Kosmische Inflation der Wissenschaftspreise


Karte der Fluktuationen des kosmischen Mikrowellenhintergrundes, errechnet aus Daten der Raumsonde WMAP. Bild: NASA / WMAP Science Team
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft verleiht ihre höchste Auszeichnung für die sogenannte inflationäre Kosmologie, eine Idee, die sich kaum von Esoterik abhebt.


Von Alexander Unzicker|TELEPOLIS

In diesem Jahr wurde die Max-Planck-Medaille „für die grundlegenden Beiträge zur Kosmologie und insbesondere zur Strukturbildung aufgrund von Quantenfluktuationen im frühen Universum“ verliehen. Träger des Preises ist Viatcheslav Mukhanov, ein weltbekannter Kosmologe, der unter anderem bereits die Oskar-Klein-Medaille, den Tomalla-Preis und den Gruber-Preis für Kosmologie sein eigen nennt. Die Jury konnte mit der Entscheidung scheinbar wenig falsch machen. Dennoch basiert sie auf weitgehend bizarren Argumenten.

Anbiedern an präzise Daten

Beginnen wir mit den Beobachtungsdaten des kosmischen Mikrowellenhintergrundes, die in den letzten Jahrzehnten durch beeindruckende Weltraumteleskope COBE, WMAP und Planck (ebenfalls nach dem Begründer der Quantenmechanik benannt) zustande kamen. Aus diesen Daten wurde eine Himmelskarte gewonnen, die nach allgemeiner Interpretation winzige Temperaturunterschiede in der Frühzeit des Universums zeigt.

Man könnte zur Datenbearbeitung noch einiges anmerken, doch gehen wir heute davon aus, dass dieses Bild einen Zustand des Universums 380.000 Jahre nach dem Urknall anzeigt. Dieser kosmische Mikrowellenhintergrund zeigt die mit Abstand frühesten bildgebenden Daten überhaupt, die entsprechend große Aufmerksamkeit erzeugt haben. In ihnen sollen Spuren der kosmischen Inflation nachweisbar sein. Die Theorie der kosmischen Inflation spielt sich jedoch in einer Zeitspanne von 10-43 bis 10-35 Sekunden nach dem Urknall ab, in der sich das Universum mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit ausgedehnt haben soll.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.