Den Dschihad im Herzen


Viele Jugendliche aus Europa zieht es in den Dschihad – nicht zuletzt weil frühere Gangsta-Rapper darin Vorbild sind. Foto: Anonymous | CC BY 2.0 |
Ein tunesischer Rapper hat sich kurz vor dem Terror-Anschlag in Tunis dem Islamischem Staat angeschlossen. Der Verbindung zwischen Gangsta-Rap und Dschihad spüren die Feuilletons schon länger nach. Auch Ego-Shooter geraten dabei wieder kritisch in den Blick.


pro Medienmagazin

Kurz vor dem blutigen Terroranschlag auf das tunesische Nationalmuseum hat sich ein bekannter Rapper des Landes der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) angeschlossen. Maurouane Douiri, bekannt unter dem Pseudonym „Emino“, habe mit im Internet veröffentlichten Bildern dem IS die Treue geschworen, meldete die Dschihadisten-Beobachterplattform „Site“ am späten Mittwochabend.

Mehrere Bilder sollen Douiri mittlerweile in Syrien zeigen; sein offizieller Fankanal auf Facebook wurde gesperrt. In Tunesien war der 25-jährige Rapper einst für Videos mit freizügigen Mädchen bekannt. Ob der IS hinter dem Anschlag in Tunis steckt, bei dem 19 Menschen getötet wurden, blieb zunächst unklar.

Der Fall erinnert an den Berliner Rapper Denis Cuspert alias „Deso Dogg“. Der frühere Berliner Gangsta-Rapper wandte sich 2007 dem Islam zu, radikalisierte sich mit den Jahren und gehört heute zum Führungskreis des IS. Inzwischen nennt er sich Abu Talha al-Almani („Abu Talha, der Deutsche“).Nützliche VergangenheitIm Zuge seiner Wende entsagte Cuspert der Hip-Hop-Kultur und beschränkte sich musikalisch auf sogenannte Naschids, Lobpreislieder ohne Begleitung von Musikinstrumenten.

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