um „Terrorakte zu verhindern“, notiert Le Monde. Darüber hinaus sollen Betreiber von sozialen Netzwerken und Suchmaschinen zu einer besseren Mitarbeit verpflichtet werden. Neu sind die Vorhaben allesamt nicht, mit Ausnahme vielleicht der speziellen, ausdrücklichen Befugnis, die dem Premierminister künftig erteilt werden soll: Er soll künftig die Internetprovider wie auch Betreiber von sozialen Netzwerken anweisen können, dass ihm Verbindungsdaten von Verdächtigen ausgehändigt werden.

weiterlesen

Sterben in Würde: Politik und Gesellschaft gefordert

sterben

Sterben in Würde bleibt ein Auftrag für Politik und Gesellschaft und kann sicher nicht durch die Aufweichung der geltenden Rechtslage hin zu erlaubten assistiertem Suizid oder Tötung auf Verlangen gewährleistet werden. Das war der Tenor eines Caritas-Symposions am Dienstag in Wien. Caritas-Präsident Michael Landau bekräftige seine Forderung an die Politik, bessere Rahmenbedingungen für die Palliativ- und Hospizversorgung zur Verfügung zu stellen. Das betreffe vor allem die Finanzierung. Diese sei „stark segmentiert, ganz unterschiedlich und in keinster Weise abgesichert“. Der Spendenanteil sei dabei vielfach extrem hoch, kritisierte Landau.


kathweb

Keiner käme auf die Idee, für die medizinische Behandlung eines Beinbruchs Spenden zu sammeln. Jeder, der ein intensivmedizisches Bett benötigt, erhalte dieses auch. Bei den Hospiz- und Palliativangeboten sei das aber bei weitem nicht so. „Wir haben in Österreich insgesamt ein gutes System an medizinischer und pflegerischer Versorgung, nur am Ende fehlt es“ sagte Landau. „Das ist wie bei einem Flug, wo beim letzten, schwersten Wegstück, der Landung, der Pilot aussteigt und sagt: Jetzt müssen sie alleine weitermachen. Das muss sich ändern.“

Es brauche einen leichten und leistbaren Zugang zu Hospiz- und Palliativbetreuung in allen Formen, und zwar flächendeckend in ganz Österreich. Landau: „Jeder Bürger soll einen sicheren, einklagbaren Rechtsanspruch auf Betreuung durch Hospiz- und Palliativdienste und -einrichtungen haben, seien diese Angebote mobil, ambulant, stationär oder teilstationär.“ Bund, Länder und Krankenversicherungen müssten ein Sterben in Würde durch gemeinsame Finanzierung sicherstellen. Denn das Ziel sei nach wie vor: „Menschen sollen an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen.“

Betreuung und Pflege seien in der Gesellschaft tendenziell oft noch negativ oder zumindest schwierig besetzte Begriffe, führte der Caritas-Präsident weiter aus. Auch im öffentlichen Diskurs dominierten triste Aspekte ganz erheblich. Von Gebrechlichkeit, Last, Abschiednehmen, Einsamkeit und Sinnlosigkeit des Daseins sei die Rede. Und es gebe eine gewaltige Diskrepanz zwischen den Bildern von fitten und unternehmungslustigen Frauen und Männern im fortgeschrittenen Alter, die ihr Leben genießen, und jenen alten Menschen, die sich schwer tun, ihren Alltag noch alleine zu bewältigen.

weiterlesen

Astrobiologie: Ein Farbkatalog des Lebens

Farben des Lebens: Oben jeweils eine Kultur, darunter eine mikroskopische Aufnahme des jeweiligen Mikroorganismus (weitere Farben in der Großansicht). © Hegde et al. / MPIA
Wie erkennt man Leben auf anderen Planeten? Man sucht nach der passenden Farbe: Astronomen und Biologen haben sich zusammengetan, um einen „Farbkatalog des Lebens“ zu erstellen. Von 137 verschiedenen Mikroorganismen haben sie bereits einen spektralen Farb-Fingerabdruck gemessen, berichten die Forscher in den „Proceedings of the National Academy of Sciences.“ Solche Kataloge sollen in Zukunft die Suche nach Leben auf Exoplaneten erleichtern – doch leider erst, wenn die Teleskope stark genug dafür sind.


scinexx

Fast täglich entdecken Astronomen neue Planeten in anderen Sternensystemen. Auf einigen dieser Exoplaneten könnten sogar Bedingungen herrschen, unter denen Leben möglich ist. Allerdings: Wenn es auf einem dieser mitunter hunderte von Lichtjahren entfernten Planeten Leben geben sollte – wie lässt sich das aus dieser Entfernung feststellen?

Chemischer Fingerabdruck im reflektierten Licht

Astronomen untersuchen einen Planeten, indem sie das von seiner Atmosphäre und Oberfläche reflektierte Licht des Muttersterns auffangen. In dieser reflektierten Strahlung stecken Informationen über die Stoffe, die auf dem Planeten vorkommen. Außerirdische Astronomen würden so beim Anblick der Erde feststellen, dass ein Teil des reflektierten Lichts durch Bäume und andere Pflanzen grün eingefärbt ist.

weiterlesen

Wie der Mensch die Erde zerstört

Die Aufnahme aus den 1890ern zeigt den Muir-Gletscher in Alaska – fast unberührt, mächtig. Etwas mehr als 100 Jahre später ist er verschwunden. Von ihm blieb nur Wasser.  Foto: © Climate.nasa.gov
Die Aufnahme aus den 1890ern zeigt den Muir-Gletscher in Alaska – fast unberührt, mächtig. Etwas mehr als 100 Jahre später ist er verschwunden. Von ihm blieb nur Wasser.
Foto: © Climate.nasa.gov
Es gibt Menschen, die den Klimawandel nicht wahrhaben wollen, ihn vehement leugnen. Vielleicht sollten sie sich diese Bilder der NASA genau ansehen. Sie zeigen eindrücklich – ja geradezu schockierend – welchen Raubbau die Menschheit an der Natur und an Mutter Erde treibt. Und das innerhalb von nur wenigen Dekaden.


Von Jürgen Kowallik|Berliner Kurier

Der Aralsee in Zentralasien, einst eines der größten Gewässer der Welt, ist heute nur noch ein „Schatten“ seiner selbst. Der Muir-Gletscher in Alaska ist zusammengeschmolzen. Der Lake Powell an Grenze von Arizona und Utah – ausgetrocknet. Die NASA kuratiert diese Bilder des Wandels seit 2009, stellt sie in der Serie „Images of Change“ zusammen.

weiterlesen

„Reisefreudige Afrikaner“: So feiert eine NPD-Hochburg Karneval

Schwarz angemalte Karnevalisten in Reinhardtsdorf-Schöna. – Foto: http://www.rkc-ev.de/saison-2015.html
In Reinhardtsdorf-Schöna, einer der Hochburgen der NPD, haben sich Karnevalisten schwarz angemalt. Dass das diskriminierend sein könnte, kann sich der Karnevalsverein nicht vorstellen. Szenen aus der sächsischen Provinz.


Von Frank Jansen|DER TAGESSPIEGEL

Es soll offenbar lustig sein. Männer und Frauen posieren beim Faschingsumzug mit schwarz angemaltem Gesichtern, schwarzen Perücken und weiten, bunten Gewänder. Die Truppe präsentiert ein Schild, darauf steht „Reisefreudige Afrikaner“. Ein offenes Fahrzeug, wohl ein Anhänger, ist mit der Aufschrift „Asyllounge“ und fünf goldenen Sternen drapiert. Mindestens zwei der mitfahrenden Karnevalisten sind lange bunte Stoffe gehüllt, einer gibt sich mit schwarzer Perücke und schwarzem Vollbart  als besonders düster erscheinender  Flüchtling. Die anderen Passagiere halten sich an Bierflaschen fest. Fasching in der ostsächsischen Provinz.

weiterlesen

Kardinaler Stammtisch zur Familienpolitik

Themenbild
Themenbild
Erneut kommt aus Rom Kritik an der Marx-Äußerung „Keine Filiale von Rom“ – Kurienkardinal Cordes: Beim Thema „wiederverheiratete Geschiedenen“ kann es keinen deutschen Sonderweg geben.


kath.net

Der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes  kritisiert in einem Interview mit dem Münchner Merkur die Aussage von Kardinal Reinhard Marx, wonach die deutsche Kirche keine „Filiale von Rom“ sei. Cordes meint dazu: „Als Sozialethiker mag sich Kardinal Marx in der Abhängigkeit der Filialen von Großunternehmen auskennen. Im Kontext Kirche passen solche Aussagen eher an den Stammtisch.“

Bei der Debatte rund um die Probleme der wiederverheirateten Geschiedenen sei diese Materie an die „Mitte der Theologie“ gebunden. „Da kann auch ein Kardinal nicht im Handstreich die Pastoral von der Lehre trennen. Es sei denn, er wolle sich hinwegsetzen über den verpflichtenden Glaubenssinn der Worte Jesu und der verpflichtenden Aussagen des Konzils von Trient.“

weiterlesen

Baden-Württemberg baut Islamische Religionspädagogik aus

Gebet-islamDas Land Baden-Württemberg will die Ausbildung von islamischen Religionslehrern an den Hochschulen im Land stärken.


evangelisch.de

Dafür sollen über den Nachtragshaushalt in Karlsruhe und Ludwigsburg jeweils eine Juniorprofessur bereitgestellt werden, wie das Staatsministerium am Dienstag mitteilte. An den Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg und Weingarten werden zudem 4,5 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter entfristet.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte, den in Baden-Württemberg geborenen muslimischen Kindern müsse islamischer Religionsunterricht auf hohem Niveau angeboten werden. Dazu sei die fundierte Ausbildung qualifizierter Lehrkräfte an den Hochschulen nötig. Schließlich solle Islamische Religionspädagogik zu einem regulären Studienfach werden. Unter der Führung der beiden Juniorprofessuren soll ein Konzept zur Vernetzung der Hochschulen untereinander sowie mit dem Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen entwickelt werden.

weiterlesen

Paul Krugman exposes how Netanyahu used Iran to conceal Israel’s economic disaster

Paul Krugman, Image: RawStory
The real reason behind Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu’s recent anti-Iran speech to Congress had nothing to do with foreign policy, Paul Krugman opines in Monday’s column. Insulting the president is not the way to go about that.


By Janet Allon|Alternet/Raw Story

No, Netanyahu has a serious problem at home and polls suggest that he may well get the boot in Tuesday’s election. That problem might sound familiar—Israel has become almost as unequal as America, and there is widespread economic discontent in the country that once was built on the socialist ideals of the kibbutz syztem.

Economic happiness is not the usual mainstream story we hear about Israel. The country is a high-technology powerhouse and its economy has grown rapidly, barely affected by the worldwide recession starting in 2008. But the spoils of that growth have gone disproportionately to Israel’s own version of the one percent. According to Krugman, since the early 1990s,

Israel has experienced a dramatic widening of income disparities. Key measures of inequality have soared; Israel is now right up there with America as one of the most unequal societies in the advanced world. And Israel’s experience shows that this matters, that extreme inequality has a corrosive effect on social and political life.

Consider what has happened at either end of the spectrum — the growth in poverty, on one side, and extreme wealth, on the other.

read more

Karlsruhe befeuert den Kulturkampf

Themenbild
Themenbild
Das Bundesverfassungsgericht irrt. Die Schule darf kein Testlabor sein für die Demokratietauglichkeit des Islam, und nicht alle Religionen sind gleich. Muslimische Lehrerinnen sollten auch weiterhin kein Kopftuch im Unterricht tragen.


Von Alexander Kissler|Cicero

Der Applaus ist groß: In der vergangenen Woche habe das Bundesverfassungsgericht seinen Irrtum eingesehen und der Religionsfreiheit zum Sieg verholfen. Das nun veröffentlichte Urteil, wonach die Länder es muslimischen Lehrerinnen nicht mehr generell untersagen dürfen, im Unterricht Kopftuch zu tragen, sei ein Meilenstein der Integration. Die linke „Tageszeitung“ sieht den Islam dadurch ein kleines Stück weiter eingebürgert und Frauen etwas weniger diskriminiert. Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ empfiehlt der gesamten Republik, am Kopftuch zu genesen, die „Zeit“ wünscht sich nun „ein paar Polizistinnen mit Kopftuch“. Friede, Freude, Hidschab tragen?

weiterlesen