Dodo Käßmann kritisiert deutsche Flüchtlingspolitik


Margot-KässmannNach einer Reise in den Libanon hat die evangelische Theologin Margot Käßmann gefordert, mehr Flüchtlingen in Deutschland Schutz zu gewähren.


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Im Vergleich zu den rund 1,3 Millionen Syrern, die vor dem „Islamischen Staat“ im Libanon Zuflucht gefunden haben, sei die Aufnahmepolitik der Bundesregierung „beschämend“, sagte Käßmann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte in Beirut an einer internationalen Konferenz zur „Reformation und dem Mittleren Osten“ teilgenommen.

Käßmann begrüßte zugleich die Ankündigung von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), die Hilfsgelder für syrische Flüchtlinge im Libanon um 55 Millionen Euro aufzustocken. Das sei ein gutes Signal, sagte die frühere EKD-Ratsvorsitzende. Dies dürfe aber nicht bedeuten, „dass wir die Last der Flüchtlingszahlen den Libanon tragen lassen“. Der Libanon hat etwa viereinhalb Millionen Einwohner. Die Konflikte in Syrien haben das Land destabilisiert. Die Bundesrepublik nahm bis Dezember 2014 etwa 80.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge auf.

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