Hanau: Stadt kannte Sekten-Vorwürfe


Bild: WAZ
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Eine religiöse Gruppierung in Hanau soll Kinder misshandelt haben. Das Hanauer Jugendamt hat nach Recherchen keine Anhaltspunkte gefunden, um eingreifen zu können. Der Behörde fehlen Zeugen und Beweise.


Von Gregor Haschnik und Wiebke Rannenberg|Frankfurter Rundschau

Im Fall der religiösen Gruppierung in Hanau hat jetzt das Jugendamt Stellung bezogen: 1991 habe ein volljähriger Informant dem Amt berichtet, dass er „in einer Sekte“ aufgewachsen sei, die von einer Frau und deren Ehemann geführt werde. In der Gruppe, in der auch minderjährige Kinder leben würden, sei ein Junge zu Tode gekommen, so der Informant. Neue Mitglieder müssten Geld für eine Firma geben, die mit der Gruppe verflochten sei. Den Kindern gehe es nicht gut, so der Informant damals.

„Wir haben die Aussagen sehr ernst genommen und den Informanten als glaubwürdig betrachtet“, sagt Andrea Knips-Profeld, Leiterin des Amts für soziale Prävention. Deshalb habe das Jugendamt im Umfeld der Familie informell recherchiert, bei Polizei, Justiz und Kirche. Dabei habe das Amt zwar gehört, dass es „eine Schieflage“ geben könnte. Doch es habe keine Anhaltspunkte gegeben, um eingreifen zu können. Zudem habe das Jugendamt den Informanten nicht davon überzeugen können, Anzeige zu erstatten. Er habe dann den Kontakt zum Amt abgebrochen.

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