Boko Haram droht eine vernichtende Niederlage


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Vor Kurzem beherrschte Boko Haram in Nigeria ein Gebiet der Fläche Belgiens. Nun schlagen vor allem Truppen der Nachbarländer die Islamisten zurück. Die Terrormiliz beging einen entscheidenden Fehler.


Von Christian Putsch|DIE WELT

Graffiti mit dem schwarz-weißen Boko-Haram-Logo sind alles, was von der Terrororganisation in Damasak übrig geblieben ist. Die Stadt im Nordosten Nigerias gehört zu den Orten, die von Streitkräften aus dem Tschad und Niger befreit werden konnten. Auf Bildern der Nachrichtenagentur Reuters sind Spuren der Verwüstung zu sehen: Nach fünf Monaten unter der Kontrolle der Islamisten sind die meisten Bewohner tot – oder geflüchtet.

Für Nigerias Regierung ist Damasak wenige Tage vor der Präsidenten- und Parlamentswahl am 28. März zum Prestigebegriff geworden; die Rückeroberung eines der wichtigsten Planungszentren Boko Harams gilt als offenkundiger Beleg für den sich vermeintlich anbahnenden Sieg gegen die Terrororganisation. Präsident Goodluck Jonathan verkündete in einem BBC-Interview: „Ich bin voller Hoffnung, dass es nicht länger als einen Monat dauern wird, das Territorium zurückzuerobern.“ Boko Haram werde jeden Tag schwächer.

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