Apple und die Datenmedizin: Zahlen sind alles


Bild: clericalwhispers.blogspot.com
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Beim jüngsten „Spring Forward“-Ereignis hatte Apple zwischen all dem faszinierenden und dem weniger faszinierenden Spielzeug überraschenderweise der evidenzbasierten Medizin ein Angebot zu machen: ResearchKit, ein Entwicklungstool, mit dem man ernstzunehmende Apps für klinische Studien entwickeln kann.


Von Marcus Hammerschmitt|TELEPOLIS

Klinische Studien: Seit den Skorbut-Versuchen von James Lind sind sie das wichtigste Mittel des medizinischen Fortschritts. Natürlich können sie frisiert und für alles Mögliche missbraucht werden, so zum Beispiel für die Simulation wissenschaftlicher Respektabilität, die gar nicht vorhanden ist (Das Netz als Sieb).

Aber gut geplante und ehrliche Studien sind bei der Prüfung der Qualität von medizinischen Verfahren und von Medikamenten unverzichtbar. Das gilt natürlich auch für die Behandlung und Überwachung chronischer resp. degenerativer Krankheiten, bei denen es nicht so sehr auf die kurzfristige Wirksamkeit von Therapien ankommt, als auf die Sicherung der Lebensqualität Betroffener über eine lange Zeit, manchmal über Jahrzehnte hinweg. Bei manchen lang anhaltenden Problemlagen geht es auch um Vorsorge, die das Eintreten einer bestimmten Krankheit verhindern oder verzögern soll, oder die Nachsorge, die Rückfälle ausschließen oder abschwächen soll.

Apps für Asthma, Parkinson, Brustkrebs, Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten

Ob die Reaktionen auf all diese medizinischen Grundkonstellationen sinnvoll sind, erfährt man durch Studien. Und der Wert dieser Studien steht und fällt wiederum mit der Quantität und der Qualität der Daten, die sie generieren. Eine chronische Klage von Medizinern in diesem Zusammenhang ist, dass Studien mit zu wenigen Teilnehmern arbeiten, und dass diese Teilnehmer zudem aus viel zu homogenen gesellschaftlichen Gruppen stammen.

Eine Studie ist aber umso relevanter, je enger die Teilnehmer einen repräsentativen Querschnitt der Gesamtbevölkerung darstellen. De facto sieht es leider bis heute oft so aus, dass Wissenschaftler per Anzeigen, Aushangzetteln oder mit anderen antiquierten Methoden nach Teilnehmern suchen, und was sie auf diese Weise erhalten, ist nur allzu oft ein Müsli mit viel zu vielen Rosinen, Haselnüssen oder Haferflocken.

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