Klima: Schwindsüchtiges Meereis


Abweichung der Durchschnittsemperatur für Dezember bis Februar von den langjährigen entsprechenden lokalen Mittelwerten.
Das Eis auf dem Arktischen Ozean und den benachbarten Meeren scheint in diesem Winter sein Maximum bereits am 28. Februar erreicht zu haben, berichtet das US-amerikanische National Snow and Ice Data Center. Das wäre nicht nur außerordentlich früh – normaler Weise wird der Höhepunkt irgendwann Mitte März oder in dessen zweiter Hälfte erreicht. Die Ausdehnung des Meereises ist auch so niedrig wie nie zuvor zu dieser Jahreszeit seit Beginn der regelmäßigen Satellitenmessungen Ende der 1970er Jahre.


Von Wolfgang Pomrehn|TELEPOLIS

Zur Zeit ist die Eisfläche fast 1,2 Millionen Quadratkilometer kleiner als der Mittelwert der Jahre 1979 bis 2008 für diese Zeit. Besonders in den Randmeeren gibt es viel zu wenig Eis. In der östlichen Ostsee zum Beispiel, wo sich das Eis in den letzten Jahren oft rar gemacht hat. Bei der NASA gibt es hier anschauliche Grafiken, die zeigen, wie wenig Eis zum Beispiel südlich der Beringstraße oder im Ochotskischen Meer zwischen Kamtschatka und Sibirien auf dem Wasser schwimmt. Damit startet das Meereis heuer vermutlich von einem sehr niedrigen Niveau in die jährliche Schmelzsaison, aber derzeit könnte ein größerer Kälteeinbruch in den entsprechenden Regionen das Eis noch einmal wachsen lassen.

Das Meereis in den Polarregionen unterliegt regelmäßigen Schwankungen. Auf den offenen Ozeanen der Südhalbkugel verschwindet es im dortigen Sommer meist nahezu vollständig, auf dem arktischen Ozean im hohen Norden überstehen hingegen bisher einige Millionen Quadratkilometer die rund um die Sommersonnenwende für einige Monate nicht untergehende Sonne. In den letzten Jahrzehnten – besonders ab Beginn des Jahrtausends – hat das mehrjährige Eis jedoch erheblich abgenommen und der Trend zeigt eindeutig weiter nach untern.

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