Das Kreuz mit dem Glauben


Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Konservative Christen sehen sich zunehmend in die rechte Ecke gestellt – Ein innerkirchlicher Kulturkampf


Von Michael Lehner|schwäbische.de

Gestritten wird in den christlichen Kirchen immer schon und immer wieder. Aber in der Internet-Anonymität kursieren immer härtere Töne, oft unter der Gürtellinie. Während die Masse der Gläubigen die erbitterten Flügelkämpfe allenfalls am Rande registriert, beklagen vor allem die Wortführer eines konservativen Glaubens Rufmord. Von Hexenjagd und gezielten Medienkampagnen gegen konservative Christen ist die Rede. Der anhaltende Kulturkampf in beiden großen Kirchen kreist um Geschlechterrollen, um Homosexualität, auch um den Islam, um Abtreibung natürlich und letztlich um die Deutungshoheit in Glaubensfragen. Gekämpft wird mit harten Bandagen. Bis hin zu Versuchen, den Verfassungsschutz für den konservativen Flügel der Gläubigen zu interessieren.

Manches wirkt auf den ersten Blick eher erheiternd. Beispielsweise der erbitterte Streit, der sich daran entfacht hat, dass sich die Ratsmehrheit im niederbayerisch-katholischen Essenbach dem Vorschlag verweigerte, den neuen Kinderhort „St. Josef“ zu nennen – weil das „nicht mehr zeitgemäß“ sei. „Man wollte halt keinen Namen, der vielleicht die religiösen Gefühle anderer verletzt“, kommentiert der Bürgermeister bedauernd. Und nicht nur bei bayerischen Josefsvereinen, sondern auch unter Katholiken ist die Enttäuschung über so viel Distanz zum biblischen Ziehvater des Gottessohnes groß. Wo Josef doch früher sogar einen eigenen Feiertag hatte im Freistaat.

weiterlesen