Wenn Bibel-Fundis sich streiten – „Erzfeinde“


Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher. Foto: PR
Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), hat die scharfe Kritik des baptistischen Konfessionskundlers Prof. Erich Geldbach (Marburg) an dem evangelikalen Dachverband zurückgewiesen.


idea.de

Geldbach hatte am 14. März auf einer Tagung zum Thema „Pietismus – Neupietismus – Evangelikalismus“ in Marburg gesprochen. Nach seinen Worten ist das Glaubensbekenntnis der WEA so eng gefasst, dass es keinen Spielraum für die Erforschung der Heiligen Schrift lasse, wenn es heiße, dass die Bibel „göttlich inspiriert“, „unfehlbar“ und „vollkommen vertrauenswürdig“ sei. Zugleich bezweifelt der Konfessionskundler, dass der evangelikale Dachverband von Christen in 129 Nationen und 100 internationalen Organisationen für alle Mitglieder sprechen könne. Für wichtiger als die WEA hält Geldbach den Weltkirchenrat. Er stehe für die Einheit der Kirche Jesu Christi. In einem am 21. März veröffentlichten Offenen Brief schreibt Schirrmacher, Geldbach habe auf der Tagung einen tiefen Graben zwischen Evangelikalen und anderen Christen ausmachen oder sogar aufreißen wollen. Er verwende das Wort „Erzfeinde“ für andersdenkende globale Strömungen der Christenheit. Schirrmacher: „Ich glaube, dass diese Art der Auseinandersetzung sicher im 20. Jahrhundert verbreitet war, aber nicht mehr zu den weltweiten Beziehungen der großen Ströme der Christenheit im 21. Jahrhundert passt.“