„Wir sind Kirche“: Frohbotschaft statt Drohbotschaft


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Die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ setzt sich für einen Wandel der katholischen Kirche ein. Bis heute erkennt diese aber die Bewegung nicht an. Nun steht die Bundesversammlung in Freiburg an.


Von Gerhard Kiefer|Badische Zeitung

Das Markenzeichen „Wir sind…“ leiht sich „Wir sind Kirche“ von einem erfolgreichen historischen Vorbild. Denn „Wir sind das Volk“, skandierten vor gut einem Vierteljahrhundert immer mehr DDR-Bürger, die auch damit die SED-Diktatur zum Einsturz brachten. Die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ pocht zwar nicht auch auf Umsturz, sehr wohl aber auf ebenfalls tiefgreifenden Wandel. Die Pfarrer sollen heiraten, Frauen Priesterinnen werden dürfen. „Wir sind Kirche“ kämpft für echte Ökumene und für Mitsprache bei der Besetzung der Bischofsstühle. Vor allem aber: das Evangelium dürfe nicht länger als Drohbotschaft gepredigt, sondern es müsse als Frohbotschaft vermittelt werden.

„Die haben uns gerade noch gefehlt“, mögen zumindest die Konservativen oder gar Reaktionären unter den 27 deutschen Bischöfen geseufzt haben, als sich die aus Österreich kommende, inzwischen in mehr als 40 Ländern präsente Kirchenvolksbewegung vor 20 Jahren auch in Deutschland etablierte. Denn dieser Teil des Episkopats tut sich schon mit dem „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK) erkennbar schwer. Weil auch dieses sich eine glaubwürdige katholische Kirche der Zukunft vorstellt wie „Wir sind Kirche“. Auch wenn es sich moderater und kompatibler gibt und sich in einer speziellen Kontaktgruppe sogar mit den Bischöfen trifft. Derzeit ist hingegen kaum vorstellbar, dass sich eine Bischöfe-Delegation auch mit Christian Weisner und dessen Vorstandsteam von „Wir sind Kirche“ an einen Tisch setzt.

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