„Das sind keine Muslime, das sind Extremisten“


Bild: rbb
Berlin gilt als Hochburg des radikalen Islamismus. Vor allem junge Männer lassen sich hier von Salafisten rekrutieren, um als so genannte Gotteskrieger in den Krieg zu ziehen. Die rbb-Reporter Jo Goll und Torsten Mandalka haben in Zusammenarbeit mit der Berliner Morgenpost für den Film „Dschihad in den Köpfen“ recherchiert, wie junge Menschen in Berlin zum Dschihad verführt werden und wie Sicherheitsbehörden, muslimische Gemeinden und Angehörige gleichermaßen mit der Gefahr umgehen.


rbb online

rbb online: In der neuen rbb-Reportage „Dschihad in den Köpfen“ beleuchten sie die Salafisten- und Dschihadistenszene in Berlin. Darin bezeichnen Sie die Stadt als „Hochburg des radikalen Islamismus“. Was bringt Sie zu diesem klaren Urteil?

Torsten Mandalka: Diese Bezeichnung stammt von den Verfassungsschutzbehörden, die wir nach unseren Recherchen und Dreharbeiten auch bestätigen können. Es gibt mit derzeit rund 600 Anhängern eine große Salafistenszene in Berlin, die rasant wächst. Allein von Berlin aus sind 90 Unterstützer in Krisengebiete wie Syrien und den Irak gereist, zehn von ihnen sind bereits in Kämpfen ums Leben gekommen. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass je erfolgreicher der „Islamische Staat“ in Syrien bekämpft wird, desto mehr Rückkehrer haben wir, auch in Berlin. Einige von denen kommen völlig traumatisiert zurück und wollen mit dem Dschihad absolut nichts mehr zu tun haben. Aber es gibt auch Rückkehrer, die kampferprobt sind und der Ideologie weiter anhängen. Die sind extrem gefährlich.

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