Blockupy: „Der war dabei und weiß wovon wir reden“


Foto: dpa/Arne Dedert Polizeibeamte räumen am 18.03.2015 in Frankfurt am Main vor der offiziellen Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Barrikade beiseite.
Fünf Seelsorger waren gestern während der EZB-Eröffnung unterwegs, um den Polizisten eine moralische Stütze sein zu können. Polizeipfarrer Wolfgang Hinz ist einer von ihnen. Im Interview erzählt er, wie er das Geschehen rund um die EZB-Eröffnung wahrgenommen hat.


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Wie bereiten Sie sich auf so ein Großereignis wie die EZB-Eröffnung vor? 

Wolfgang Hinz: Dem Tag gestern gingen drei Tage voraus, an denen ich Kontakt zu den Einsatzkräften aufgebaut habe. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und bin zu den einzelnen Gruppen aus den verschiedenen Bundesländern gefahren. Ich habe gefragt, wo sie herkommen, wie es ihnen geht und mit welchen Erwartungen sie in den Einsatz gehen? Viele sind davon angetan, dass sich jemand für sie auf’s Rad setzt und sich für sie interessiert in diesen langwierigen und auch zeitweise nervtötenden Einsätzen. Sie haben im Vorfeld auch die Luft und Lust ein Gespräch zu führen. Im Einsatz sind die Polizisten dann fokussiert auf das, was ansteht und was sie zu bewältigen haben, da halte ich mich im Hintergrund.

Wie verlief Ihr Tag gestern?

Hinz: Ich bin schon ganz früh eine Runde gefahren und habe ein paar Gespräche geführt. Ab halb sieben ging der Einsatz der Polizei richtig los. Dann ist es wichtig, dass ich an so einem Tag meine eigenen Eindrücke gewinne, damit ich weiß was läuft und meine Gesprächspartner später das Gefühl haben: Der war dabei und weiß wovon wir reden und was wir durchgemacht haben.

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